Malawi
Tabak und Kinder?
Tabak ist ungesund — das weiß fast jedes Kind. Trotzdem wird auf der ganzen Welt Tabak zu Zigaretten und anderen Tabakprodukten verarbeitet. Malawi gehört zu den Ländern, in denen Tabak eine sehr wichtige Rolle in der Landwirtschaft und in der Wirtschaft spielt.
Für viele Familien im Land ist Tabakanbau eine der wenigen Einkommensquellen. Und ein großer Teil dessen, was Malawi durch Exporte verdient, stammt tatsächlich aus dem Tabaksektor. Tabak ist seit Jahrzehnten das wichtigste Exportprodukt des Landes. Allerdings hat sich der Anteil in den letzten Jahren etwas verringert, weil andere Sektoren wie Tee, Zucker und Erdnüsse ebenfalls an Bedeutung gewonnen haben.
Es ist für die Wirtschaft eines Landes riskant, wenn ein großer Teil des Einkommens von nur einem Produkt abhängt. Das gilt auch für Malawi: Schwankende Weltmarktpreise, Klimaprobleme und Veränderungen im globalen Tabakkonsum machen das stark tabakabhängige Exportmodell verwundbar.
Kinder schuften auf den Tabakplantagen
Und das Schlimme an der Sache ist nicht die Tatsache, dass in Malawi Tabak angebaut und geerntet wird, sondern dass auf den Tabakplantagen sehr viele Kinder arbeiten. Sie schuften wie Sklaven, erhalten kein ausreichendes Essen, haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und werden für ihre Arbeit nicht angemessen bezahlt.
Kleine Tabakbauern in Konkurrenz zu großen Firmen
Oft sprechen sich die Tabakfirmen miteinander ab. Das führt dazu, dass kleine Tabakbauern bei den Preisen, die hier auch stark schwanken, nicht mehr mithalten können. So müssen sie wieder ihre Kosten senken und greifen auf Kinder als Arbeiter zurück. Und die Fläche, die für den Tabakanbau genutzt wird, fehlt für wichtige Nahrungsmittel. Und Tabak kann man nun definitiv nicht essen.
Nikotin ist hochgiftig
Tabak ist ungesund und das nicht erst, wenn er in der Zigarette steckt und geraucht wird. Auch schon vorher. So sind die Kinder in Malawi, die als Tabakpflücker arbeiten, dem Gift Nikotin ausgesetzt. Oft arbeiten die Kinder zwölf Stunden am Tag und das für nicht mehr als einen Cent in der Stunde. So hat es die Kinderhilfsorganisation Plan International bei einer Studie festgestellt.
Das Nikotin in den Pflanzen ist wasserlöslich und die menschliche Haut nimmt es sehr leicht auf. So kommt es, dass auch Kinder - ohne dass sie Zigaretten rauchen - geschädigt werden. Über die Langzeitfolgen ist bisher nichts bekannt, aber viele Kinder auf den Plantagen leiden an Kopfschmerzen, Husten und Atemnot.
Noch keine Lösung in Sicht
Eine Lösung ist leider nicht in Sicht. Und wie so oft kann ein Verbot nicht vollständig helfen. Deshalb wäre es zumindest wichtig, dass die Kinder weniger arbeiten, mit Schutz arbeiten, dafür einen Lohn erhalten und auch zur Schule gehen können. Nur durch eine bessere Bildung haben sie die Chance, ihren Kindern diese Arbeit nicht mehr zumuten zu müssen.
Kinderarbeit ist in Malawi zwar verboten, aber viele Familien brauchen das Geld, um überleben zu können. So arbeiten in Malawi Kinder ab fünf Jahren auf den Feldern oder eben den Tabakplantagen.
