Malawis Flagge Malawi

Tabak und Tee aus Malawi

Malawi gehört - wie viele Länder im Süden oder im Südosten Afrikas - zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Menschen arbeiten dort vor allem in der Landwirtschaft, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Viele bauen Produkte an, die sie dann auch selbst verwenden. Dazu gehören Mais, Maniok, Hirse und Hülsenfrüchte. Die Bewohner Malawis bauen auch Obst wie Bananen, Mangos oder Orangen an. Vieles, was du dort essen kannst, hat diese Pflanzen als Grundlage, weil das Selbstangebaute günstiger ist als es einzukaufen.

Es gibt aber auch große Plantagen in Malawi. Auf diesen werden vor allem Tabak, Tee, Zuckerrohr, Baumwolle und Kaffee angebaut. Auf den großen Tabakplantagen müssen oft auch Kinder arbeiten. Die Produkte der großen Plantagen werden ins Ausland verkauft. Vor allem Simbabwe ist hier Abnehmer. Die Bewohner entlang des Malawisees leben auch vom Fischfang.

Fische haben für Wirtschaft in Malawi ebenfalls Bedeutung

Warum entwickelt sich Malawi nur langsam wirtschaftlich weiter?

Da die Landwirtschaft in Malawi sehr wichtig ist, hängt die Wirtschaft stark vom Wetter ab. Vor allem muss es ausreichend, aber nicht zu viel regnen. Etwa 75 von 100 Personen arbeiten in diesem Bereich. Bleibt es lange trocken, verdorren die Pflanzen und es kommt zu Ernteausfällen und Nahrungsmittelknappheit. Auch starke Regenfälle und Überschwemmungen können Ernten zerstören.

Malawi führt nur wenige Produkte in größerem Umfang aus – vor allem Tabak, Tee, Zucker und Hülsenfrüchte. Gleichzeitig muss das Land viele Waren einführen, zum Beispiel Treibstoffe (Mineralölprodukte), Maschinen, Fahrzeuge, Dünger und andere wichtige Konsumgüter. Dadurch entsteht ein Handelsdefizit: Malawi gibt mehr Geld für Importe aus, als es durch Exporte einnimmt.

Malawi besitzt  Bodenschätze wie Uran, Kohle, Bauxit und seltene Erden. Uran wurde zeitweise abgebaut, die Förderung ist jedoch stark von Weltmarktpreisen abhängig und wurde zeitweise eingestellt bzw. wieder aufgenommen. Insgesamt spielt der Bergbau bisher nur eine geringe Rolle für die Gesamtwirtschaft.

Malawi ist ein Binnenstaat ohne Zugang zum Meer. Deshalb ist es beim Handel auf die Häfen und Verkehrswege seiner Nachbarländer (z. B. Mosambik oder Tansania) angewiesen. Das verteuert Transporte und macht das Land wirtschaftlich anfällig. Zudem fehlt vielen Menschen weiterhin der Zugang zu verlässlicher Stromversorgung. Die Elektrifizierungsrate ist in den letzten Jahren gestiegen, ist aber immer noch sehr niedrig. Das erschwert nicht nur den Alltag der Haushalte, sondern behindert auch die Entwicklung von Industrie und Unternehmen.

Hinzu kommen die Folgen des Klimawandels: Häufigere Dürren, Starkregen und Wirbelstürme – wie im Jahr 2023 der Zyklon Freddy – haben große Schäden verursacht und die wirtschaftliche Entwicklung weiter gebremst. Malawi ist deshalb weiterhin in erheblichem Maß auf internationale Finanzhilfen und Entwicklungszusammenarbeit angewiesen.

letzte Aktualisierung am 13.02.2026