Namibias Flagge Namibia

Namibia als eine der "Wiegen der Menschheit"

Man vermutet, dass die ersten Menschen in Namibia lebten und Namibia somit eine der Wiegen der Menschheit sein könnte.

Schon früh siedelten auf dem Gebiet des heutigen Namibia auch die San, Buschmänner, von denen wir heute noch mittels der Felszeichnungen erfahren, die in Namibia zu bewundern sind.

Im 15. Jahrhundert kamen Bantus, Hirtenvölker aus Zentral- und Ostafrika, in den Norden des heutigen Namibia. Dabei handelte sich vor allem um die Stämme der Herero und Ovambo, deren Nachfahren auch heute noch in Namibia leben. Auch die aus dem Süden stammenden Nama zogen nach Namibia. 

Die Buren und die Deutschen in "Namibia"

Im 17. Jahrhundert kamen die Buren aus den Niederlanden, die sich zuvor in Südafrika niedergelassen hatten, auch nach Namibia. Sie erbauten eine Stadt, die dem Wind stark ausgesetzt war und die man deshalb als "windiges Eck" bezeichnete. Diese Stadt ist unter der Bezeichnung "Windhoek" auch heute noch die Hauptstadt des Landes.

Namibia war eines der letzten Länder Afrikas, das von den Weißen kolonialisiert wurde. Vor allem die Deutschen zeigten großes Interesse an diesem großen Land im Südwesten Afrikas. So kam es, dass Deutsch-Südwestafrika zu einer deutschen Kolonie wurde.

Was heißt "Deutsches Schutzgebiet"?

Von 1884 bis 1914, also dem Beginn des Ersten Weltkrieges, war Namibia ein "Deutsches Schutzgebiet". Deutsche Siedler sollten sich hier niederlassen und das Land bestellen. Doch die schwarze Bevölkerung wollte ihr Land nicht einfach so hergeben. Zu Beginn versuchte man noch sogenannte "Schutzverträge" mit den Einheimischen zu schließen. Diese sollten die Besiedlung der Weißen zulassen und im Gegenzug Schutz durch deutsche Truppen erhalten.

Doch sowohl die Herero als auch die Nama mussten erkennen, dass dies nur vorgeschobene Gründe waren. Die deutschen Siedler wollten sich nur ihr Land zu Nutze machen, indem sie die Bevölkerung knechteten oder vertrieben. Es kam zu schweren Aufständen, die von den Deutschen niedergeschlagen wurden. Die Herero wurden in die Wüste vertrieben und starben dort vor Hunger und Durst. Mittlerweile sprechen wir von Völkermord an den Herero und Nama, begangen durch deutsche Truppen. Mehr erfährst du hierüber auch bei den www.zeitklicks.de. 

Das Streben nach Freiheit

1914 brach der Erste Weltkrieg aus und Deutsch-Südwestafrika wurde durch Südafrika besetzt. Der Völkerbund sprach das Land 1920 Südafrika als Mandatsgebiet zu. Die politische Verwaltung lag also in den Händen der Südafrikaner, die eine Politik der Apartheid verfolgten. Dies wurde auch in Namibia spürbar (das damals noch nicht Namibia hieß).

Erst 1966 hob die UN dieses Mandat wieder auf. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen der namibischen Freiheitsbewegung SWAPO (South West Africa People's Organisation) und Südafrika. Die UN unterstützte die SWAPO.

Das unabhängige Namibia: besser spät als nie

Als letztes afrikanisches Land erreichte Namibia erst am 21. März 1990 die politische Unabhängigkeit und damit auch eine demokratische Verfassung.  Man beschloss das Land Namibia zu nennen, nach der Wüste Namib an der Küste des Landes. Im November 1989 hatten zuvor die ersten freien Wahlen stattgefunden, bei denen die SWAPO 57 Prozent der Stimmen erhielt.

Erster Präsident Namibias

Der erste Präsident Namibias war Dr. Sam Nujoma. Er war Führer der SWAPO. Namibia wurde das 151. Mitglied der Vereinten Nationen und ebenfalls Mitglied im Commonwealth of Nations. Die eigene Währung erhält Namibia erst 1993: den Namibia-Dollar. Dieser ist aber eng mit der südafrikanischen Währung Rand verbunden, da auch beide Länder wirtschaftlich eng miteinander verbunden sind.

Präsident(in) für fünf Jahre

Sam Nujoma gab sein Amt 2005 ab, nachdem er mehrfach wiedergewählt worden war. Die Opposition hatte seine lange Amtszeit teilweise kritisiert, doch vielen wird zugeschrieben, dass er dem jungen namibischen Staat nach der Unabhängigkeit Frieden und politische Stabilität gebracht hat. Er setzte sich auch für Versöhnung zwischen der schwarzen und weißen Bevölkerung ein.

In Namibia wird der Präsident seit der Unabhängigkeit direkt vom Volk alle fünf Jahre gewählt. Nach Sam Nujoma wurde Hifikepunye Pohamba 2005 sein Nachfolger.

Ein dritter Präsident wurde Hage Geingob, der 2015 sein Amt antrat. Geingob wurde 2020 wiedergewählt und trat damit seine zweite Amtszeit als Präsident an.

Nach der namibischen Verfassung darf ein Präsident nur zwei Amtszeiten ausfüllen. Hage Geingob beendete seine zweite Amtszeit 2025 und trat nicht mehr zur Wiederwahl an. Bei der Präsidentschaftswahl im November 2024 wurde sein Nachfolger Netumbo Nandi‑Ndaitwah, die erste Präsidentin Namibias, gewählt und trat 2025 ihr Amt an.

letzte Aktualisierung am 27.02.2026