Namibias Flagge Namibia

Wer lebt in Namibia?

Etwa 3,1 Millionen Menschen wohnen in Namibia. Das Land gehört zu den am dünnsten besiedelten der Welt. Die Einwohner gehören vielen verschiedenen Bevölkerungsgruppen an. Zur Urbevölkerung des Landes zählen die San, die Nama und die Damara. San und Nama sprechen sogenannte Klicksprachen. Auch die Sprache der Damara enthält Klicklaute.

Ab etwa dem 14. Jahrhundert zogen Bantuvölker aus dem Osten Afrikas nach Süden und kamen auch in das heutige Namibia. Bantusprachige Gruppen stellen heute die Mehrheit im Land. Die größte Gruppe sind die Ovambo, die auch Aawambo genannt werden. Sie machen knapp die Hälfte der Bevölkerung aus. Auch Kavango und Herero sprechen Bantusprachen. Von 100 Menschen in Namibia sind etwa 9 Kavango und etwa 7 Herero.

Etwa 5 bis 6 von 100 Einwohnern sind Weiße. Ihre Vorfahren stammen vor allem aus Deutschland, Südafrika, Großbritannien oder Portugal. Obwohl es deutlich weniger Weiße als Schwarze im Land gibt, befindet sich ein großer Teil des kommerziellen Farmlandes weiterhin im Besitz weißer Farmer. In den vergangenen Jahren hat der Staat jedoch Landreformen durchgeführt, sodass der Anteil schwarzer Farmbesitzer langsam steigt. Auch viele größere Unternehmen, etwa im Bergbau oder Tourismus, sind historisch stark von weißem Besitz geprägt, die Eigentumsverhältnisse verändern sich jedoch schrittweise und werden gerechter. 

Daneben gibt es Menschen mit gemischter Herkunft. In Namibia werden sie meist als „Coloureds“ oder „Rehoboth Basters“ und sind eine eigene historisch gewachsene Gruppe. Sie machen zusammen etwa 6 bis 7 Prozent der Bevölkerung aus.

Mehr als die Hälfte der Einwohner lebt heute in Städten und die Urbanisierung nimmt weiter zu. Die meisten Menschen wohnen im Norden des Landes. In der Hauptstadt Windhoek leben inzwischen deutlich über 400.000 Menschen. Der Süden ist nur dünn besiedelt, und die Namib-Wüste an der Küste hat kaum dauerhafte Bewohner.

Die San

Die San, die zu den frühesten Bewohnern des südlichen Afrikas zählen, gehören zu den ältesten heute noch existierenden Bevölkerungsgruppen der Welt. Genetische Forschungen zeigen, dass ihre Vorfahren sehr früh von anderen Menschengruppen getrennt waren. Sie konnten sich gut an die harten Lebensbedingungen in trockenen Regionen anpassen und so über viele Jahrtausende überleben. Alle heutigen Menschen stammen ursprünglich aus Afrika. Auch die Vorfahren der San gehören zu diesen frühen Bevölkerungsgruppen des modernen Menschen (Homo sapiens).

Noch bis ins 20. Jahrhundert lebten viele San als Jäger und Sammler und führten eine traditionelle Lebensweise. Heute hat sich ihr Leben jedoch stark verändert. Dennoch verfügen sie über ein großes Wissen über die Natur und das Überleben in trockenen Gebieten.

Menschen aus Namibia:

  • Diese Frau ist eine Himba. Himba sprechen eine Bantusprache. Die Männer zeihen als Nomaden durch die Savanne, während die Frauen in einer kreisförmnigen Siedlung, einem Kraal, leben. [ © Quelle: pixabay.com ]
  • Unterwegs in Namibia! [ © Quelle: pixabay.com ]
  • Diese Frau ist eine San. Gut zu erkennen ist das kurze Haar zusammengedrehten Haarbüscheln, das typisch ist für die San. [ © Quelle: pixabay.com ]
  • Herero-Frauen tragen gerne einen mächtigen Kopfschmuck. Den übernahmen sie vor langer Zeit von britischen Missionsfrauen. [ © Quelle: pixabay.com ]
  • Auch diese Herero-Frau trägt den Kopfschmuck. [ © Quelle: pixabay.com ]
  • Diese Frau trägt ihr Baby auf dem Rücken. [ © Quelle: pixabay.com ]
  • Dieser Mann ist ein San. [ © Marc Veraart / CC BY-ND 2.0 ]

Afrikaans

Afrikaans bedeutet wörtlich übersetzt einfach "Afrikanisch". Früher sagte man auch Kap-Holländisch, weil es die Sprache der Holländer war, die in Südafrika eingewandert waren. Früher war es also die Sprache der Buren, der eingewanderten Holländer, die man eben als "Buren" bezeichnete. Heute sprechen vor allem die farbigen "coloured" Menschen Afrikaans. Das sind die Leute, die weiße und schwarze Eltern haben. Man spricht es in Südafrika, in Namibia und in Botswana, also in den ehemaligen Siedlungsgebieten der Buren. Afrikaans ist dem Niederländischen sehr ähnlich.

Was spricht man in Namibia?

Weil so viele Völker in Namibia leben, werden dort auch viele Sprachen gesprochen. Die Bantuvölker haben ihre Bantusprachen. Am weitesten verbreitet ist Oshivambo, die Sprache des Volks der Ovambo.

Die San, Nama und Damara sprechen eine Klicksprache, die eben durch ihre Klick- und Schnalzlaute auffällt. Die Coloureds sprechen Afrikaans, das dem Niederländischen sehr ähnelt. Zur Verständigung dient hauptsächlich Englisch. Vor allem auf einigen Farmen wird auch Deutsch gesprochen.

 

letzte Aktualisierung am 27.02.2026