Afghanistan
Schon gewusst?
Die Tradition der Bacha Posh, also Mädchen, die sich als Jungen verkleiden, gibt es in Afghanistan schon sehr lange. Manche von ihnen wollen später gar nicht mehr in die Rolle als Mädchen zurückkehren, weil sie die Freiheit als "Junge" genießen konnten.
Kinderleben in Afghanistan: Verkleidung, Gefahr und harte Arbeit
Warum verkleiden sich in Afghanistan die Mädchen als Jungs?
In Afghanistan gibt es Mädchen, die wie Jungen leben: Sie tragen Hosen, spielen draußen, klettern auf Bäume und haben Freiheiten, die sonst nur Jungs haben. Diese Mädchen ziehen sich wie Jungen an, man nennt sie auch Bacha Posh (das bedeutet auf Dari "als Junge gekleidet").
Warum tun sie das? In Afghanistan wird die Geburt eines Jungen oft viel mehr gefeiert als die eines Mädchens. Frauen, die keine Söhne haben, werden manchmal verachtet. Deshalb verkleiden manche Familien ihre Töchter als Jungen. So hat die Familie nach außen hin einen "Sohn" und das Mädchen selbst bekommt mehr Freiheiten.
Spielen ist für Kinder in Afghanistan oft gefährlich - warum?
Viele Kinder in Afghanistan können nicht einfach sorgenfrei spielen. In manchen Gebieten sind die Schulen geschlossen. Und Mädchen dürfen nur für kurze Zeit in die Schule gehen.
Eine besonders große Gefahr auch für Kinder sind Landminen. Das sind Sprengkörper, die in der Erde versteckt sind. Tritt jemand darauf, explodieren sie. Schon mehr als 400.000 Kinder haben durch Landminen ein Bein oder einen Arm verloren. Leider gibt es immer noch Millionen solcher Minen in Afghanistan.
Was sind Landminen?
Landminen sind kleine Bomben, die in der Erde vergraben werden. Viele stammen noch aus alten Kriegen. Man sieht sie nicht, aber wenn man darauf tritt, können sie schwere Verletzungen verursachen oder sogar tödlich sein. Besonders für Kinder ist das beim Spielen gefährlich.
Außerdem haben viele Kinder in Afghanistan ihre Eltern verloren. Mehr als eine Million Kinder sind Waisen, also ohne Mutter oder Vater. Das heißt: Jedes zehnte Kind in Afghanistan ist allein.
Kinderarbeit in Afghanistan
Viele Kinder in Afghanistan müssen arbeiten, um ihre Familie zu unterstützen. Dadurch können sie nicht zur Schule gehen. Sie arbeiten zum Beispiel in Bergwerken, in der Landwirtschaft oder verkaufen Dinge auf der Straße. Besonders in der Hauptstadt Kabul sieht man viele Kinder, die Bananen verkaufen oder Schuhe putzen.
Die Arbeit ist oft anstrengend und gefährlich. Manche Kinder suchen nach Gold in Minen oder arbeiten in Ziegeleien. Der Ton dort enthält giftiges Blei, das für Kinder sehr schädlich ist.
Wie viele Kinder arbeiten, weiß man nicht genau. Es sind wohl mehr als eine Million. Seit die Taliban im Sommer 2021 wieder die Macht übernommen haben, ist die Zahl der arbeitenden Kinder noch weiter gestiegen. Viele Eltern haben ihre Arbeit verloren und müssen ihre Kinder zum Arbeiten schicken. Manche verheiraten sogar ihre Töchter, weil sie sich die Versorgung nicht mehr leisten können.
Teste dein Wissen über Kinder in Afghanistan
Warum verkleiden sich Mädchen als Jungen?
Weil Jungen in Afghanistan mehr Freiheiten haben und mehr geachtet werden. Die Verkleidung hilft, der Familie mehr Ansehen zu geben und den Mädchen mehr Freiheit.
Was ist das Gefährliche am Spielen in Afghanistan?
Viele Kinder treten auf Landminen, die noch von alten Kriegen stammen. Auch bewaffnete Gruppen machen viele Orte unsicher.
Warum arbeiten so viele Kinder?
Die Familien haben oft nicht genug Geld. Deshalb müssen die Kinder mithelfen, zum Beispiel auf dem Markt oder in Fabriken.
Wie gefährlich ist Kinderarbeit?
Sehr gefährlich. Manche Arbeiten schädigen die Gesundheit, zum Beispiel wegen giftiger Stoffe oder harter körperlicher Arbeit.
Wie viele Kinder in Afghanistan sind Waisen?
Mehr als eine Million Kinder haben weder Mutter noch Vater. Das ist etwa jedes zehnte Kind im Land.







