Bhutans Flagge Bhutan

Tourismus nur im kleinen Rahmen

In Bhutan gilt Glück mehr als Reichtum und dieser Anspruch ist sogar in der Verfassung verankert. Trotzdem zählt das Land zu den ärmsten Ländern der Welt. So verschließt sich Bhutan dem Massentourismus. Bhutan möchte seine Natur und Kultur schützen – deshalb dürfen nicht zu viele Touristen auf einmal ins Land kommen. Dieses Prinzip nennt man: „High Value, Low Volume“. Es bedeutet: Lieber weniger Besucher, dafür soll ihre Reise dem Land guttun.

Wer nach Bhutan reist, muss eine besondere Gebühr bezahlen. Sie heißt „Sustainable Development Fee“ (SDF) – das bedeutet: Gebühr für eine nachhaltige Entwicklung.
Seit 2023 beträgt sie 100 US‑Dollar pro Person und Nacht (Stand 2025). Von dem Geld wird zum Beispiel der Umweltschutz, Bildung und Gesundheit im Land bezahlt.

Die Reise wird oft von bhutanischen Reisebüros organisiert, denn das Land möchte sicherstellen, dass Reisebusfahrer, Taxifahrer und Reiseführer aus Bhutan stammen. So profitieren auch die Menschen vor Ort vom Tourismus.

Es gibt mittlerweile mehrere Fluggesellschaften, die Bhutan anfliegen – aber fast alle starten von nahegelegenen Ländern wie Indien, Nepal oder Thailand. Früher gab es nur eine. Das zeigt, dass sich das Land dem Tourismus öffnet, allerdings langsam.

Bhutaner bleiben unter sich

In Bhutan ist der Tourismus bewusst klein gehalten, damit die Natur und Kultur nicht unter zu vielen Besuchern leiden. Wer nach Bhutan reist, muss einen Reise‑ oder Trekkingführer aus dem Land dabei haben. So gelingt es, dass der Kontakt mit den Menschen vor Ort respektvoll abläuft. Es gibt keine allgemeine Regel, die Begegnungen mit Einheimischen verbietet, aber die Touren sind meist organisiert und geführt. Früher wurden diese Kontakte mit Menschen vor Ort nicht gerne gesehen. 

In Bhutan findet man weniger große Hotelketten als in anderen Ländern, was dazu beiträgt, dass weniger Verkehr und mehr Ruhe herrschen – viele Besucher fühlen sich deshalb, als wären sie in einem besonders unberührten Teil der Welt. Kleine Hotels oder Gästehäuser fügen sich oft besser in die Umgebung ein. Es müssen weniger Wälder abgeholzt oder Straßen gebaut werden.

So achtet Bhutan darauf, seine Umwelt zu schützen und Probleme zu vermeiden, die Länder mit Massentourismus meist haben. 

Kann Bhutan sich weiter abschotten?

Während in Bhutan die alten Traditionen weiterleben, religiöse Feste gefeiert werden und viele alte Riten wichtig sind, dringt die Moderne ins Land und weckt Bedürfnisse. Das Internet und das Fernsehen tragen ihren Teil dazu bei. So kennen viele Kinder in Bhutan die Musik, die Kinder in Berlin, in London, in Tokio oder in Neu-Delhi hören. Und nicht nur in den Städten sitzen die Menschen vor den Fernsehapparaten, auch auf dem Land, wenn es dort Anschlüsse gibt, sitzen sie da und staunen, was in der Welt so alles vor sich geht. Vor einigen Jahren hat sie dies noch gar nicht interessiert.

Was bedeutet Globalisierung für Bhutan?

Globalisierung heißt, dass die Welt enger zusammenwächst: Länder handeln miteinander, Menschen reisen, und Informationen verbreiten sich blitzschnell – oft über das Internet.

Für ein kleines Land wie Bhutan bringt das Chancen und gleichzeitig Herausforderungen:

Bhutan zwischen Tradition und Moderne

Bhutan ist ein Land, das zwischen Tradition und moderner Welt lebt. Auf der einen Seite möchte man die alten Werte und die besondere Kultur bewahren. Auf der anderen Seite sollen die jungen Menschen auch eine Chance haben, in der heutigen Welt zurechtzukommen – mit Technik, Internet und Globalisierung.

Dabei ist es gar nicht so leicht, beides zu verbinden. Bhutan möchte gerne eine „heile Welt“ erhalten – also ein Leben in Frieden, mit Naturverbundenheit und ohne zu viel Einfluss von außen. Doch auch in Bhutan gibt es Probleme, die früher kaum eine Rolle spielten:

  • Viele junge Leute finden keine Arbeit.
  • Das Drogenproblem nimmt zu.
  • Und auch soziale Unterschiede zwischen Arm und Reich wachsen.

Bhutan versucht, einen eigenen Weg zu finden – einen Weg, der das Gute der alten Zeit mit den Möglichkeiten der neuen Welt verbindet.

Junge Menschen in Bhutan – zwischen zwei Welten

Bhutan hat sich lange Zeit von der Welt abgeschottet und seine Traditionen sehr streng bewahrt. Doch auch hier macht die Moderne nicht halt. Die junge Generation – man nennt sie oft Generation Z – wächst mit Fernsehen, Internet und Smartphones auf.

Sie sehen, wie Menschen in anderen Ländern leben, lernen und arbeiten. Sie können vergleichen – etwas, das frühere Generationen in Bhutan kaum konnten. Viele junge Bhutanerinnen und Bhutaner sehen ihre Zukunft nicht mehr im eigenen Land. Das stellt Bhutan vor neue Herausforderungen.

Bildung bringt neue Wünsche

Heute ist die Schulbildung in Bhutan kostenlos. Die Kinder lernen nicht nur Lesen und Rechnen, sondern auch Englisch. Damit können sie sich auch außerhalb Bhutans gut verständigen.

Doch genau das führt zu einem neuen Problem:
Viele junge Menschen möchten nicht mehr in der Landwirtschaft arbeiten, wie ihre Eltern oder Großeltern. Sie wünschen sich Jobs in anderen Bereichen – zum Beispiel in Büros, im Tourismus oder im Ausland.

Bhutan muss also überlegen, wie es gut ausgebildete junge Leute im Land halten kann – und ihnen trotzdem eine Zukunft bietet, die zu ihren Träumen passt.

letzte Aktualisierung am 19.11.2025