Demokratische Volksrepublik Korea
Die USA sind "der Feind"
Schon im Kindergarten lernen die Kinder, dass der Westen und vor allem die USA ihr Feind sind. Immer wieder heißt es, die Amerikaner wollten Nordkorea angreifen und die Nordkoreaner vernichten. Dies wird so häufig wiederholt, bis es möglichst alle glauben. Die Lehrer erzählen es, die Eltern bestätigen es - so werden die kleinen Nordkoreaner und Nordkoreanierinnen schon sehr früh zu Feinden der USA erzogen. 40 Prozent der nordkoreanischen Bevölkerung dient dem Militär aktiv oder befindet sich in Reserve, wartet also auf einen militärischen Einsatz. Der Umgang mit den Waffen ist für alle normal. Die Wehrpflicht gilt für Frauen und Männer und dauert drei bis fünf Jahre.
Eigene Meinungen sind in Nordkorea verboten
Viele Menschen kennen es einfach nicht anders. Sie sind im System aufgewachsen, erzogen worden und zur Schule gegangen. Die Zensur im Land ist so streng, dass es fast gar nicht möglich ist, Informationen aus dem Ausland oder gar anderslautende Meinungen zu hören. Wie soll sich ein Kind oder ein Heranwachsender hier eine eigene Meinung bilden? Wer dennoch nachdenkt und sich auch noch erlaubt, eine kritische Meinung zu äußern, muss mit Strafen rechnen, die bis zur Einweisung in die gefürchteten Lager reichen können. Hierzu reichen auch schon kleine, harmlose kritische Äußerungen.
Politische Unterdrückung in Nordkorea
Wer an der quasi-religiösen Verehrung der politischen Führer Kim Il-sung, Kim Jong-il und Kim Jong-un seine Zweifel hat, muss mit schlimmen Strafen rechnen. Und nicht nur derjenige, der Kritik übt, wird bestraft, sondern oft muss dann die ganze Familie leiden, auch die Kinder. So wachsen auch schon kleine Kinder in den berüchtigten Straflagern auf. Wir wissen nicht, wie viele Menschen das System doch anfangen zu hinterfragen. Doch wer hat den Mut, seine ganze Familie den schrecklichen Folgen auszusetzen?
Woher kommt der Hass?
Warum sollen die Nordkoreaner die USA so sehr hassen? Das hat mit der Geschichte von Nordkorea zu tun. Die Abneigung zwischen Ländern des Kapitalismus (USA) und Kommunismus (Nordkorea) vertiefte sich vor allem während des Kalten Krieges, als Korea Schauplatz eines Stellvertreterkrieges war. Zurück blieb es danach als geteiltes Land. Die beiden Länder entwickelten sich sehr unterschiedlich, Nordkorea wurde zu einer kommunistischen Diktatur. Verschärft wird der Konflikt heute durch die Tatsache, dass Nordkorea im Besitz von Atomwaffen ist.
Propaganda überall – auch auf dem Land
In Nordkorea ist die Propaganda der Regierung allgegenwärtig. Egal ob in der Stadt oder auf dem Land – überall sieht man Plakate, Wandbilder oder große Schilder, auf denen die Regierung gelobt wird. Dort steht zum Beispiel: „Lasst uns hart arbeiten!“ Das klingt wie ein Aufruf, alles für das Land zu geben.
Arbeit ohne genug zu essen
Viele Nordkoreaner arbeiten wirklich hart – auf Feldern, in Fabriken oder bei öffentlichen Projekten. Trotzdem haben viele Menschen nicht genug zu essen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leidet etwa ein Viertel der Bevölkerung an Hunger, darunter auch viele Kinder. Das bedeutet: Trotz aller Mühe reicht die Ernte oft nicht aus, um alle satt zu machen.
Wenn die Natur nicht mitspielt
Die Reisernte ist für viele Familien in Nordkorea besonders wichtig. Doch wenn es zu Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Dürren kommt, kann die gesamte Ernte verloren gehen. Dann wird es für die Menschen besonders schwer.
Um mehr Felder anzulegen, werden in Nordkorea oft Wälder abgeholzt. Doch das hat schlimme Folgen: Ohne Bäume wird der Boden weggespült, wenn es regnet. Das nennt man Bodenerosion. Dadurch können Felder überflutet werden – und dann fällt die nächste Ernte vielleicht auch wieder aus.
Doch bei so mancher Wohnung wurde zum Beispiel die Wasserleitung vergessen und die Mieter tragen Wasser in Eimern zum Spülen in den zehnten Stock. Wer jedoch eine solche Wohnung besitzt, ist stolz darauf und wird den verehrten Führer noch lauter preisen als sonst. Anderes ist auch gar nicht möglich. Dies ist auch die Welt, die man den Touristen zeigt. So gibt es in Nordkorea sogar ein ausgebautes Skigebiet mit modernen Liftanlagen. Das Skigebiet am Masik-Pass war sehr teuer, doch die wenigsten Nordkoreaner werden hier Skifahren. Die Liftkarten sind für sie nicht bezahlbar, mal ganz abgesehen von der Skiausrüstung, die fürs Skifahren nötig ist. Die meisten Touristen, die sich auf den Skipisten tummeln, stammen aus China. Übrigens ist Nordkorea das Land mit dem geringsten Ausländeranteil überhaupt, da man fast gar nicht einwandern kann. Vielleicht wollen aber auch gar nicht so viele Menschen nach Nordkorea einwandern?
Die Vorgeschichte
Um zu verstehen, wieso die USA und Nordkorea Feinde sind, muss man sich ein bisschen mit dem Kalten Krieg und auch mit der Rolle Koreas als Schauplatz eines Stellvertreterkrieges auseinandersetzen. Klick auf die Links, um mehr darüber zu erfahren.
In Nordkorea leben auch Kinder in Straflagern
In Korea müssen sogar Kinder in Straflagern arbeiten. Oft werden sie gemeinsam mit ihren Eltern in ein Lager gesteckt. Manche Kinder werden sogar in solchen Lagern geboren. Sie sind dann ab ihrer Geburt politische Gefangene, obwohl sie sich nie etwas haben zu Schulden kommen lassen, selbst nach dem koreanischen Gesetz nicht. Aber da es eine sogenannte Sippenhaft gibt, die die ganze Familie bestraft, müssen schon kleine Kinder für die "Vergehen" ihrer Eltern büßen. Ein Vergehen ist es schon allein, eine andere politische Haltung zu haben oder einer bestimmten Religion anzugehören.
Um in ein Lager zu kommen, braucht es gar nicht so viel. Kinder, die in solchen Lagern groß werden, kennen gar kein anderes Leben. Sie müssen oft schon als Sechsjährige arbeiten, zum Beispiel in Bergwerken. Sie sind dort ständig der Willkür der Wärter ausgesetzt, die die Lagerinsassen schlecht behandeln. Kinder müssen manchmal sogar ihre Eltern verraten und umgekehrt.
