Katars Flagge Katar

Arm und Reich in Katar – ein stark geteilter Alltag

Katar ist eines der reichsten Länder der Welt, weil es große Erdöl‑ und Erdgasvorkommen hat und viel Geld damit verdient. Trotzdem haben nicht alle Menschen im Land die gleichen Chancen. In Katar leben Menschen mit sehr unterschiedlichem Wohlstand, und das hängt oft davon ab, woher sie kommen und welchen Job sie haben.

Wer lebt in Katar?

In Katar leben heute etwa 3,1 Millionen Menschen (Stand 2025). Davon sind nur etwa 11 – 12 % katarische Staatsbürger, also etwa 360.000 Leute. Alle anderen – rund 88 % – 90 % der Bevölkerung – sind Ausländer und Arbeitsmigranten aus vielen Ländern rund um die Welt.

Durch diese große Zahl von Ausländern ergibt sich eine ganz besondere soziale Struktur im Land – und damit auch große Unterschiede zwischen Arm und Reich.

Die drei Gruppen der Gesellschaft

Man kann die Menschen in Katar grob in drei Gruppen einteilen:

  1. Reiche Katarer:
    Die meisten Staatsbürger profitieren stark vom Reichtum ihres Landes. Sie haben oft hohe Einkommen, viele soziale Leistungen und gute Jobs, vor allem im öffentlichen Dienst oder in großen Unternehmen.
  2. Gut verdienende Ausländer:
    Einige Ausländer arbeiten in beruflich gut bezahlten Berufen, zum Beispiel als Ingenieurinnen und Ingenieure, Manager oder Fachkräfte. Viele kommen aus Europa, Nordamerika oder anderen arabischen Ländern und verdienen vergleichsweise gut.
  3. Gastarbeiter und einfache Arbeitskräfte:
    Die größte Gruppe sind Menschen, die in Bauprojekten, in der Industrie oder im Haushalt arbeiten. Viele von ihnen kommen aus Südasien (zum Beispiel Indien, Nepal, Bangladesch oder den Philippinen). Sie verdienen vorwiegend weniger Geld und haben oft schwerere Arbeitsbedingungen als die reichen Staatsbürger oder besser bezahlten Fachkräfte.

Warum sind die Unterschiede so groß?

Die sozialen Unterschiede in Katar haben mehrere Gründe: Nur wenige Menschen im Land sind Staatsbürger, und sie haben oft bessere Rechte, höhere Löhne und mehr staatliche Unterstützung. Viele ausländische Arbeitskräfte haben niedrigere Löhne und arbeiten in Bereichen, die für Einheimische weniger attraktiv sind. Manche Gastarbeiter sind stark vom Arbeitgeber abhängig, weil sie ohne dessen Erlaubnis das Land nicht verlassen oder den Job wechseln dürfen. Das beeinflusst ihr Arbeits‑ und Privatleben stark.

Wusstst du?

In Katar laufen seit einigen Jahren Reformen im Arbeitsrecht, die die Rechte von Gastarbeitern verbessern sollen – zum Beispiel beim Wechsel des Jobs oder bei Mindestlöhnen. Trotzdem fordern Organisationen für Menschenrechte weiterhin bessere Bedingungen und mehr Schutz für Arbeitsmigranten in Katar.

Ein starker Gegensatz im Alltag

In vielen Städten Katars sieht man den Unterschied zwischen Arm und Reich deutlich:

  • In den reichen Stadtteilen findet man moderne Einkaufszentren, teure Restaurants und große Sport‑ und Freizeitangebote. Dort leben oft reiche Bürger oder gut verdienende Ausländer.
  • Gleichzeitig gibt es Viertel, in denen Gastarbeiter in einfachen Wohnhäusern oder Arbeiterlagern leben und weniger am Wohlstand des Landes teilhaben.

Warum wollen trotzdem viele Menschen nach Katar?

Auch wenn die Lebens‑ und Arbeitsbedingungen schwierig sein können, kommen viele Menschen nach Katar, weil die Verdienstmöglichkeiten dort höher sind als in ihren Heimatländern. Für viele Familien im Ausland bedeutet das Geld, das sie nach Hause schicken, eine große Hilfe. Gleichzeitig ist es wichtig zu sagen, dass schlechte Arbeitsbedingungen, geringe Löhne oder fehlender Schutz nicht gerechtfertigt sind, nur weil jemand aus einem ärmeren Land kommt.

letzte Aktualisierung am 14.01.2026