Malaysia
Von den Vorfahren der Malaysier bis zur Kolonialisierung des Landes
Die Vorfahren der jetzigen Bewohner Malaysias kamen wohl aus dem Süden Chinas und siedelten sich um 300 v. Chr. im heutigen Malaysia an. Da der Handel zwischen China und Indien schon früh einsetzte, wanderten auch Hindus und Buddhisten ins Land ein. So kamen Gruppen aus Java, aus Thailand (dem früheren Siam), aus Sumatra, aber auch Menschen aus Persien und weiteren Ländern ins Land.
In der frühen Neuzeit, so um 1500, als das Interesse der europäischen Mächte an den Reichtümern Asiens wuchs und sie mit ihren Schiffen die Welt eroberten, erreichten die Portugiesen als erste Malaysia. Interessiert waren sie vor allem am Handel mit Gewürzen: Gewürze, die man in Europa nicht kannte und die damals so wertvoll wie Gold waren. Dann kamen die Niederländer und schließlich die Briten, die Teile des heutigen Malaysia in ihren Machtbereich brachten und zur britischen Kronkolonie machten.
Unabhängigkeit und Wahlmonarchie
1957 wurde Malaysia unabhängig von Großbritannien, war aber weiter Teil des Commonwealth, so dass das Land seine richtige Unabhängigkeit als Staat erst 1963 erhielt. Denn 1963 wurde die Föderation Malaysia gegründet, mit Singapur im Süden und Sabah und Sarawak im Norden Borneos. Singapur verließ die Föderation im Jahr 1965.
Seit diesem Jahr ist das Land eine parlamentarische Wahlmonarchie. Was heißt das? In den verschiedenen Regionen des Landes herrschen Sultane und die wählen alle fünf Jahre einen König aus ihren Reihen. Insgesamt gibt es 13 Bundesstaaten, von denen neun wie in früherer Zeit als Sultanate geführt werden. Dazu kommt die Hauptstadt Kuala Lumpur. Deshalb hat die Landesflagge auch 14 Streifen: die 13 Bundesstaaten plus die Hauptstadt. Dazu kommen drei Bundesterritorien.
Einwanderer
Immer wieder wanderten Menschen nach Malaysia ein, Arbeiter aus China und später auch aus Indien. Meist mussten sie als Arbeiter in der Landwirtschaft oder in Bergwerken schuften. So ergab sich ein Gemisch von Völkern und Religionen, die heute noch das Leben der Menschen und die Kultur des Landes prägen.
Wusstest du?
Malaysia ist eine Mischung aus Monarchie und Demokratie. Der König hat ein festes Amt, aber die Politik wird von der Regierung und dem Parlament gemacht – und die Menschen dürfen mitbestimmen.
Wer regiert aktuell in Malaysia?
Malaysia ist ein königliches Land mit einer Demokratie. Das heißt:
- Es gibt einen König, der das Land nach außen vertritt, aber keine Gesetze macht.
- Die Regierung entscheidet über Politik und Gesetze, genau wie bei uns das Parlament.
- Der Chef der Regierung ist der Premierminister.
Seit 2022 ist Anwar Ibrahim Premierminister. Er führt eine Koalitionsregierung – das bedeutet, dass mehrere Parteien zusammen regieren, weil keine Partei allein genug Stimmen hatte.
Wie wird gewählt?
In Malaysia wählen die Menschen alle fünf Jahre ein neues Parlament. Die letzte Wahl war im November 2022, die nächste ist spätestens 2028. Wer die meisten Stimmen in einem Wahlkreis bekommt, gewinnt – wie bei einem großen Wettbewerb mit vielen Einzelrennen.
Gibt es Probleme in der Politik?
Ja, manchmal. Weil viele Parteien und Gruppen mitreden wollen, ist es nicht immer einfach, sich zu einigen. Aber die Regierung versucht, das Land zu verbessern und gerechter zu machen. Es gibt auch Wahlen in einzelnen Bundesstaaten, ähnlich wie bei uns die Landtagswahlen.
