Maledivens Flagge Malediven

Was sind Dhonis?

Auf den Malediven gibt es ganz besondere Boote, die man Dhonis nennt. Sie gehören zur Tradition der Inseln und waren für die Menschen dort über viele Jahrhunderte sehr wichtig – genau wie das eigene Haus. Denn ohne Boot konnte man sich kaum fortbewegen oder etwas transportieren.

Boote aus Kokospalmenholz

Früher wurden die Dhonis aus dem harten Holz der Kokospalme gebaut. Das war praktisch, weil es auf jeder Insel viele Palmen gab. Heute nimmt man für den Bau meist andere Harthölzer, die länger halten oder leichter zu bearbeiten sind.

Fortbewegung auf dem Wasser

Die Dhonis sind das wichtigste Verkehrsmittel auf den Malediven. Sie sind so etwas wie Bus und Taxi auf dem Meer. Mit ihnen fährt man von Insel zu Insel – zum Beispiel, um in der Hauptstadt Malé einzukaufen oder um zur Arbeit zu kommen. Auch viele Touristen werden mit den Dhonis von einer Insel zur nächsten gebracht.

Früher wurden die Boote auch zum Fischfang oder zum Warentransport genutzt. Das tun sie zum Teil heute noch – aber es gibt inzwischen auch größere, moderne Boote mit Motor.

Tradition mit kleinen Veränderungen

Viele Jahrhunderte lang sahen die Dhonis immer gleich aus. Erst in den 1970er und 1980er Jahren änderte sich das: Die Menschen wollten Motoren in ihre Boote einbauen – dafür musste die Form angepasst werden. Seitdem sind viele Dhonis mit Dieselmotoren ausgestattet und fahren schneller als früher mit Segel oder Paddel.

Eine Insel aus Müll – das Problem von Thilafushi

Die Malediven sind bekannt für ihre weißen Strände und türkisfarbenes Meer. Doch es gibt auch eine ganz andere Seite: eine Insel aus Müll, die Thilafushi heißt. Sie liegt ganz in der Nähe der Hauptstadt Malé – und hier landet jeden Tag der Abfall der Inseln.

Wie entstand die Müllinsel?

Früher war Thilafushi eine Lagune, also ein flaches Stück Meer. Im Jahr 1992 beschloss die Regierung, hier eine Mülldeponie zu errichten. Die Hauptstadt Malé wurde immer voller – auch mit Müll. Also brauchte man einen neuen Ort, um ihn zu lagern.

Seitdem wird jeden Tag Müll auf Thilafushi abgeladen – etwa 330 Tonnen täglich (Stand: 2025, aktualisiert). Das meiste stammt von Touristen und Hotels, aber auch von den Menschen, die auf den Malediven leben. Der Müll wird nicht getrennt – also Plastik, Metall und Essensreste landen alle zusammen.

Der „höchste Berg“ der Malediven

Mit der Zeit türmte sich der Müll immer höher. Manche sagen sogar: Der höchste Punkt der Malediven ist heute auf dieser Müllinsel. Und tatsächlich wachsen die Müllberge Meter um Meterdirekt am Meer entlang. Der Wind oder das Wasser weht Abfälle oft ins Meer, was Fische, Korallen und Meeresschildkröten bedroht.

Ein Großteil des Mülls wird einfach verbrannt, ohne Filter oder besondere Umweltschutzregeln. Dabei entstehen giftige Gase, die sowohl Menschen als auch der Natur schaden.

Gibt es eine Lösung?

Inzwischen denken viele Menschen um. Es gibt erste Recyclingprojekte, Mülltrennung in Hotels und Aktionen gegen Plastik. Auch einige Touristenprojekte helfen beim Strandreinigen. Doch Thilafushi ist nach wie vor ein großes Problem für die Malediven.

Wusstest du?

Die Malediven sind wegen ihrer niedrigen Lage besonders vom Klimawandel bedroht – darum ist Umweltschutz dort besonders wichtig. Trotzdem gibt es noch viel zu tun, um Inseln wie Thilafushi sauberer und nachhaltiger zu machen.

Durchschnittlich 3,5 Kilogramm Müll lässt jeder Tourist zurück. Die einzelnen Hotels verladen den Müll auf Boote und schippern diesen Müll auf die Insel, wo er weitertransportiert wird. Meist übernehmen Gastarbeiter aus Bangladesch diese Arbeit. Sie sammeln für wenig Geld verwertbare Metalle, die dann nach Indien verkauft werden. Die Arbeit ist gefährlich, denn giftige Dämpfe, Rauch und die Gefahr von Explosionen herrschen vor. Auf der Insel gibt es fast keine Tiere und Pflanzen mehr. Schwermetalle und giftige Flüssigkeiten gelangen ins Wasser und das vergiftete Wasser macht auch vor den anderen Inseln nicht Halt.

Autos auf den Malediven?

Es gibt Autos zwar auf den Malediven, die meisten fahren allerdings auf der Hauptinsel und in der Hauptstadt Malé. Die Insel ist zwar nur zwei Quadratkilometer groß, doch werden jedes Jahr mehr und mehr Fahrzeuge auf die Straßen gelassen. Doch das wichtigste Verkehrsmittel vor allem zwischen den Inseln ist weiterhin das Schiff oder Boot. Zum Einsatz kommen auch Wasserflugzeuge.

Verkehr auf dem Malediven?

letzte Aktualisierung am 04.07.2025