Myanmar
Kindersoldaten
Lange Zeit war Myanmar das Land mit den meisten Kindersoldaten auf der ganzen Welt. In diesem Land gab es zahlreiche Kriege und Auseinandersetzungen zwischen der Militärregierung und Rebellen, die in vielen Regionen des Landes kämpften und noch kämpfen. Jeder fünfte Soldat war noch im Kindesalter. Die Armee verschleppte die Kinder und zwang sie, im Krieg zu kämpfen. Sogar ganze Schulklassen wurden zum Kämpfen gezwungen. Manche Kinder kamen sogar "freiwillig". Das waren überwiegend Kinder ohne Eltern, die sonst keine Chance sahen zu überleben und in der Armee Schutz suchten.
Die Kinder werden ausgenutzt
Auch die Militärs setzen gerne Kinder ein, denn sie widersprechen nicht so oft wie die Erwachsenen, kosten kaum Geld und lassen sich leichter beeinflussen. So wurden Kinder sogar in Minensuchfeldern eingesetzt. Wer nicht mehr wollte, hatte kaum eine Chance wegzulaufen. Wohin auch?
Der Missbrauch wird fortgesetzt
In Myanmar ist das Problem der Kindersoldaten leider noch immer nicht gelöst. Zwar hatte die frühere zivile Regierung ab 2011 versprochen, Kinder nicht mehr als Soldaten einzusetzen. Doch diese Bemühungen wurden durch den Militärputsch im Februar 2021 stark zurückgeworfen.
Seitdem herrscht wieder das Militär im Land, und die Kämpfe haben deutlich zugenommen. Heute werden Kinder nicht nur von Rebellengruppen, sondern Berichten zufolge auch wieder vom Militär und militärnahen Gruppen eingesetzt – zum Beispiel als Kämpfer, Träger, Boten oder Hilfskräfte. Wie viele Kinder genau betroffen sind, weiß niemand, weil vieles heimlich geschieht.
In vielen Regionen tobt ein Bürgerkrieg. Solange gekämpft wird und Familien in großer Armut leben, besteht die Gefahr, dass Kinder zwangsrekrutiert oder aus Not in bewaffnete Gruppen geraten. Deshalb gehen Hilfsorganisationen davon aus, dass es in Myanmar auch weiterhin Kindersoldaten gibt.
Straßenkinder
Vor allem in den Städten leben viele Kinder auf der Straße. Manche, weil ihre Eltern tagsüber arbeiten, andere, weil sie keine Eltern mehr haben. Diese Kinder sind besonders oft Opfer von Missbrauch und bedürfen des Schutzes und der Unterstützung.
Wusstest du?
Kinderarbeit ist weltweit verboten, wenn sie gefährlich ist oder Kinder vom Schulbesuch abhält. Trotzdem arbeiten Millionen Kinder, weil ihre Familien sonst nicht genug zum Leben haben.
Kinderarbeit in Myanmar?
In Myanmar ist Kinderarbeit leider noch immer ein großes Problem. Zwar gab es in den 2010er-Jahren erste Fortschritte, doch durch den Militärputsch im Jahr 2021 hat sich die Lage vieler Familien wieder deutlich verschlechtert. Armut, Krieg und Unsicherheit sorgen dafür, dass viele Kinder arbeiten müssen, statt zur Schule zu gehen.
Myanmar hatte früher einen traurigen Spitzenplatz bei der Kinderarbeit. Solche Ranglisten werden heute kaum noch veröffentlicht, doch Hilfsorganisationen gehen davon aus, dass Kinderarbeit weiterhin weit verbreitet ist – besonders auf dem Land und in Krisengebieten.
Bereits am 18. Dezember 2013 unterzeichnete Myanmar die Internationale Arbeitsorganisation-Konvention 182, die die schlimmsten Formen von Kinderarbeit verbietet. Dazu gehören gefährliche Arbeiten, Ausbeutung und Zwangsarbeit. Dieses Abkommen gilt noch immer, wird aber seit 2021 oft nicht mehr konsequent umgesetzt.
Viele Kinder arbeiten auf Plantagen, ernten Reis oder Bambus, fällen Teakholz oder schuften in Ziegeleien, auf Baustellen oder in der Fischerei. Diese Arbeiten sind hart und oft gefährlich – besonders für Kinder.
Sehr problematisch ist auch die Arbeit in den Edelsteinminen. Myanmar ist weltweit bekannt für Rubine und Jade. Jade wird häufig für Schmuck oder religiöse Figuren verwendet. In vielen Minen arbeiten Menschen unter lebensgefährlichen Bedingungen – darunter auch Kinder, obwohl das verboten ist. Edelsteine, die von Kindern abgebaut wurden, dürften eigentlich gar nicht verkauft werden.
Solange viele Familien in Armut leben und der Konflikt im Land anhält, wird es für Kinder schwer bleiben, ihrer Arbeit zu entkommen.
Fragen zur Kinderarbeit in Myanmar
Warum müssen Kinder in Myanmar arbeiten?
Weil viele Familien sehr arm sind und das Geld sonst nicht reicht.
Ist Kinderarbeit in Myanmar erlaubt?
Nein. Gefährliche Kinderarbeit ist verboten, wird aber nicht immer verhindert.
Was ist an Minenarbeit so gefährlich?
Es gibt Einstürze, giftigen Staub und schwere Unfälle – besonders für Kinder.
Gehen arbeitende Kinder zur Schule?
Oft nicht regelmäßig. Manche brechen die Schule ganz ab.
Gibt es Menschen, die helfen wollen?
Ja. Internationale Organisationen kämpfen dafür, dass Kinder geschützt werden und wieder lernen können.
