Nepals Flagge Nepal

Das Schulsystem in Nepal

Kinder in Nepal gehen in mehreren Stufen zur Schule. Zuerst besuchen sie die Grundschule von Klasse 1 bis 5. Danach folgt die untere Sekundarstufe mit den Klassen 6 bis 8. Diese Zeit nennt man auch die Basisbildung. Sie ist offiziell schulpflichtig und kostenlos.

Anschließend kommen die Klassen 9 und 10. Nach diesen zehn Schuljahren können die Jugendlichen einen wichtigen Schulabschluss machen. Wer möchte und die Möglichkeit hat, kann danach noch zwei weitere Jahre zur Schule gehen (Klassen 11 und 12). Erst danach ist ein Studium an einer Universität möglich.

Der Unterricht an staatlichen Schulen soll nichts kosten. In der Wirklichkeit müssen viele Familien aber trotzdem Geld bezahlen, zum Beispiel für Schuluniformen, Hefte, Stifte oder den Schulweg. Für arme Familien ist das oft ein großes Problem.

Schwieriger Schulweg in Nepal

Viele Kinder in Nepal haben einen sehr langen und anstrengenden Schulweg. Besonders in den Bergregionen gibt es nur wenige Schulen. Manche Kinder laufen ein bis drei Stunden zu Fuß – und das oft über schmale Wege, steile Hänge oder durch Flüsse. Danach müssen sie den gleichen Weg wieder zurückgehen.

Für dich ist das wahrscheinlich kaum vorstellbar. Vielleicht fährst du mit dem Fahrrad, dem Bus oder wirst gebracht. In Nepal kostet der Schulweg viele Kinder schon vor dem Unterricht sehr viel Kraft.

Wusstest du?

Viele Kinder in Nepal sprechen zu Hause eine andere Sprache als in der Schule. Der Unterricht findet oft auf Nepali oder Englisch statt. Das macht das Lernen besonders in den ersten Schuljahren noch schwieriger.

Wie viele Kinder gehen in Nepal zur Schule?

In den letzten Jahren hat sich viel verbessert. Heute werden etwa 97 von 100 Kindern im Grundschulalter eingeschult. Trotzdem gibt es noch immer hunderttausende Kinder, die keine Schule besuchen können. Gründe dafür sind Armut, lange Schulwege oder die Pflicht, zu Hause mitzuarbeiten.

Außerdem brechen viele Kinder die Schule vorzeitig ab. Mädchen sind davon häufiger betroffen als Jungen, zum Beispiel wegen früher Heirat oder Hausarbeit.

Lesen, Schreiben und Unterricht

Früher konnten sehr viele Menschen in Nepal nicht lesen und schreiben. Das hat sich verbessert: Heute können rund 76 von 100 Erwachsenen lesen und schreiben. Doch besonders Frauen und Menschen auf dem Land haben noch immer schlechtere Chancen auf Bildung.

Ein weiteres Problem ist der Unterricht selbst. In vielen staatlichen Schulen gibt es zu wenige gut ausgebildete Lehrkräfte, große Klassen und wenig Lernmaterial. Familien, die mehr Geld haben, schicken ihre Kinder deshalb oft auf Privatschulen, die meist besseren Unterricht anbieten. Arme Familien können sich das jedoch nicht leisten.

Militärisch geprägt

Die Schule ist in Nepal militärisch geprägt: Kinder müssen aufmarschieren und werden auch mit dem Stock geschlagen, wenn sie den Anweisungen des Lehrers nicht folgen.

Universitäten in Nepal

Man kann auch in Nepal an eine Universität gehen, doch viele wohlhabende Nepalesen schicken ihre Kinder an Hochschulen im Ausland. Sie gehen häufig nach Indien oder auch nach Amerika oder England.

Frag doch mal!

Müssen alle Kinder in Nepal zur Schule gehen?
Ja, offiziell ist die Schule für Kinder in den Klassen 1 bis 8 Pflicht. Trotzdem können viele Kinder wegen Armut oder langer Wege nicht regelmäßig hingehen.

Ist Schule in Nepal wirklich kostenlos?
Der Unterricht soll kostenlos sein. In der Wirklichkeit müssen Familien aber oft für Kleidung, Hefte oder Prüfungen bezahlen.

Warum gehen mehr Jungen als Mädchen zur Schule?
Mädchen müssen häufiger im Haushalt helfen oder werden früh verheiratet. Deshalb brechen sie öfter die Schule ab.

Wie lange dauert ein Schultag in Nepal?
Das ist unterschiedlich. Viele Kinder sind mehrere Stunden in der Schule – dazu kommt oft noch ein sehr langer Schulweg.

Können alle Kinder später studieren?
Nein. Nur wenige schaffen es bis zur Universität, das sind meist Kinder aus wohlhabenden Familien.

letzte Aktualisierung am 06.02.2026