Oman
Scheich
Was ist eigentlich ein Scheich? Bei uns wird ein Scheich manchmal mit einer Art König verwechselt. Doch bedeutet der Begriff eigentlich etwas anderes, nämlich "weiser Mann". Früher wurden die Anführer eines Stammes so genannt. "Scheich" ist ein Ehrentitel. Dieser Ehrentitel wird einem verliehen. Ein Scheich hat ein hohes Ansehen, aber keine uneingeschränkte Macht.
Wie wichtig sind Traditionen im Oman?
Traditionen spielen im Oman auch heute noch eine große Rolle. Viele Menschen richten ihren Alltag nach der Religion aus. Dazu gehören die fünf täglichen Gebetsrufe und das Feiern wichtiger religiöser Feiertage wie des Ramadan oder des Opferfestes. Diese Traditionen sind für viele Familien sehr wichtig und werden respektiert.
Früher waren Männer und Frauen im öffentlichen Leben oft streng getrennt. Heute hat sich vieles verändert. In den größeren Städten sieht man Männer und Frauen gemeinsam in Cafés, Restaurants oder Einkaufszentren sitzen. Auch junge Frauen treffen sich dort ganz selbstverständlich, unterhalten sich und verbringen ihre Freizeit zusammen.
Auf dem Land und bei traditionellen Festen gelten jedoch oft noch ältere Regeln. Dort feiern Männer und Frauen manchmal getrennt oder sitzen in unterschiedlichen Bereichen. Besonders bei Hochzeiten oder religiösen Feiern gibt es diese Trennung noch häufiger.
Der Oman zeigt damit gut, wie Tradition und Moderne zusammenleben können: Alte Bräuche werden bewahrt, gleichzeitig verändert sich der Alltag – vor allem für junge Menschen und in den Städten.
Kaffeezeremonie
Wer im Oman ein Haus betritt, bekommt einen Kaffee angeboten. Dieser wird aus grünen Bohnen und aus Kardamom gekocht. Man serviert ihn in einer speziellen Kanne, allerdings ohne Zucker. Der Gast darf sich nachschenken lassen, das ist kein Problem, doch eigentlich gebietet es der Brauch, dass beim zweiten Mal Schluss mit Nachschenken ist. Allerdings heißt es hier vorsichtig sein, denn der Kaffee im Oman ist normalerweise sehr stark.
Musik und Tanz im Oman
Musik spielt im Oman eine wichtige Rolle im Alltag und bei Festen. Oft gehört zur Musik auch der Tanz, also die Bewegung. Besonders bei feierlichen Anlässen wird gemeinsam gesungen, getrommelt und getanzt. Musik ist dabei nicht nur Unterhaltung, sondern Teil der Traditionen.
Die omanische Musik klingt anders als die Musik aus vielen anderen arabischen Ländern. Das liegt daran, dass der Oman früher enge Handelskontakte zu Afrika und Indien hatte. Diese Einflüsse hört man bis heute in den Rhythmen, Instrumenten und Liedern. Ob Fischer, Bauer, Seefahrer oder Beduine – alte Lieder und Tänze gehören für viele Menschen fest zur omanischen Kultur.
Musiktradition und Opernhaus
Neben der traditionellen Musik gibt es im Oman auch klassische Musik. Seit 2011 steht in der Hauptstadt Maskat das Royal Opera House Muscat. Dort werden Opern, Konzerte und Ballettaufführungen gezeigt – viele davon kennt man auch aus Europa.
Das Opernhaus war eines der ersten seiner Art in der arabischen Welt und ist bis heute etwas Besonderes. Es zeigt gut, wie im Oman alte Traditionen und moderne Kultur zusammenpassen.
Kleidung im Oman
Im Oman achtet man sehr auf seine Kleidung und viele Kleidungsstücke entsprechen noch den alten Traditionen des Landes. Vor allem für die Beschäftigten beim Staat gilt, die traditionelle Kleidung auch bei der Arbeit zu tragen. Im Alltag wird es zwar etwas lockerer gehandhabt, doch auch hier gibt es strenge Vorschriften für die Kleidung für Männer und für Frauen.
Was tragen die Männer im Oman?
So tragen die Männer ein Gewand oder Kleid, das bis zu den Knöcheln reicht. Dieses heißt Dishdasha. Meist ist es weiß, wobei im Oman auch andere Farben durchaus üblich sind. Am Kragen hängt eine Quaste, die man mit Düftölen bestreicht, denn ein guter Geruch ist den Omanis sehr wichtig. Bei offiziellen und feierlichen Terminen ziehen die Männer über das Kleid einen Mantel in bunten Farben über, den man Bisht nennt. Dazu kommt der traditionelle Silberdolch, der Kanjar. Für einen Omani hat ein solcher Dolch einen hohen Wert.
Wichtig ist auch das, was man auf dem Kopf trägt und das ist im Oman eine Kumma, eine kleine runde Kappe. Bei feierlichen Gelegenheiten wickelt man darum noch einmal eine Art Kopftuch, das Massar heißt und das es in vielen verschiedenen Farben zu kaufen gibt.
Und die Frauen?
Viele Frauen tragen in der Öffentlichkeit die Abbaya. Das ist ein schwarzer Mantel. Darunter verbirgt sich - vor allem bei den Städterinnen - oft teure und modische Kleidung. Zu Hause legen die Frauen den Mantel ab und im Kreise der Familie kommt dann die Moderne zum Vorschein.
Oft tragen Frauen auch eine Hose, die Sirwalheißt. Sie ist am Bund recht weit und an den Knöcheln dann eng. Darüber tragen sie ein Hemd, das bis zu den Knien reicht, die Kandoura. Oft ist dieses bestickt und passt dann zur Hose.
Wer trägt eine Gesichtsmaske?
Haare werden draußen mit einem Kopftuch bedeckt. Vor allem die Beduinenfrauen tragen noch eine Art Gesichtsmaske, die Burqa. Diese bedeutet allerdings etwas anderes als die Burka in Afghanistan, die den ganzen Körper bedeckt. In früheren Zeiten wurde die Burqa vor allem zum Schutz vor Sonne und Sand getragen.
Außer bei den Beduinenfrauen ist es sonst im Oman nicht üblich, einen Gesichtsschleier zu tragen. Allerdings tragen viele Frauen ein Kopftuch, das Lahaf heißt und das die Frauen in vielen verschiedenen Farben, nicht nur in Schwarz, tragen.

