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Schulsystem in Pakistan

In Pakistan gehen noch immer nicht alle Kinder zur Schule. Zwar hat sich die Situation in den letzten Jahren etwas verbessert, doch noch immer besuchen nicht alle Jungen und Mädchen regelmäßig den Unterricht.

Heute werden etwa 77 von 100 Kindern im Grundschulalter eingeschult. Das bedeutet aber nicht, dass sie die Schule auch bis zum Abschluss besuchen. Viele brechen vorher ab.

Die Regierung hat sich das Ziel gesetzt, allen Kindern eine kostenlose Grundschulbildung zu ermöglichen. Dieses Recht steht sogar in der Verfassung. Trotzdem gibt es in der Wirklichkeit noch viele Probleme.

Wie ist die Schule aufgebaut?

Das pakistanische Schulsystem ist ähnlich aufgebaut wie in vielen anderen Ländern:

  • Grundschule (Primary School): Klasse 1–5, etwa von 5 bis 10 Jahren
  • Mittelschule (Middle School): Klasse 6–8, etwa 10 bis 13 Jahre
  • Oberschule (Secondary School): Klasse 9–10, etwa 13 bis 15 Jahre
  • Höhere Oberschule (Higher Secondary): Klasse 11–12, bis etwa 17 Jahre

Nach Klasse 12 legen die Jugendlichen eine wichtige Abschlussprüfung ab, die mit dem Abitur vergleichbar ist. Danach können sie eine Universität oder eine technische Hochschule besuchen. Es gibt staatliche und private Universitäten.

Warum gehen viele Kinder nicht regelmäßig zur Schule?

Obwohl es eine Schulpflicht gibt, besuchen noch immer viele Kinder keinen Unterricht. Nach aktuellen Schätzungen sind etwa 26 Millionen Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter nicht in der Schule. Das gehört zu den höchsten Zahlen weltweit.

Ein Grund ist die Armut. Viele Familien brauchen ihre Kinder, um mitzuarbeiten – zum Beispiel auf dem Feld oder in Werkstätten. Andere können sich Schuluniformen, Hefte oder den Schulweg nicht leisten.

Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen in Pakistan

Noch immer gibt es Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen. Etwa 81 % der Jungen werden eingeschult, aber nur rund 73 % der Mädchen.

In manchen ländlichen Gegenden glauben konservative Familien, dass Mädchen zu Hause bleiben oder früh heiraten sollen. Doch immer mehr Menschen setzen sich dafür ein, dass Mädchen die gleichen Bildungschancen bekommen wie Jungen.

Probleme im Schulalltag in Pakistan

Viele Schulen haben mit Schwierigkeiten zu kämpfen:

  • In manchen Klassen sitzen über 50 Kinder in einem Raum.
  • Es gibt zu wenige ausgebildete Lehrkräfte.
  • Manche Schulen haben kein sauberes Wasser oder keine Toiletten.
  • Lehrbücher und Unterrichtsmaterial fehlen oft.

Außerdem können in Pakistan noch immer etwa 40 % der Erwachsenen nicht ausreichend lesen und schreiben. Das nennt man Analphabetismus. Besonders betroffen sind Frauen, die auf dem Land leben.

Bildung im Nordwesten Pakistans

im Nordwesten Pakistans, in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa (früher nordwestliche Grenzprovinz), ist die Bildungssituation besonders schwierig. Aus dieser Region stammt auch Malala Yousafzai, die sich für das Recht von Mädchen auf Schulbildung einsetzt.

In manchen ländlichen Gebieten besuchen Mädchen nur die Grundschule – viele hören danach auf. Gründe sind Armut, weite Schulwege und konservative Regeln in einigen Familien. In Städten ist die Lage meist besser.

Große Unterschiede im Land

Zwischen den Provinzen gibt es deutliche Unterschiede. In Punjab und Sindh können mehr Menschen lesen und schreiben als in abgelegenen Bergregionen.

Privatschulen

In Pakistan gibt es wie in vielen anderen Ländern Privatschulen, an denen ein sehr viel besserer Unterricht möglich ist. Hier wird meist auf Englisch unterrichtet und die Schulabschlüsse sind Abschlüsse wie in Großbritannien. Viele gebildete Pakistaner gehen nach Großbritannien, um hier zu studieren und später zu arbeiten. Doch die Gebühren für solche Privatschulen können nur reiche Leute entrichten. Für Leute mit einem geringeren Einkommen ist dies gar nicht möglich.

Wer einen guten Schulabschluss besitzt, kann auch eine der Universitäten des Landes besuchen, die meist in den Großstädten zu finden sind.

Doch viele machen hier nur einen mittleren Bildungsabschluss und gehen danach gleich nach Amerika oder England. Somit verliert Pakistan gut ausgebildete Kräfte, die dringend notwendig für die Entwicklung des Landes wären. 

letzte Aktualisierung am 11.02.2026