Pakistan
Das mutige Mädchen Malala
2014 erhielt ein junges Mädchen von 17 Jahren einen der begehrtesten Preise überhaupt: den Friedensnobelpreis. Dies ist ein Preis, der einmal im Jahr im norwegischen Oslo vergeben wird. Ihn erhalten Menschen, die sich besonders um den Frieden verdient gemacht haben. Malala bekam ihn gemeinsam mit dem indischen Kinderrechtsaktivisten Kailash Satyarthi. Sie war damit nicht nur die erste Pakistanin, die diesen Preis erhielt, sondern gleichzeitig die jüngste Nobelpreisträgerin überhaupt. Doch warum bekommt ein so junges Mädchen einen solch bedeutenden Preis? Wer ist diese Malala überhaupt?
Malala kämpft für Bildung
Malala stammt aus dem Swat-Tal im Nordwesten Pakistans. Wenn du auf die Karte schaust, siehst du, dass Afghanistan gar nicht weit davon entfernt liegt. Malala ist kein ganz gewöhnliches pakistanisches Mädchen, denn ihre Eltern sorgten schon früh dafür, dass sie zur Schule gehen und lernen konnte. Ihr Vater war Direktor einer Schule und für ihn war es keine Frage, dass Mädchen genauso wie Jungen die Schule besuchen sollten. Malala lernte schnell und setzte sich auch sehr früh dafür ein, dass auch andere Mädchen in die Schule gingen.
Über ihr Leben berichtete sie in einem bekannten Internet-Blog, den auch viele Leute im Ausland lesen konnten. Hier schrieb sie aber nicht unter ihrem richtigen Namen, sondern unter einem Pseudonym, also einem Decknamen. Doch sie wurde als Bloggerin mit ihrem richtigen Namen bekannt und lebte deshalb gefährlich. Denn in Pakistan und vor allem in der Region, in der Malala lebte, haben die Taliban großen Einfluss. Und die wollen eben nicht, dass Mädchen zur Schule gehen und etwas lernen. Frauen sollen gar keinen Einfluss haben und sich den Männern unterordnen. Und in dieses Bild passte Malala nun gar nicht.
Der Anschlag auf Malala
Die Taliban versuchten, das junge Mädchen bei einem Attentat zu töten. Doch Malala überlebte den Versuch, wurde dabei aber sehr schwer verletzt. Da ihre Verletzungen in Pakistan nicht ausreichend behandelt werden konnten, wurde sie in ein englisches Krankenhaus verlegt, wo man sich besser um sie kümmern konnte. Sie musste sich mehreren Operationen unterziehen.
Mittlerweile lebt auch ihre Familie in England und Malala geht dort auch zur Schule. Sie setzt sich für die Rechte von Mädchen und Frauen für Bildung ein. Das hat sie sich zu ihrer Lebensaufgabe gemacht. Mit 16 Jahren hat sie ein Buch geschrieben, das unter dem Titel "Ich bin Malala" erschienen ist und in dem sie ihr Leben bis zum Attentat ausführlich beschreibt.
Nicht alle schätzen Malala - warum?
Während Malala im Westen verehrt wird, sehen sie in Pakistan vor allem konservative Leute kritisch. Man sieht sie als Marionette des Westens, die den Islam beschmutzt und damit auch ihr Land. Das ist sehr traurig, aber zeigt, wie tief doch die Gräben zwischen dem Westen und einem Land wie Pakistan sein können.
Manche Pakistaner sahen oder sehen in Malala eine Verräterin an ihrer Sache. Von manchen wird sogar behauptet, dass der Westen das Attentat geplant hätte, um aus Malala eine Heldin zu machen. Dabei handelt es sich um eine Verschwörungstheorie, die allerdings mittlerweile nicht mehr so aktuell ist wie zum Zeitpunkt des Attentats.
Was macht Malala aktuell?
Malala lebt weiterhin überwiegend im Ausland, vor allem in Großbritannien. Sie hat 2020 ihr Studium in Oxford abgeschlossen. 2022 reiste sie erstmals seit dem Attentat wieder nach Pakistan und besucht das Land seitdem gelegentlich. Dauerhaft lebt sie jedoch nicht dort.