Pakistan
Wer lebt in Pakistan?
[ © DFID - UK Department / CC BY 2.0 ]
In Pakistan leben sehr viele Menschen – und es werden jedes Jahr mehr. Die Einwohnerzahl liegt bei rund 242–245 Millionen Menschen. Damit gehört Pakistan zu den bevölkerungsreichsten Ländern der Welt.
Wächst die Bevölkerung noch?
Ja, die Bevölkerung wächst weiterhin, aber langsamer als früher. Pakistan zählt heute nicht mehr zu den am schnellsten wachsenden Ländern der Welt, wächst aber immer noch deutlich. Der Grund: Es werden viele Kinder geboren, auch wenn Familien heute im Durchschnitt weniger Kinder haben als früher.
Wo leben die meisten Menschen?
Die Bevölkerung Pakistans ist ungleich verteilt. Besonders viele Menschen leben:
- im Indus-Tiefland
- in der Provinz Punjab
Dort gibt es fruchtbare Böden, viel Wasser und viele Arbeitsmöglichkeiten. Etwa drei Viertel der Bevölkerung leben in diesen Regionen.
In den hohen Bergen im Norden und in den Wüstengebieten im Süden und Westen wohnen dagegen sehr viel weniger Menschen.
Leben die Menschen eher auf dem Land oder in der Stadt?
Früher lebten die meisten Menschen auf dem Land. Heute ziehen immer mehr in die Städte.
Inzwischen leben rund 40 von 100 Menschen in Städten. Große Städte sind zum Beispiel Karatschi, Lahore und Islamabad.
Und wer wanderte ein?
Ins Gebiet des heutigen Pakistan kamen Indo-Arier, Perser und auch kurzzeitig die Griechen unter Alexander dem Großem, dann viele arabische Völker. Auch der Mongole Dschingis Khan ließ die Region auf seinen Eroberungszügen nicht aus. Portugiesen und Briten hinterließen später ebenfalls ihre Spuren. Jede Eroberung brachte Neuerungen in der Sprache und in der Religion und am Ende stand ein buntes Völkergemisch von Menschen.
So gibt es in Pakistan die Punjabi, die in der Provinz Punjab leben, die bis zur indischen Grenze reicht. 66 von 100 Menschen leben in dieser Provinz. Punjabi sprechen eine Sprache, die ebenfalls Punjabi heißt. Die Sindhi leben in der Provinz Sindh und sprechen Sindhi. 13 von 100 Pakistanis gehören zu dieser Bevölkerungsgruppe.
Acht von 100 Bewohnern sprechen Urdu, das aber zugleich Amtssprache in Pakistan ist. Neun von 100 sprechen Paschtunisch (Paschto). Ihr Volk ist das der Paschtunen und leben im Nordwesten Pakistans. Ein ganz geringer Teil lebt in Belutschistan, einer sehr dünn besiedelten Wüstengegend Pakistans.
Die Bevölkerung wächst
Die Bevölkerung in Pakistan wächst immer noch, aber nicht mehr so stark wie früher.
Woran glaubt man in Pakistan?
In Pakistan spielt Religion eine wichtige Rolle im Alltag. Sie prägt Feste, Traditionen und viele Gewohnheiten der Menschen.
Islam als Hauptreligion
Die meisten Menschen in Pakistan sind Muslime – etwa 95 von 100. Die Mehrheit gehört zur sunnitischen Richtung des Islam, eine kleinere Gruppe sind Schiiten. Gebete, religiöse Feiertage und Regeln des Alltags sind für viele Menschen selbstverständlich.
Religiöse Minderheiten
Neben Muslimen leben in Pakistan auch Hindus, Christen und eine sehr kleine Gruppe von Parsen.
Die Hindus sind die größte Minderheit und machen etwa 2 von 100 Menschen aus, vor allem im Süden des Landes (z. B. in Sindh).
Zusammenleben
Pakistan ist ein islamischer Staat, dennoch leben Menschen verschiedener Religionen im Land. In vielen Regionen funktioniert das Zusammenleben im Alltag friedlich.
Rückschrittlichkeit auf Kosten der Frauen
Obwohl Pakistan eine lange gemeinsame Geschichte mit Indien teilt, hat sich das Land anders entwickelt. Während Indien in die Moderne aufbricht und vor allem stark auf die Bildung der Kinder setzt, so ist das in Pakistan ganz anders. Hier können 4 von 10 Menschen nicht lesen und schreiben.
Mädchen ohne Schulbildung
In Pakistan haben Mädchen und Frauen oft schlechtere Bildungschancen als Jungen und Männer. Etwa 5 von 10 Frauen können lesen und schreiben. Besonders auf dem Land gehen viele Mädchen nur kurz oder gar nicht zur Schule, zum Beispiel weil die Familien arm sind oder Hilfe im Haushalt brauchen. Diese Zahlen sind allerdings immer sogenannte Durchschnittswerte. In der Stadt kann die Anzahl der Frauen, die lesen und schreiben können, sehr viel höher liegen.
In manchen Familien wird noch erwartet, dass Frauen sich nach der Heirat vor allem um Haushalt und Kinder kümmern. Trotzdem besuchen heute immer mehr Mädchen Schulen und Universitäten, und auch berufstätige Frauen werden langsam häufiger – vor allem in Städten.
Menschen Pakistans
Wie ist die medizinische Versorgung der Menschen?
Sindh. [ © DFID - UK Department / CC BY 2.0 ]
Die medizinische Versorgung in Pakistan ist sehr unterschiedlich. Vor allem auf dem Land haben viele Menschen nur schlechten oder weiten Zugang zu Ärzten und Krankenhäusern. Es fehlen dort oft ausgebildete Ärztinnen und Ärzte, Medikamente und gut ausgestattete Kliniken. In großen Städten ist die Versorgung meist deutlich besser.
Hohe Kindersterblichkeit
Ein großes Problem ist die Gesundheit von Babys und kleinen Kindern. Die Säuglingssterblichkeit ist in Pakistan noch immer hoch: Etwa 55 von 1.000 Kindern sterben im ersten Lebensjahr
Das liegt zum Beispiel an:
- schlechter medizinischer Betreuung
- fehlender Vorsorge für Schwangere
- unsauberem Trinkwasser
- Krankheiten, die eigentlich gut behandelbar wären
Verbesserungen – aber nicht für alle
In den letzten Jahren hat sich die Gesundheitsversorgung insgesamt verbessert. Es gibt mehr Impfungen, bessere Aufklärung und neue Gesundheitsprogramme. Dadurch steigt die Lebenserwartung, und die allgemeine Sterberate sinkt langsam.
Allerdings kommen diese Verbesserungen nicht überall gleich an. Besonders arme Familien und Menschen in abgelegenen Regionen profitieren bisher weniger davon.