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Armut auf den Philippinen

Nicht alle Menschen auf den Philippinen leben im Wohlstand. Obwohl sich die wirtschaftliche Lage in den letzten Jahrzehnten verbessert hat, gelten noch immer etwa 18 bis 22 Prozent der Bevölkerung als arm. Das bedeutet: Rund jeder fünfte Mensch hat nur wenig Geld für Nahrung, Kleidung oder Bildung.

Armut ist nicht überall gleich stark verbreitet. In großen Städten gibt es mehr Arbeitsplätze. In ländlichen Regionen und im Süden des Landes – besonders in der Region Bangsamoro – leben deutlich mehr arme Familien.

Kinder sind besonders betroffen

Armut trifft Kinder besonders hart. Viele Familien können sich gesunde Ernährung nicht immer leisten. Etwa 26 bis 30 Prozent der Kinder unter fünf Jahren gelten als chronisch unterernährt. Das bedeutet, sie sind für ihr Alter zu klein, weil sie über längere Zeit nicht ausreichend Nährstoffe bekommen haben.

Manche Kinder helfen ihren Eltern beim Arbeiten, etwa in der Landwirtschaft oder im Straßenverkauf. Kinderarbeit ist gesetzlich eingeschränkt, kommt aber in armen Regionen weiterhin vor.

Zugang zu Wasser, Strom und Gesundheit

Die Versorgung hat sich in den letzten Jahren verbessert:

  • Über 95 Prozent der Menschen haben Zugang zu sauberem Trinkwasser.
  • Mehr als 90 Prozent verfügen über Strom.

Trotzdem gibt es in abgelegenen Gebieten noch Familien ohne sichere Wasserversorgung oder feste Häuser.

Auch im Gesundheits- und Rentensystem gibt es staatliche Programme. Doch nicht alle Menschen sind ausreichend abgesichert, besonders wenn sie ohne festen Arbeitsvertrag arbeiten.

Wusstest du?

In vielen philippinischen Familien spielt Zusammenhalt eine große Rolle. Kinder wachsen oft mit Großeltern, Tanten, Onkeln und Cousins zusammen auf. Familie bedeutet dort meist mehr als nur Eltern und Geschwister.

Alltag von Kindern auf den Philippinen

Auch wenn es auf den Philippinen Armut gibt, leben natürlich nicht alle Kinder auf der Straße und nicht jedes Kind muss arbeiten. Die meisten Kinder besuchen eine Schule, lernen, spielen und treffen sich mit ihren Freunden – genau wie Kinder in anderen Ländern auch.

Allerdings ist es dort häufiger üblich, dass Kinder im Haushalt mithelfen. Sie unterstützen ihre Eltern zum Beispiel beim Kochen, beim Aufräumen oder bei der Betreuung jüngerer Geschwister. In Familien, die einen kleinen Laden betreiben oder vom Fischfang leben, helfen Kinder manchmal nach der Schule mit.

Das bedeutet aber nicht, dass sie keine Freizeit haben. Viele Kinder verabreden sich zum Spielen oder treiben gemeinsam Sport. Besonders beliebt sind Basketball und Volleyball. In vielen Dörfern gibt es kleine Basketballkörbe, an denen Kinder und Jugendliche zusammen spielen.

Wusstest du?

Neben Sport spielen viele Kinder auch draußen auf der Straße oder am Meer. In Küstenregionen gehört Schwimmen oder Bootfahren oft zum Alltag.

Freizeit und Sport auf den Philippinen

Viele Kinder auf den Philippinen treiben gern Sport. Besonders beliebt ist Basketball. Fast in jedem Dorf oder Stadtviertel gibt es einen kleinen Basketballkorb. Auch Volleyball wird häufig gespielt.

Zu den traditionellen Sportarten gehört Arnis. Das ist eine philippinische Kampfkunst, bei der mit Holzstöcken trainiert wird. Arnis ist sogar die offizielle Nationalsportart des Landes.

Eine weitere traditionelle Sportart ist Sipa. Dabei wird ein kleiner Ball – oft mit einem Federanhang – mit dem Fuß hochgehalten und über ein Netz gespielt. Anders als beim Volleyball dürfen die Hände nicht benutzt werden.

Auch Boxen ist sehr populär, vor allem seit internationale philippinische Boxer große Erfolge gefeiert haben. Der amerikanische Einfluss zeigt sich außerdem in der Begeisterung für Baseball und besonders für Basketball.

Kinder als Altersvorsorge?

Kinder spielen auf den Philippinen eine sehr wichtige Rolle in der Familie. Anders als früher angenommen, gibt es zwar ein staatliches Rentensystem und eine Krankenversicherung. Doch viele Menschen arbeiten ohne festen Vertrag oder im informellen Bereich und zahlen nicht regelmäßig ein. Deshalb reicht die staatliche Unterstützung im Alter oft nicht aus.

Aus diesem Grund unterstützen erwachsene Kinder ihre Eltern später häufig finanziell. Der Zusammenhalt innerhalb der Familie ist sehr stark. Großeltern, Eltern und Kinder leben oft unter einem Dach oder zumindest in unmittelbarer Nähe.

Leben auf engem Raum

Gerade in ärmeren Familien wohnen viele Menschen zusammen. Besonders in Städten leben manche Familien in kleinen Wohnungen oder sogar nur in einem Raum. Ein eigenes Zimmer für jedes Kind ist dort selten.

Allerdings ist das nicht überall gleich. In wohlhabenderen Familien oder in ländlichen Gegenden mit mehr Platz sieht die Wohnsituation oft anders aus.

letzte Aktualisierung am 13.02.2026