Philippinens Flagge Philippinen

Wer lebt auf den Philippinen – Bevölkerung und Sprachen

Die Philippinen haben heute rund 117 Millionen Einwohner. Damit leben dort etwa 33 Millionen Menschen mehr als in Deutschland. Die Bevölkerung wächst weiterhin, allerdings nicht mehr ganz so schnell wie früher.

Die Menschen des Landes nennt man Filipinos (oder Filipinas für Frauen).

Leben mehr Menschen in der Stadt oder auf dem Land?

Heute leben etwa 48 % der Menschen auf dem Land und rund 52 % in Städten. Damit ist die Stadtbevölkerung inzwischen leicht in der Mehrheit – früher war es umgekehrt. Besonders schnell wachsen große Städte wie Manila, Cebu oder Davao.

Welche Sprachen spricht man auf den Philippinen?

Die Philippinen sind eines der sprachlich vielfältigsten Länder der Welt. Je nach Zählweise gibt es dort über 180 Sprachen. Die große Bandbreite entsteht, weil viele Inseln lange voneinander getrennt waren.

Die wichtigsten Sprachen sind:

  • Filipino (basiert vor allem auf Tagalog) – offizielle Landessprache
  • Englisch – ebenfalls Amtssprache und sehr wichtig in Schule, Politik und Wirtschaft

Viele Menschen wachsen zweisprachig auf.

Früher war auch Spanisch Amtssprache. Heute sprechen es nur noch sehr wenige Menschen. Allerdings gibt es noch viele spanische Wörter in Ortsnamen und im Alltag.

Wusstest du?

Weil so viele junge Menschen im Land leben, sprechen Fachleute von einem „demografischen Vorteil“. Wenn viele Kinder gut ausgebildet werden, kann das Land wirtschaftlich wachsen. Dafür sind jedoch genügend Schulen und Arbeitsplätze wichtig.

Mehr junge als alte Filipinos

Die Philippinen sind ein sehr junges Land. Etwa 29 von 100 Filipinos und Filipinas sind jünger als 15 Jahre. Damit gibt es dort deutlich mehr Kinder als zum Beispiel in Deutschland. Man spricht deshalb von einer jungen Bevölkerung.

Ein Grund dafür ist, dass Familien früher sehr viele Kinder hatten. Außerdem ist die staatliche Altersvorsorge auf den Philippinen nicht für alle Menschen ausreichend. Zwar gibt es ein Rentensystem, doch viele Menschen arbeiten ohne feste Verträge und zahlen nicht regelmäßig ein. Deshalb hoffen manche Eltern, dass ihre Kinder sie später im Alter unterstützen.

Familiengröße auf den Philippinen

Früher hatten viele Familien sechs oder sogar mehr Kinder. Heute ist das anders: Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau liegt bei etwa 2,7. Auch die durchschnittliche Haushaltsgröße ist gesunken und beträgt heute rund vier Personen pro Haushalt.

Große Familien gibt es also noch – aber längst nicht mehr so häufig wie früher. Stell dir vor, du hättest acht oder neun Geschwister – bei euch zu Hause wäre bestimmt richtig viel los!

Sind die Menschen dort arm?

Die Armut auf den Philippinen ist nicht überall gleich stark verbreitet. In großen Städten wie Manila, Cebu oder Davao gibt es viele Arbeitsplätze. Doch auf dem Land und in abgelegenen Regionen leben deutlich mehr arme Familien.

Besonders betroffen ist die Region Bangsamoro Autonomous Region in Muslim Mindanao (BARMM) im Süden des Landes. Früher hieß sie ARMM. Sie gehört weiterhin zu den ärmsten Regionen der Philippinen. Zwar wurde 2019 ein Friedensabkommen umgesetzt, doch viele Menschen dort leben noch immer in schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen.

Landesweit gelten etwa 18 bis 22 Prozent der Bevölkerung als arm. Das bedeutet: Rund jeder fünfte Mensch lebt mit sehr wenig Geld.

Religion auf den Philippinen

Die Philippinen sind das größte katholische Land in Asien. Etwa 78 bis 80 Prozent der Menschen sind römisch-katholisch. Weitere 10 bis 12 Prozent gehören anderen christlichen Kirchen an.

Etwa 5 bis 6 Prozent der Bevölkerung sind Muslime, die meisten von ihnen leben im Süden auf Mindanao und den umliegenden Inseln. Daneben gibt es kleinere religiöse Gruppen und Menschen ohne Religionszugehörigkeit.

Religion spielt im Alltag vieler Filipinos eine wichtige Rolle. Feste, Gottesdienste und Prozessionen gehören zum Leben der Menschen dazu.

Arbeit im Ausland – Overseas Filipino Workers (OFWs)

Viele Filipinos und Filipinas gehen ins Ausland, um dort eine Arbeit zu finden. Die aktuellen Zahlen liegen etwa bei 1,8 bis 2,2 Millionen Menschen. Die Männer arbeiten sehr oft auf Schiffen und die Frauen als Pflege- oder Haushaltskräfte überall auf der Welt. Aufgrund ihrer oft sehr guten Englischkenntnisse ist ihre Arbeitskraft sehr beliebt. Was aber nicht heißt, dass sie überall auch entsprechend entlohnt werden. Viele dieser Menschen, die dann auch noch ihre armen Familien in der Heimat ernähren, werden ausgebeutet. Auch sind Familien so häufig für lange Zeit voneinander getrennt.

Das Geld, das sie nach Hause schicken, ist sehr wichtig für die Wirtschaft. Diese Überweisungen machen rund 9 bis 10 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung der Philippinen aus.

Das solltest du wissen!

Die Philippinen gehören zu den Ländern mit einer jungen Bevölkerung und vielen Arbeitskräften. Gleichzeitig kämpfen sie mit Armut, Naturkatastrophen und großen sozialen Unterschieden. Bildung und wirtschaftliche Entwicklung gelten als wichtige Wege aus der Armut.

Das Meer ernährt die Menschen

Die Philippinen bestehen aus über 7.600 Inseln. Deshalb spielt das Meer eine große Rolle. Viele Menschen arbeiten als Fischer. Andere verdienen ihr Geld mit kleinen Booten, die Menschen von Insel zu Insel bringen. Diese traditionellen Boote heißen Bancas.

Allerdings gibt es heute neue Probleme: Überfischung und Umweltverschmutzung bedrohen die Fischbestände. Deshalb wird versucht, die Meere besser zu schützen.

Frag doch mal!

Sind die Philippinen ein armes Land?
Viele Menschen sind arm, aber nicht alle. Es gibt auch wachsende Städte und eine zunehmende Mittelschicht.

Warum arbeiten so viele Filipinos im Ausland?
Weil sie dort oft mehr verdienen können als im eigenen Land.

Welche Religion haben die meisten Menschen?
Die meisten sind katholische Christen.

Wo leben die meisten Muslime?
Im Süden des Landes, vor allem in der Region Bangsamoro auf Mindanao.

Warum ist das Meer so wichtig?
Viele Menschen leben vom Fischfang oder vom Transport zwischen den Inseln.

letzte Aktualisierung am 12.02.2026