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Karaoke in der Freizeit

Wenn Kinder oder Jugendliche dann doch mal ausgehen dürfen, haben sie einige Lieblingsbeschäftigungen. Ganz weit oben steht das Karaoke-Singen. Das macht dort fast jeder gerne – egal ob jung oder alt! In den Städten gibt es viele Karaoke-Bars, die in Korea Noraebang heißen – das bedeutet „Sing-Zimmer“. Dort kann man mit Freunden in einem kleinen Raum singen, lachen und Spaß haben.

Auch Shoppen gehen oder gemeinsam Essen macht vielen Jugendlichen Spaß. Die Einkaufszentren sind riesig, und Essen gehen gehört in Südkorea einfach dazu.

Und natürlich darf Musik nicht fehlen: Die koreanische Popmusik, die man K-Pop (das steht für Korea-Pop) nennt, ist bei vielen extrem beliebt. Bands wie BTS oder Blackpink sind nicht nur in Korea, sondern auf der ganzen Welt bekannt. Viele Jugendliche tanzen, singen oder kleiden sich wie ihre Idole – K-Pop ist in Korea mehr als nur Musik, es ist ein Lebensgefühl.

Weitere beliebte Freizeitbeschäftigungen der Jugend in Südkorea sind:

  • Gaming und E-Sport
  • Social Media (z. B. Südkoreaner lieben kurze Tanzvideos)
  • Streaming-Plattformen

Lernen - das Leben der Kinder

In Südkorea spielt die Schule eine ganz besondere Rolle. Lernen ist das Leben der Kinder. Viele haben kaum Freizeit, weil sie den ganzen Tag mit Unterricht und Nachhilfe verbringen. Lehrer dürfen ihre Schülerinnen und Schüler übrigens bestrafen. Lange Zeit war in manchen Regionen  sogar noch die Prügelstrafe erlaubt – das heißt, dass ein Lehrer einen Schüler mit einem Stock schlagen durften. Das wurde mittlerweile abgeschafft. 

Der Druck kommt aber nicht nur von den Eltern oder Lehrern – viele Kinder machen sich selbst Sorgen um ihre Zukunft. Denn in Südkorea ist es sehr wichtig, eine gute Ausbildung zu haben. Viele Eltern geben einen großen Teil ihres Geldes aus, damit ihre Kinder noch mehr lernen können: zum Beispiel Klavier, Mathematik, Kalligraphie (das ist Schönschreiben) oder Literatur. 

Rund 70 Prozent der Jugendlichen studieren später an einer Universität – das sind sehr viele.. Wer später einen guten Beruf möchte, braucht in Korea fast immer ein Studium. Mittlerweile steigt auch in Südkorea der Anteil der Studierenden aus dem Ausland. 

Vor etwa 70 Jahren konnten viele Menschen in Südkorea nicht lesen oder schreiben – sieben von zehn waren Analphabeten. Heute sieht das ganz anders aus: 98 Prozent der Bevölkerung können lesen und schreiben. Das zeigt, wie viel Wert das Land auf Bildung legt.

Das koreanische Schulsystem gilt als eines der besten der Welt. Auch ärmere Kinder bekommen eine Schulbildung. Allerdings ist sie oft nicht so gut wie die der Kinder, deren Eltern viel Geld für Nachhilfe ausgeben können. Trotzdem schaffen fast alle Jugendlichen einen Abschluss auf der sogenannten "Höheren Schule" – das ist vergleichbar mit unserem Abitur. 

Viele sagen, dass die gute Schulbildung ein Grund ist, warum es Südkorea wirtschaftlich so gut geht. Doch der Preis dafür ist hoch. Man kann sich auch fragen, ob es wirklich das beste Schulsystem ist, wenn der Druck auf die Kinder so groß und die Freizeit so knapp ist. Allerdings führen die Südkoreaner mittlerweile Diskussionnen über den Leistungsdruck, der auf die Schülerinnen und Schüler in Südkorea ausgeübt wird. 

Hohe Selbstmordrate

In Südkorea fühlen sich manche Menschen durch Leistungsdruck, Arbeit oder persönliche Sorgen stark belastet. Besonders in Schule und Beruf kann der Druck hoch sein. Südkorea hat im internationalen Vergleich eine vergleichsweise hohe Selbstmordrate. Betroffen sind nicht nur Jugendliche, sondern vor allem auch ältere Menschen. Die Gründe sind unterschiedlich und reichen von psychischen Erkrankungen über Einsamkeit bis zu finanziellen Problemen.

Das Thema wird heute offener angesprochen als früher. 

Krank durch Leistungsdruck

In Südkorea wird viel über Leistungsdruck gesprochen. Viele Jugendliche lernen lange und bereiten sich intensiv auf Prüfungen vor. Das kann stressig sein.

Manche Schülerinnen und Schüler klagen über Schlafmangel, Sorgen oder Erschöpfung. Besonders vor wichtigen Prüfungen steigt der Druck. Deshalb wird heute offen darüber diskutiert, wie man Schule weniger belastend gestalten kann.

Haben Kinder dort gar keine Freizeit?

Das stimmt so nicht. Viele Jugendliche haben Hobbys, treffen Freunde oder treiben Sport. Allerdings kann es Phasen geben – etwa vor Prüfungen – in denen weniger Zeit bleibt.

Wie viel Freizeit jemand hat, hängt stark von der Familie, der Schule und den eigenen Zielen ab. Es gibt also große Unterschiede.

Und wo bleibt die Zeit zum Spielen?

In Südkorea verbringen viele Kinder und Jugendliche einen großen Teil ihres Tages mit Lernen. Nach der Schule geht es für manche noch in Nachhilfekurse, und auch in den Ferien wird oft Stoff wiederholt oder für Prüfungen geübt. Da bleibt manchmal wenig Zeit, einfach nur draußen zu spielen oder sich auszuruhen.

Viele Familien hoffen, dass ihre Kinder später an einer der berühmten Eliteuniversitäten studieren können. Doch nur ein kleiner Teil schafft es tatsächlich dorthin. Trotzdem lernen viele jahrelang auf dieses Ziel hin – aus Ehrgeiz, aus Hoffnung auf eine gute Zukunft oder auch, weil sie ihre Eltern stolz machen möchten.

Kein Wunder also, dass immer wieder gefragt wird: Wie viel Lernen ist gut – und wie viel Freizeit brauchen Kinder, um glücklich aufzuwachsen?

Straßenkinder in der Republik Korea

Auch in Südkorea gibt es Jugendliche, die Probleme zu Hause haben und zeitweise weglaufen. Man nennt sie oft „Runaway Youth“. Anders als in vielen armen Ländern leben sie aber meist nicht dauerhaft auf der Straße. Manche übernachten bei Freunden, in günstigen Unterkünften oder halten sich lange in Internetcafés auf.

Viele dieser Jugendlichen besuchen zeitweise keine Schule. Deshalb gibt es in Südkorea spezielle Beratungsstellen und Jugendzentren, die helfen sollen.

Armut gibt es auch in einem reichen Land

Südkorea gehört zu den wirtschaftlich starken Ländern. Trotzdem gibt es auch dort arme Familien – sowohl in ländlichen Regionen als auch in großen Städten wie Seoul.

Der Staat bietet Sozialprogramme an, um Familien zu unterstützen. Viele Eltern setzen alles daran, ihren Kindern trotz schwieriger Lage eine gute Ausbildung zu ermöglichen.

letzte Aktualisierung am 17.02.2026