Saudi-Arabien
Wo lernen sich Jungs und Mädchen kennen?
Früher war es in Saudi-Arabien kaum möglich, dass sich ein Junge und ein Mädchen allein in der Öffentlichkeit treffen. Kontakte fanden meist im Familienkreis statt. Händchenhalten oder Küssen in der Öffentlichkeit galten – und gelten – als unangemessen.
Doch auch hier hat sich in den letzten Jahren einiges verändert.
Treffen in der Öffentlichkeit – was ist heute erlaubt?
Heute sieht man in großen Städten wie Riad oder Dschidda durchaus junge Männer und Frauen gemeinsam in Einkaufszentren, Cafés oder Parks. Die strenge räumliche Trennung wurde in vielen Bereichen gelockert.
Trotzdem gelten weiterhin gesellschaftliche Regeln:
Öffentliche Zärtlichkeiten wie Küssen oder enges Umarmen sind auch heute noch nicht akzeptiert und können Probleme verursachen. Saudi-Arabien ist kulturell deutlich konservativer als viele europäische Länder.
Liebe, Dating und Heirat
Offiziell spielt die Familie bei der Partnerwahl weiterhin eine wichtige Rolle. Viele Ehen werden mit Zustimmung und Unterstützung der Familien geschlossen. Das bedeutet aber nicht automatisch eine „Zwangsheirat“. Immer mehr junge Menschen möchten selbst entscheiden, wen sie heiraten.
Soziale Netzwerke als Treffpunkt
Soziale Medien und Messenger-Dienste sind für viele Jugendliche ein wichtiger Ort, um neue Kontakte zu knüpfen. Online-Kommunikation ist weit verbreitet.
Ein persönliches Treffen ist heute grundsätzlich möglich, vor allem in größeren Städten und in öffentlichen Räumen wie Cafés oder Einkaufszentren. Dennoch achten viele junge Menschen darauf, sich an gesellschaftliche Erwartungen zu halten, um keinen Ärger zu bekommen.
Sind alle Leute in Saudi-Arabien reich?
Viele Menschen denken bei Saudi-Arabien sofort an Reichtum, Erdöl und Luxus. Tatsächlich gehört das Land zu den wohlhabenden Staaten der Welt, weil es große Erdölvorkommen besitzt. Doch nicht alle Menschen dort sind reich.
Woher kommt der Reichtum?
Ein großer Teil des Staatsvermögens stammt aus dem Erdölgeschäft. Besonders Mitglieder der Königsfamilie oder erfolgreiche Unternehmer können sehr reich sein. In Städten wie Riad oder Dschidda sieht man teure Autos, große Villen und moderne Einkaufszentren.
Das durchschnittliche Einkommen pro Person ist im internationalen Vergleich hoch. Das sogenannte Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf liegt bei über 30.000 US-Dollar im Jahr. Dies heißt aber nicht, dass jeder so viel verdient.
Staatliche Unterstützung für Bürger
Viele saudi-arabische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger profitieren von staatlichen Leistungen. Dazu gehören:
- kostenlose oder stark vergünstigte Gesundheitsversorgung
- staatliche Unterstützung beim Wohnungsbau
- lange Zeit stark subventionierte Preise für Wasser, Strom und Benzin
Allerdings wurden in den letzten Jahren einige Subventionen gekürzt, um den Staatshaushalt zu entlasten. Der Staat versucht, die Wirtschaft breiter aufzustellen und weniger abhängig vom Öl zu sein.
Armut und Gastarbeiter
Auch in Saudi-Arabien gibt es ärmere Bevölkerungsschichten. Vor allem in Randgebieten großer Städte leben Menschen mit geringem Einkommen.
Ein großer Teil der Arbeit im Land wird von Gastarbeiterinnen und Gastarbeitern aus dem Ausland erledigt, zum Beispiel aus Indien, Pakistan, Bangladesch oder den Philippinen. Sie arbeiten häufig im Bauwesen, als Haushaltshilfen oder im Dienstleistungsbereich. Viele von ihnen verdienen deutlich weniger als saudi-arabische Staatsbürger.
Die Unterschiede zwischen sehr reichen und ärmeren Menschen sind also auch in Saudi-Arabien deutlich sichtbar.
Wo kauft man in Saudi-Arabien ein?
In Saudi-Arabien gibt es riesige Einkaufszentren (Shopping-Malls) und moderne Supermärkte. Besonders in Großstädten wie Riad, Dschidda oder Dammam sind die Malls oft sehr groß – mit internationalen Marken, Restaurants, Spielbereichen und seit 2018 auch mit Kinos.
Luxus und Marken
In vielen Einkaufszentren findet man Luxusgeschäfte, zum Beispiel für Schmuck, Uhren oder Designermode. Goldschmuck spielt traditionell eine wichtige Rolle, deshalb gibt es in vielen Städten eigene Goldmärkte (Gold-Souks).
Reiche Familien kaufen dort hochwertige Waren ein. Aber natürlich gehen auch Menschen mit mittlerem Einkommen in diese Einkaufszentren – sie sind wichtige Treffpunkte für Familien.
Großeinkauf im Supermarkt
Viele Supermärkte sind sogenannte Hypermärkte. Dort bekommt man Lebensmittel, Kleidung, Elektrogeräte und Haushaltswaren unter einem Dach. Häufig werden Produkte in Großpackungen verkauft – ähnlich wie in den USA. Das liegt auch daran, dass viele Familien groß sind.
In wohlhabenden Haushalten übernehmen manchmal Hausangestellte die Einkäufe. Doch die meisten Menschen kaufen selbst ein – genau wie in anderen Ländern auch.
Einkaufen auf dem Markt: Die Souks
Neben modernen Einkaufszentren gibt es weiterhin traditionelle Märkte, die Souks genannt werden. Besonders in den Altstädten findet man kleine Läden, Gewürzstände, Stoffgeschäfte oder Händler für Datteln und Parfüm.
Auf einem Souk gehört das Handeln oft dazu. Das heißt: Man kann über den Preis sprechen und versuchen, ihn etwas herunterzuhandeln. Dort kaufen Menschen aus ganz unterschiedlichen Einkommensgruppen ein.


