Saudi-Arabien
Wer lebt in Saudi-Arabien?
In Saudi-Arabien leben rund 36 Millionen Menschen. Besonders auffällig ist: Ein großer Teil der Bevölkerung wurde nicht im Land geboren. Etwa 13 bis 14 Millionen Menschen sind sogenannte Arbeitsmigrantinnen und -migranten. Das bedeutet, dass ungefähr ein Drittel der Bevölkerung aus anderen Ländern stammt.
Die meisten Einheimischen sind Araber. Viele der ausländischen Bewohner kommen aus Indien, Pakistan, Bangladesch, Ägypten oder von den Philippinen. Außerdem schätzt man, dass zusätzlich ein bis zwei Millionen Menschen ohne offizielle Registrierung im Land leben.
Saudi-Arabien ist ein sehr junges Land: Etwa 63 von 100 Menschen sind jünger als 30 Jahre. Rund 85 von 100 Menschen leben in Städten, zum Beispiel in Riad, Dschidda oder Mekka.
Viele Menschen arbeiten beim Staat
Der Staat ist in Saudi-Arabien ein sehr wichtiger Arbeitgeber. Viele Einheimische arbeiten in Ministerien, Behörden oder im Bildungsbereich – also als Lehrerinnen und Lehrer oder an Universitäten. Auch im Gesundheitswesen sind viele beim Staat angestellt.
Lange Zeit war es so, dass vergleichsweise wenige Saudis in privaten Firmen arbeiteten. Das ändert sich langsam, denn die Regierung versucht, mehr Arbeitsplätze außerhalb des Staatsdienstes zu schaffen. Trotzdem gilt: Wenn es der Wirtschaft gut geht, profitieren viele Menschen direkt davon.
Niedere Arbeiten für ausländische Arbeiter
Die ausländischen Arbeiter verrichten meist Tätigkeiten, die die Einheimischen selbst nicht ausüben wollen. Sie arbeiten als Verkäufer, Putzfrauen, Dienstmädchen, Chauffeure, Bauarbeiter, Bedienungen und in der Industrie. Ohne sie würde der Alltag in den großen Städten kaum funktionieren. Sie werden oft ausgebeutet. Allerdings liegt ihr Verdienst oft höher als in den Heimatländern. Deshalb arbeiten auch viele Menschen in der Fremde, um ihre Familie zu Hause besser versorgen zu können.
Wahhabismus
Die strengste und intoleranteste Ausrichtung im Islam ist der Wahhabismus. Die Lehren stützen sich auf einen Mann namens Muhammad ibn Abd al-Wahhab. Seine Anhänger sehen sich als einzige Vertreter des wahren Islam. Alles, was nicht den Lehren des Wahhabismus entspricht, wird abgelehnt, vor allem aber der schiitische Islam. Die meisten Wahhabiten findet man in Saudi-Arabien, aber auch in Katar und einige in Indien, Pakistan und Westafrika. Sie selbst bezeichnen sich nicht als Wahhabiten, sondern als Salafisten oder auch einfach als Sunniten. Kennzeichnend für den Wahhabismus ist, dass alle Neuanpassungen des Islam abgelehnt werden. Die islamischen Quellen werden wortgetreu umgesetzt. Wer anders denkt, ist kein Muslim.
Woran glauben die Menschen in Saudi-Arabien?
Die Staatsreligion ist in Saudi-Arabien der Wahhabismus, eine sehr strenge Auslegung des sunnitischen Islam. So sind die meisten Menschen auch Sunniten.
Etwa eine Million Einwohner sind allerdings Schiiten. Diese leben vor allem im Osten des Landes oder an der Grenze zum Nachbarland Jemen. Ihren schiitischen Glauben dürfen sie allerdings in der Öffentlichkeit nicht zeigen. Auch andere Glaubensrichtungen - wie Christentum oder Judentum - sind offiziell nicht erlaubt.
Damit sich auch alle nach den streng konservativen Vorstellungen richten, überwacht eine sogenannte "Religionspolizei" die Menschen. Kontrolliert werden vor allem die Einhaltung der Gebetszeiten, das Alkoholverbot, die Kleidung der Frauen und das Verhalten von Männern und Frauen. Wer sich nicht an die Regeln hält, kann ohne weiteres verhaftet werden.
Was spricht man in Saudi-Arabien?
Arabisch ist die Amtssprache im Land. Als Handelssprache dient Englisch, das an den Schulen auch unterrichtet wird. So beherrschen viele Menschen in Saudi-Arabien Englisch.

