Saudi-Arabien
Die Wirtschaft in Saudi-Arabien – Wie reich ist das Land wirklich?
Saudi-Arabien gilt als größte Volkswirtschaft im arabischen Raum. Das Land gehört zu den wirtschaftlich stärksten Staaten im Nahen Osten. Reich wurde es vor allem durch sein Erdöl. Mit aus diesem Grund stehen auch immer wieder Politiker aus allen Regionen der Welt vor den Türen Saudi-Arabiens, um Geschäfte zu machen.
Erdöl – Der wichtigste Reichtum des Landes
Saudi-Arabien ist einer der größten Erdölproduzenten der Welt und zeitweise sogar der größte Exporteur von Rohöl. 17 Prozent der weltweit bekannten Erdölreserven liegen in Saudi-Arabien. Früher waren es noch sehr viel mehr.
Neben Erdöl gibt es auch Erdgas sowie Bodenschätze wie Gold, Phosphate und Bauxit. Erdöl bleibt jedoch weiterhin die wichtigste Einnahmequelle des Landes. Ein großer Teil der Staatseinnahmen stammt direkt oder indirekt aus dem Ölgeschäft.
Große Industriezentren
Das geförderte Erdöl wird nicht nur exportiert, sondern auch im Land weiterverarbeitet – etwa zu Treibstoffen oder chemischen Produkten. Dafür entstanden riesige Industrieanlagen, zum Beispiel in Jubail oder Yanbu. Diese Industrie brachte dem Staat jahrzehntelang hohe Einnahmen. Mit dem Geld wurden Straßen, Schulen, Krankenhäuser und moderne Städte gebaut.
Gibt es Steuern in Saudi-Arabien?
Früher mussten die meisten Saudis keine Einkommensteuer zahlen. Auch viele Leistungen wie Benzin, Wasser oder Strom waren stark subventioniert. Das hat sich inzwischen geändert:
- Seit 2018 gibt es eine Mehrwertsteuer.
- 2020 wurde sie von 5 Prozent auf 15 Prozent erhöht.
- Eine Einkommensteuer für saudische Staatsbürger gibt es weiterhin nicht.
- Unternehmen zahlen jedoch Steuern.
Der Grund für diese Änderungen: Die Ölpreise schwanken stark. Wenn sie fallen, verdient der Staat weniger Geld. Deshalb versucht Saudi-Arabien, unabhängiger vom Öl zu werden.
Reformen: Vision 2030
Ein wichtiges Reformprogramm heißt „Vision 2030“. Damit will Saudi-Arabien neue Wirtschaftsbereiche aufbauen, zum Beispiel:
- Tourismus
- Technologie
- erneuerbare Energien
- Unterhaltungsindustrie
Große Projekte wie die Planstadt NEOM gehören zu diesen Plänen.
Arbeitsmarkt: Junge Menschen und Frauen
Saudi-Arabien hat eine sehr junge Bevölkerung. Die Jugendarbeitslosigkeit ist weiterhin hoch, aber nicht mehr so hoch wie vor einigen Jahren. Sie schwankt je nach Jahr und liegt zuletzt bei etwa 16 bis 20 Prozent.
Früher arbeiteten sehr viele Saudis im Staatsdienst. Der Anteil ist inzwischen gesunken und liegt deutlich unter den früher genannten 65 Prozent. Immer mehr Menschen arbeiten im privaten Sektor.
Auch die Rolle der Frauen hat sich im letzten Jahrzehnt in Saudi-Arabien verändert: Heute arbeiten deutlich mehr Frauen als noch vor zehn Jahren. Ihre Erwerbsquote ist in diesem Zeitraum von unter 20 Prozent auf über 35 Prozent gestiegen. Frauen dürfen inzwischen auch Auto fahren und viele Berufe ausüben, die früher nur Männern offenstanden.
Benzinpreise und Subventionen
Früher war Benzin extrem billig. 2015 kostete ein Liter nur wenige Cent. Inzwischen wurden die Preise mehrfach angepasst. Trotzdem sind Kraftstoffe im internationalen Vergleich weiterhin günstig.
| Wirtschaftsdaten | Saudi-Arabien (2025) |
|---|---|
| Größte Einnahmequelle | Erdöl und Erdgas |
| Mehrwertsteuer | 15 % |
| Jugendarbeitslosigkeit | ca. 16–20 % |
| Wirtschaftsreform | Vision 2030 |
Frag doch mal!
Warum ist Saudi-Arabien so reich?
Vor allem wegen seiner großen Erdölvorkommen.
Müssen Menschen in Saudi-Arabien Steuern zahlen?
Es gibt keine Einkommensteuer für Staatsbürger, aber seit 2018 eine Mehrwertsteuer von 15 Prozent.
Was ist die Vision 2030?
Ein Reformplan, mit dem Saudi-Arabien unabhängiger vom Öl werden möchte.
Warum ist die Jugendarbeitslosigkeit ein Problem?
Weil viele junge Menschen Arbeit suchen. Neue Wirtschaftsbereiche sollen mehr Jobs schaffen.
Wird Saudi-Arabien immer vom Erdöl leben?
Das ist das Ziel gerade nicht. Das Land versucht, neue Einnahmequellen zu entwickeln.


