Singapur
Sauberkeit hat ihren Preis
Wenn du mal nach Singapur reist, wird dir wahrscheinlich auffallen, wie sauber die Stadt ist. Das hat mit den strengen Regeln für Sauberkeit zu tun.
Denn wer in Singapur an öffentlichen Plätzen oder in der U-Bahn ein Taschentuch auf den Boden fallen lässt, muss bis zu 2000 Singapur-Dollar, das sind etwa 1400 Euro Strafe zahlen! Beim zweiten Mal können es bis zu 4.000 Singapur-Dollar sein. Außerdem kann man zu sogenannten „Corrective Work Orders“ verpflichtet werden. Das bedeutet: Man muss in einer auffälligen Weste öffentliche Flächen reinigen. Von da an ist man als Straftäter gelistet.
Kaugummi – fast ganz verboten
Oft hört man: „In Singapur ist Kaugummi verboten.“ Ganz stimmt das nicht mehr. Seit 2004 darf medizinischer Kaugummi in Apotheken verkauft werden. Man braucht dafür einen Ausweis, aber kein klassisches ärztliches Rezept mehr. Normales Kaugummi darf jedoch weiterhin nicht einfach verkauft oder eingeführt werden. Der Grund: Früher klebten viele Menschen ihren Kaugummi einfach unter Tische oder auf den Boden.
Essen und Trinken in öffentlichen Verkehrsmitteln?
In öffentlichen Verkehrsmitteln darf man weder essen noch trinken - nicht einmal Wasser solltest du zu dir nehmen! Wer sich widersetzt und erwischt wird, muss ebenfalls zahlen, und auch hier nicht allzu knapp. Zwischen umgerechnet 340 Euro kostet das Vergehen.
Harte Strafen und strenge Regeln
So richtig schlimm werden Menschen in Singapur bestraft, wenn sie Graffitis malen. Auch als Ausländer hat man keine Gnade zu erwarten, wenn man gegen die bestehenden Gesetze verstößt. So geschah es, dass zwei Graffiti-Sprayer im März 2015 zu neun Monaten Haft und drei Stockschlägen verurteilt wurden, weil sie Graffitis gesprüht hatten.
Das war ein hartes Urteil, aber die Richter wollten wohl mit diesem Urteil Nachahmer abschrecken. Obwohl die beiden, die erst Anfang 20 waren, tiefe Reue zeigten, ließen sich weder Richter noch Staatsanwalt beeindrucken. Der Richter verurteilte die beiden zu dieser harten Strafe. Wenn du also durch Singapur läufst und hier nirgendwo an der Wand Graffitis entdeckst, musst du dich nicht wundern, warum es hier keine gibt.
Lügen verboten und Rezeptpflicht für Kaugummi
Wer in Singapur lügt und wenn diese Lüge bewiesen wird, kann der Lügner hart bestraft werden. Lügen ist in Singapur mit dem Tatbestand Betrug gleichgesetzt und wird mit Stockschlägen bestraft.
Auf dem Foto siehst du noch einmal das offizielle Kaugummi-Verbot in Singapur auf einem Schild.
Die höchste Millionärsdichte
Nirgendwo ist es so einfach, ein Unternehmen zu gründen wie in Singapur Es gibt wenig Bürokratie und fast keine Steuern. Der Inselstaat lockt mit Wohlstand. Tatsächlich zeichnet sich Singapur sogar als Land mit der höchsten Millionärsdichte aus.
Dieser Begriff beschreibt den Anteil an Millionären in einer Gruppe von Menschen, hier in der Bevölkerung Singapurs. Millionäre hat Singapur also so einige. Man schätzt, dass jeder sechste Haushalt ein Vermögen von über einer Million US-Dollar besitzt.
Warum gibt es so viele Millionäre in Singapur?
Das hat mehrere Gründe. Singapur ist ein wichtiges Zentrum für Banken, Handel und Technologie. Außerdem ziehen die vergleichsweise niedrigen Steuern und die stabile Wirtschaft reiche Unternehmer und Investoren an. Gleichzeitig sind allerdings auch die Lebenshaltungskosten und Immobilienpreise sehr hoch.
Trotz des großen Wohlstands leben nicht alle Menschen in Singapur im Luxus. Wie in vielen reichen Ländern gibt es auch hier Unterschiede zwischen sehr wohlhabenden und weniger wohlhabenden Haushalten.
Die Todesstrafe gibt es noch
In Singapur gibt es die Todesstrafe und sie wird auch noch ausgeführt. Das ist zwar noch in vielen anderen Staaten der Welt so, doch ist Singapur immer noch ein besonderer Fall. Denn viele Staaten, die heute noch die Todesstrafe anwenden, gelten als rückschrittlich und sind oftmals sehr arm.
In Singapur stellt die barbarische Todesstrafe einen auffälligen Gegensatz zu der Modernität und dem Reichtum des Landes dar. Besonders hart werden auch Drogenschmuggler bestraft, die Drogen ins Land bringen oder ausführen. Auch diese erwartet im schlimmsten Fall die Todesstrafe. Doch wie du vielleicht weißt, gibt es auch in den USA die Todesstrafe noch.
Mittlerweile kann die Todesstrafe auch in eine lebenslange Haftzeit umgewandelt werden. Es gibt auch Richter die dieses Strafmaß anwenden und von der Todesstrafe absehen. Möglich ist sie allerdings immer noch.
Häufige Fragen zu Singapurs strengen Gesetzen
Warum ist Singapur so sauber?
Weil es sehr hohe Geldstrafen für Müll, Vandalismus und andere Regelverstöße gibt. Außerdem kontrollieren Behörden regelmäßig öffentliche Plätze.
Ist Kaugummi in Singapur komplett verboten?
Nein. Medizinischer Kaugummi ist erlaubt, normales Kaugummi darf aber nicht frei verkauft oder eingeführt werden.
Darf man in der U-Bahn in Singapur trinken?
Nein, Essen und Trinken – auch Wasser – sind in öffentlichen Verkehrsmitteln verboten.
Gibt es in Singapur wirklich noch die Todesstrafe?
Ja, sie existiert weiterhin und wird vor allem bei schweren Drogendelikten angewendet.
Warum sind Graffiti in Singapur so selten?
Weil Sachbeschädigung sehr streng bestraft wird – mit Geldstrafen, Gefängnis und in manchen Fällen sogar mit Stockschlägen.