Singapur
Armut in Singapur – Wie kann es das in einem reichen Land geben?
Singapur gehört zu den reichsten Ländern der Welt. Viele Menschen verdienen gut, die Stadt ist modern und glänzt mit Wolkenkratzern und Luxusgeschäften. Doch auch hier gibt es Familien, die jeden Dollar zweimal umdrehen müssen.
Wie passt das zusammen?
Reiches Land – aber nicht alle sind reich
Singapur hat rund 5,9 Millionen Einwohner. Das durchschnittliche Einkommen ist hoch. Doch „Durchschnitt“ bedeutet nicht, dass alle gleich viel verdienen. Manche Menschen arbeiten in einfachen Berufen, zum Beispiel als Reinigungskraft, Verkäuferin oder Bauarbeiter. Die Mieten und Lebenshaltungskosten in Singapur sind jedoch sehr teuer. Deshalb bleibt manchen Familien am Monatsende nur wenig Geld übrig.
Man spricht hier oft nicht von „Armut“ wie in sehr armen Ländern, sondern von relativer Armut. Das bedeutet: Menschen haben weniger als die meisten anderen im Land – auch wenn sie nicht hungern müssen.
Food from the Heart – Hilfe für Familien
Ein wichtiges Hilfsprojekt in Singapur ist die Organisation Food from the Heart. Sie wurde 2003 gegründet und hilft Menschen, die sich Lebensmittel nur schwer leisten können.
Die Organisation sammelt überschüssige Lebensmittel von Supermärkten, Firmen und Spendern. Diese werden sortiert und an bedürftige Familien verteilt.
Besonders bekannt ist das „School Goodie Bag“-Programm. Dabei bekommen Kinder aus einkommensschwachen Familien regelmäßig Lebensmittelpakete. So soll sichergestellt werden, dass sie genug zu essen haben und sich gut auf die Schule konzentrieren können.
Wusstest du das?
In Singapur gibt es keine offizielle Armutsgrenze wie in manchen anderen Ländern. Stattdessen wird oft vom „unteren Einkommensbereich“ gesprochen. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 10 bis 14 Prozent der Haushalte mit vergleichsweise geringem Einkommen leben.
Warum gibt es Armut in Singapur?
Das hat mehrere Gründe:
- Die Lebenshaltungskosten sind hoch.
- Wohnungen sind teuer.
- Manche Menschen verdienen nur geringe Löhne.
- Ältere Menschen haben manchmal keine ausreichende Rente.
Auch Alleinerziehende oder Familien mit vielen Kindern haben es manchmal schwer.
Gleichzeitig gibt es in Singapur staatliche Hilfen und viele gemeinnützige Organisationen, die unterstützen.
Helfen in einem reichen Land – warum ist das wichtig?
Man denkt oft: In einem reichen Land brauchen Menschen keine Hilfe. Doch das stimmt nicht. Auch dort können Menschen krank werden, ihren Job verlieren oder zu wenig verdienen.
Hilfsorganisationen wie Food from the Heart zeigen, dass Zusammenhalt wichtig ist – egal wie reich ein Land ist.