Costa Ricas Flagge Costa Rica

Typisch Costa Rica!

Costa Rica ist bei uns vor allem wegen seines naturnahen Tourismus bekannt. Das Land setzt seit Jahren auf Nachhaltigkeit beim Reisen. Und nicht nur dort: Man versucht, den Regenwald zu schützen und baut zum Beispiel auch nachhaltig. Vielleicht denken wir aber auch an Regenwald, Faultiere oder Vulkane, wenn wir überlegen, was typisch ist für Costa Rica.

Aber was ist noch besonders in Costa Rica? Neben dem tropischem Klima und der Lage zwischen zwei Ozeanen - dem Pazifik und dem Atlantik - ist das natürlich auch die Kultur von Costa Rica. Dazu gehört auch das Motto Pura Vida, dem wir hier einen eigenen Artikel widmen.

Kaffee und Kaffeewagen

Kaffee ist schon sehr lange wichtig für Costa Rica. Schon kurz nach der Unabhängigkeit des Landes war Kaffee eine der wichtigsten Einnahmequellen. Viele Menschen haben Kaffee angebaut, und dadurch hat sich das Land stark entwickelt. Der Kaffee hat auch die Menschen und ihre Kultur beeinflusst. Es gibt viele Bilder, Zeichen und Geschichten über Kaffee. Auch heute sieht man Kaffee überall in Costa Rica: in Bildern, in Handwerksarbeiten, in Festen und in der Popkultur.

Man sieht Kaffee also in vielen Zeichen und Bildern, die für Costa Rica typisch sind. Dazu gehören vor allem die bunt bemalten Ochsenkarren. Diese Karren (carretas) aus Holz werden besonders farbenfroh bemalt, etwa mit geometrischen Figuren, Linien, Kurven, Blumen, Tieren oder Landschaften. Typische Farben sind Orange, Weiß und Rot. Seit 1989 gilt der Ochsenkarren als nationales Symbol Costa Ricas. Die Tradition der Karrenbemalung wurde 2005 von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt. Die Kunst der Kaffeewagen ist mehr als drei Jahrhunderte alt. Man transportierte früher mit den Karren die Kaffeesäcke aus dem zentralen Hochland zum Hafen. Auch Holz wird mit ihnen befördert. Kaffeeholz wird wegen seiner Flammen und seines Duftes geschätzt. Es wird beim Beschneiden und Verjüngen der Kaffeepflanzen in den Kaffeeplantagen gewonnen.
 

Traditionelle Kleidung: Tracht in Costa Rica

Die Tracht wird in Costa Rica gerne an Festen oder Feiertagen getragen. Je nach Region sieht diese traditionelle Kleidung etwas anders aus. Frauen tragen meistens eine weiße Bluse mit Rüschen und farbigen Borten sowie einen weiten, knöchellangen Rock in leuchtenden Farben. Sie tragen dazu Ledersandalen und Ohrringe und schmücken ihre Köpfe mit Zöpfen, Bändern und Blumen, vorzugsweise der Guaria morada, der Nationalblume.

Männer tragen einen Hut mit schmaler Krempe, der aus weißem Stoff, Filz oder Stroh gefertigt sein kann. Er heißt Chonete. Sie tragen ein rotes oder blaues Halstuch, das mit Motiven verziert ist. Das Hemd ist weiß oder hellfarbig und sie tragen dazu lange Hosen. Ein Stoffgürtel dient als Bindegürtel. Sie können auch Satteltaschen und eine Machete mit sich führen.
 

Bräuche der indigenen Bevölkerung

Zur Kultur von Costa Rica gehören natürlich auch Traditionen der indigenen Bevölkerung. Das sind Bräuche und Handwerkstechniken etwa der Boruca. Sie sind bekannt für ihre Maskenschnitzerei. Die Masken werden von Kunsthandwerkern aus Holz geschnitzt, und zwar für das Fest “Spiel der kleinen Teufel” (El juego de los diablitos). Das Fest findet am Jahresende im Ort Rey Curré im Südwesten von Costa Rica statt. Die Motive der Masken zeigen menschliche Gesichter mit grotesken Zügen oder Tiere, oft mit Hörnern, Zähnen und herausgestreckten Zungen, die an einen Teufel erinnern. 

Religiöse Feste zeugen oft von der Verschmelzung indigener Glaubensvorstellungen mit katholischer Tradition. Der “Tanz der kleinen Stute” (Danza de la Yegüita) in Nicoya ist ein Beispiel dafür. Er wird zu Ehren der Jungfrau von Guadalupe gefeiert.

Die Indigenen haben auch ihre eigene traditionelle Kleidung. So tragen etwa Guaymí-Frauen aus dem Süden des Landes Kleidung, die aus kleinen Quadraten aus leuchtend farbigem Stoff gewebt ist. Die Fischer von Puntarenas tragen weiße Kleidung und oft Netze. Die traditionelle Tracht von Limón zeigt afrokaribische und britische Einflüsse: weiße Handschuhe, Baskenmütze, Weste, Baumwollhemd und Lackschuhe für Männer sowie ein farbenfroh gemusterter Rock oder ein Turban für Frauen.

Maskerade - Mascarada in Costa Rica

Eine lange Tradition hat auch die Maskerade in Costa Rica - die Mascarada. Sie gehört inzwischen sogar zu den nationalen Symbolen des Landes. Für die Mascarada werden Masken aus Ton und Papier angefertigt. Sie stellen Figuren aller Art dar. Eine Besonderheit sind die Giganten, also besonders große Figuren.

Die Figuren, die Mantudos, ziehen während verschiedener Volksfeste und religiöser Feierlichkeiten durch die Straßen der Städte. Sie jagen die Besucher und tanzen zur Musik von Cimarrona-Bands. An jedem Häuserblock spielen die Cimarronas Fanfaren, zu denen die Masken tanzen, während sich die Menschenmengen um sie versammeln. Diese Kapellen bestehen aus Blas- und Schlaginstrumenten, hauptsächlich sind das Saxophon, Trompete, Posaune, Klarinette, Tuba, Snare Drum, Bass Drum und Becken.

Die erste offiziell gegründete Cimarrona existierte ab 1875 in Santo Domingo de Heredia und war damals als Vicente-López-Philharmonie bekannt.

Spanische Bräuche mit großköpfigen Figuren mischten sich hier mit regionalen Einflüssen wie den Masken der Boruca (siehe oben). Zum Nationalen Tag der Maskerade wurde der 31. Oktober erklärt.

Musik in Costa Rica

Auch typische Musik gibt es in Costa Rica. Sie ist eng verbunden mit dazu gehörigen Tänzen. Einflüsse kommen aus der karibischen, lateinamerikanischen und indigenen Kultur. Als typisches Instrument gilt die Marimba, eine Art Xylophon. Die Marimba gilt sogar als Nationalsymbol des Landes. Außerdem nutzt man die Quijongo. Dieses Instrument ist ein Bogen, der mit einer Schnur gespannt wird und an dem ein Kürbis hängt. Unten findest du ein Video dazu.

Zu den bekanntesten Musikrichtungen zählt der Punto Guanacasteco, der zum Nationaltanz erklärt wurde. Im zentralen Hochland ist der Tambito beliebt. Der Limón Calypso, ein afrokaribischer Rhythmus, wurde zum nationalen Kulturerbe erklärt. Lieder wie Caña Dulce und Guaria Morada gelten als nationale Hymnen.
 

So klingt die Quijongo!

Fußball in Costa Rica

Fußball ist wohl die beliebteste Sportart in Costa Rica. Seit 1990 konnte die Nationalmannschaft der Männer bisher fünf Mal an der Weltmeisterschaft teilnehmen. Einmal erreichten sie das Achtelfinale (1990), einmal sogar das Viertelfinale (2014).

Feste und Feiertage in Costa Rica

Gefeiert wird natürlich auch in Costa Rica! Zu den christlichen Feiertagen gehören Ostern und Weihnachten. Auch Neujahr und der 1. Mai als Tag der Arbeit sind Feiertage wie bei uns. Muttertag feiert man hier jedoch am 15. August. Ebenfalls frei ist der Tag der Unabhängigkeit am 15. September.

Zu den wichtigsten katholischen Festen zählt die Romería (Wallfahrt) nach Cartago am 2. August zur Basilika de Nuestra Señora de los Ángeles, der Schutzpatronin Costa Ricas. Im Zusammenhang mit diesem Fest findet im September die traditionelle Prozession der La Negrita statt.

Es gibt auch mehrere Feste mit historischem Hintergrund. So feiert man am 20. März und am 11. April zwei Siege über den US-Amerikaner William Walker, der 1856 versucht hatte, Costa Rica zu erobern. Am 1. Dezember wird die Abschaffung der Armee von 1948 gefeiert.

Außerdem wird natürlich auch Karneval in Costa Rica gefeiert. Mitte Oktober wird in Puerto Limón ann der Karibikküste eine Woche lang gefeiert. In Puntarenas am Pazifik geht es hingegen im Februar bunt zu.

Gehe auch zu Essen in Costa Rica oder Weihnachten in Costa Rica! Dort findest du noch mehr Typisches!

letzte Aktualisierung am 09.02.2026