Guatemalas Flagge Guatemala

Wirtschaft in Guatemala

Guatemala ist ein armes Land. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist arm. 10 Prozent der Menschen leben sogar in extremer Armut. Sie haben pro Tag nur 2,15 Dollar zum Leben zur Verfügung. Unter der indigenen Bevölkerung beträgt dieser Wert sogar 22 Prozent. Schaut man die nationale Armutsgrenze an, sind sogar 56 Prozent der Einwohner von Armut betroffen, unter den Indigenen 79 Prozent! Fast die Hälfte der Kinder in Guatemala ist unterernährt.

Korruption und die ungleiche Verteilung der Einkommen (wenige Reiche, viele Arme) sind ebenso ein Problem wie die Maquila-Wirtschaft (siehe unten) und das niedrige Steueraufkommen. Weil die Steuereinnahmen so niedrig sind, gibt es kaum Investitionen.

Guatemala hat einen der niedrigsten Werte bei Steuereinnahmen weltweit. 2023 lag er bei 12 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Den gleichen Wert erreichen allein die Geldsendungen von Guatemalteken, die im Ausland wohnen und ihren Verwandten zu Hause Geld überweisen.

Was ist Kardamom?

Kardamom ist ein Gewürz. Ursprünglich stammt er aus Asien. Weil man in Guatemala weniger abhängig von den Preisen für Kaffee und Zucker sein wollte, wurde seit den 1970er Jahren der Anbau von Kardamom gefördert. Guatemala ist einer der weltgrößten Produzenten von Kardamom - in manchen Jahren auch der größte. Mehr als 40 Prozent der Weltproduktion kommen von hier. Allerdings ist die Produktion anfällig, nämlich durch Schädlinge und das Klima.

Landwirtschaft in Guatemala

Die Landwirtschaft erwirtschaftet nur rund 10 Prozent der Einnahmen des Landes (des Bruttoinlandsprodukts), obwohl 30 Prozent in diesem Bereich arbeiten. Für den Verkauf ins Ausland, also den Export, werden Kaffee, Bananen, Zuckerrohr und Kardamom in großen Plantagen angebaut. Diese Plantagen gehören wenigen reichen Gutsbesitzern.

Die Mehrheit der bäuerlichen Bevölkerung aber baut auf kleinen Feldern für den eigenen Bedarf an - Mais, Bohnen, Reis und Früchte. Nur das, was man selbst nicht benötigt, wird dann auf dem Markt oder einem Stand an der Straße verkauft.

Die Industrie in Guatemala

In der Industrie spielen die Maquila-Betriebe (Maquiladoras) eine große Rolle. Von Mexiko (siehe Mexiko Wirtschaft) haben sie sich nach Süden ausgebreitet. In diesen Betrieben werden importierte Einzelteile zu fertigen Waren zusammengebaut. Das können Kleidungsstücke sein, aber auch Maschinen oder Autos. In Guatemala sind es aber vor allem Textilien, die hier - vorwiegend von Frauen - zusammengenäht werden. Unter den Einnahmen aus dem Export machen Kleidungsstücke allein 14 Prozent aus.

Die fertigen Waren verkauft man wieder ins Ausland, exportiert sie also. Die Maquila-Betriebe bieten zwar Arbeit und befreien viele Menschen aus der Arbeitslosigkeit. Allerdings zahlen sie oft sehr wenig Lohn und die Leute müssen schwer schuften, oft 12 Stunden am Tag, und sie haben keine Arbeitsrechte. Viele Maquila-Betriebe gehören Koreanern. Die fertigen Waren werden vor allem in die USA exportiert.

Weitere Industriebetriebe verarbeiten Zucker, Rohöl und Metalle. Guatemalas Wirtschaft ist auf den Export ausgerichtet. Neben Kaffee, Bananen und Zucker werden vor allem Baumwolle, Kautschuk und Erdöl exportiert. An Rohstoffen und Bodenschätzen werden in Bergwerken Gold, Zink, Kobalt und Nickel gefördert. Haupt-Handelspartner sind die USA. Weil der Bedarf an Biokraftstoffen wächst, werden seit 2013 vermehrt Zuckerrohr und Palmöl für diese Zwecke angebaut.

Die Industrie erwirtschaftet rund 21 Prozent der Einnahmen des Staates. Etwa ebenso viele Menschen arbeiten in diesem Bereich (20 Prozent).
 

Dienstleistungen

Den größten Teil der Einnahmen des Staates machen aber die Dienstleistungen aus, nämlich rund 65 Prozent (bei etwa 50 Prozent der arbeitenden Bevölkerung).

Hierzu gehört auch der Tourismus, der langsam an Bedeutung gewinnt. 2023 kamen 2,02 Millionen Touristen nach Guatemala. Sehr beliebt ist der Besuch von Tikal, einer Maya-Stätte.

Energie wird vor allem aus Wasserkraftwerken bezogen.

letzte Aktualisierung am 28.02.2026