Was sind die Folgen des Klimawandels – und warum ist er so gefährlich?
Ein Grad mehr oder weniger – ist das wirklich so schlimm? Ja, das ist es! Schon ein Temperaturanstieg von 1 bis 2 Grad Celsius hat große Auswirkungen auf das Leben auf der Erde. Denn der Klimawandel verändert das Wetter, lässt Gletscher schmelzen, Meere steigen und bringt viele Menschen in Not.
Wassermangel und steigende Meeresspiegel
In einer Welt, die sich um 2 Grad erwärmt, könnten 40 von 100 Menschen unter Wassermangel leiden. Gleichzeitig steigt der Meeresspiegel – und bedroht viele Städte und Inselstaaten. Besonders betroffen sind Länder wie:
- Vanuatu, Kiribati, die Marshallinseln
- Küstenstädte wie Bangkok, Amsterdam, Venedig, Bremen oder Hamburg
Wenn Eis schmilzt, steigt das Wasser – und viele Orte könnten unbewohnbar werden.
Dürre und Überschwemmung – wie passt das zusammen?
Der Klimawandel bringt mehr Extremwetter: lange Trockenzeiten und dann plötzliche Starkregen. In trockenen Regionen kann der Boden das Wasser nicht mehr aufnehmen – es kommt zu Überschwemmungen.
In vielen armen Ländern bedeutet das: keine Ernte, kein Essen – Hunger. Aber auch bei uns in Deutschland gibt es immer häufiger Überschwemmungen, z. B. an der Ahr (2021) oder in Schleswig-Holstein (2023). Nicht alle Katastrophen entstehen direkt durch den Klimawandel – aber sie werden häufiger und stärker.
Was sind Gletscher?
Ein Gletscher besteht aus gepresstem Eis und Schnee, die sich über die Jahre hinweg ansammeln. Es handelt sich um eine Eismasse, die sich ganz ganz langsam bewegt. 75% unseres Süßwassers weltweit hängt von den Gletschern ab. Ein Gletscher entsteht nur dann, wenn aufs Jahr gesehen mehr Schnee übrig bleibt als es schmilzt. Doch wie das Eis auf den Meeren, schmelzen auch die Gletscher aufgrund der Erwärmung der Erde. Denn Wärme lässt Schnee und Eis schmelzen.
Eisschmelze, Gletscher und Permafrost – warum ist das ein Problem?
In den Polarregionen zeigen sich die Folgen des Klimawandels besonders deutlich:
- Die Eisflächen am Nordpol sind heute nur noch halb so groß wie vor 30 Jahren.
- Die Gletscher weltweit könnten bis 2100 zur Hälfte verschwinden – selbst bei einem Temperaturanstieg von nur 1,5 Grad!
- Beim Auftauen des Permafrostbodens entweichen große Mengen CO₂ und Methan – und das verstärkt den Klimawandel weiter.
Was ist Permafrostboden?
Ein Permafrostboden ist permanent - das ganze Jahr über - gefroren. Manchmal hörst du auch die Bezeichnung “Permafrost”. Es handelt sich hierbei um einen sehr harten Boden, auf den auch Häuser oder Straßen gebaut werden. Solange dieser fest bleibt, ist das kein Problem. Und zu finden ist er in extrem kalten Regionen wie in der Arktis und in der Antarktis. Der Boden kann bis zu 1,5 Kilometer dick sein, aber auch nur wenige Meter. Wenn dieser nun auftaut, hat dies erhebliche Folgen für die Umwelt.
Hurrikan oder Taifun oder Zyklon?
Alle drei sind tropische Stürme mit hoher Zerstörungskraft. Typisch ist, dass sie in tropischen Regionen auftreten. Deshalb gibt es sie bei uns hier nicht. Im Atlantik heißen sie Hurrikane, im Pazifik Taifun und im nördlichen Indischen Ozean Zyklone. Oftmals findest du nur den Begriff “Hurrikan”, quasi stellvertretend für “starken Sturm”. Da der Atlantik uns regional näher ist, hören wir auch mehr von Hurrikanen. Wie ein solcher Hurrikan funktioniert, wissen wir, wie genau er nun entsteht, ist noch nicht ausreichend geklärt.
Stürme, Hurrikane und Waldbrände – immer schlimmer?
Wir kennen Naturkatastrophen schon lange. Doch sie werden häufiger und heftiger:
- Hurrikane, Taifune und Zyklone entstehen in warmen Meeren. Durch die Erderwärmung gibt es mehr Energie für solche Stürme.
- Die Zahl der stärksten Hurrikane (Kategorie 4 und 5) hat sich seit den 1970ern verdoppelt.
- Waldbrände nehmen zu – sie zerstören Wälder, die CO₂ speichern, und setzen dabei neues CO₂ frei.
Wirtschaftsflüchtling?
Dieser Begriff wird oft abwertend verwendet. Hier fasst man flüchtende Menschen zusammen, die nur deshalb fliehen, weil sie ihre Heimat aufgrund einer schlechten wirtschaftlichen Situation verlassen. Andere Flüchtlinge fliehen, weil es Krieg gibt oder sie politisch verfolgt werden. Das wären dann so genannte “politische Flüchtlinge”. Doch auch diejenigen, die aus wirtschaftlicher Not fliehen, verlassen ihre Heimat nicht aus Spaß, sondern weil sie auf der Suche nach einer besseren Zukunft für sich selbst und vor allem für ihre Kinder sind.
Folgen für Menschen: Armut, Hunger, Flucht und Konflikte
Der Klimawandel trifft nicht alle gleich: Besonders arme Länder im globalen Süden leiden am meisten – obwohl sie kaum etwas zur Erderwärmung beigetragen haben.
- Ernteausfälle führen zu Hunger.
- Viele Menschen verlieren ihre Lebensgrundlage – sie werden zu Klimaflüchtlingen.
- Die meisten fliehen in Nachbarländer, nicht nach Europa.
- Spannungen, Konflikte und sogar Kriege können entstehen, wenn Menschen um knappe Ressourcen kämpfen.
Fragen zu den Folgen des Klimawandels
Warum ist der Klimawandel gefährlich für Menschen?
Weil er Lebensräume zerstört, Ernten vernichtet, Krankheiten fördert und das Leben vieler Menschen bedroht – besonders der ärmeren.
Wieso gibt es gleichzeitig Dürre und Überschwemmungen?
Weil trockene Böden kein Wasser mehr aufnehmen können. Wenn es dann stark regnet, kommt es zu Überschwemmungen.
Was passiert, wenn Gletscher schmelzen?
Das Wasser fließt in die Meere – der Meeresspiegel steigt. Küstenstädte und Inseln sind in Gefahr.
Warum müssen Menschen wegen des Klimas fliehen?
Weil sie ihre Lebensgrundlage verlieren – durch Dürre, Hunger, Überschwemmung oder Sturm.
Sind starke Hurrikane eine Folge des Klimawandels?
Ja, sie werden häufiger und stärker – auch wenn die genaue Entstehung noch erforscht wird.
In diesem Video der Deutschen Welle werden Folgen des Klimawandels, aber auch die Hemmnisse des Kampfs gegen den Klimawandel dargestellt. [Stand 2023]















