Burkina Faso
Was ist typisch für Burkina Faso?
In Burkina Faso leben rund 60 Volksgruppen. Da die Mossi den größten Anteil an der Bevölkerung haben, prägen ihre Bräuche das Leben im Land besonders, vor allem in ihrem Lebensraum, der Mitte des Landes.
Aber auch alle anderen Volksgruppen bringen ihre eigene Kultur und eigene Traditionen mit. Es gibt typisches Kunsthandwerk und traditionelle Musik, besondere Feste und natürlich auch typisches Essen und typische Tiere!
Faso Dan Fani
Faso Dan Fani ist der Name von Baumwollstoffen aus Burkina Faso. Er wird handgewebt auf Webstühlen. Typisch sind vor allem Muster aus Streifen, aber auch aus Karos oder anderen symmetrischen Mustern. Gewebt werden schmale Stoffstreifen, die man dann zusammennäht. Der Stoff wird entweder als Lendenschurz getragen oder in Kleidungsstücken vernäht, wie Kleider oder Hemden. Als Farben werden Rot, Weiß und Schwarz häufig verwendet, aber es gibt auch Stoffe in Grün, Gelb oder Blau.
Traditionell wird er von mehreren Ethnien hergestellt, darunter den Mossi, den Gurma und den Bobo. Traditionell drehen und färben Frauen die Baumwolle, während die Männer das Weben übernehmen. Inzwischen beteiligen sich aber auch viele Frauen am Weben.
Der Name Faso Dan Fani bedeutet wörtlich “gewebter Lendenschurz des Vaterlandes”. Es stammt aus der Dioula-Sprache, eine der Sprachen, die häufig in Burkina Faso gesprochen werden. Faso ist ja auch Teil des Landesnamens und bedeutet “Vaterland”.
Als Thomas Sankara 1983 Präsident des Landes wurde, förderte er die Produktion der Faso Dan Fani. So ordnete er auch an, dass staatliche Beamte die Kleidung aus den Stoffen tragen sollten. Seit 2021 werden die Stoffe mit einem Etikett versehen, das ihre Echtheit garantiert.
Maskenfestival in Burkina Faso
Berühmt ist auch das Maskenfestival FESTIMA. Das ist die Abkürzung für Festival des masques et des arts: Festival der Masken und Künste. Seit 1992 findet es alle zwei Jahre im Februar/März in Dédougou im Westen des Landes statt. Aus allen Regionen von Burkina Faso und auch aus benachbarten Ländern führen Menschen Maskentänze auf. Sie tragen Gesichtsmasken und Kostüme aus Blättern, Stroh, Rinde und Stoff und tanzen zu traditioneller Musik, vor allem zu Trommeln.
Auch bei einer Parade kann man die Masken bewundern. Die Masken werden auch vorgestellt. Da sich manche Masken nicht begegnen dürfen, treten sie nacheinander auf: vormittags die Fasermasken, nachmittags die Masken aus Blättern, Rinde oder Stroh und nachts die Tuchmasken. In Burkina Faso sollten die Masken traditionell das Dorf säubern.
Fahrradhähnchen
Was ist denn ein Fahrradhähnchen? So nennt man in Burkina Faso Hühner, die gegrillt auf Märkten verkauft werden. Häufig werden sie auf Fahrrädern oder Mopeds vom Dorf zum Markt transportiert. So entstand wohl der lustige Name, der jetzt aber eben auch die Rasse bezeichnet. Möglicherweise trägt das Huhn seinen Namen aber auch deshalb, weil sein Gang an den eines Radfahrers erinnert.
Das Fahrradhühnchen wird in Freilandhaltung aufgezogen. Es ernährt sich von dem, was es im Freien findet, und kann sich frei bewegen. Das Fleisch gilt als schmackhafter und aromatischer als das von Hühnern aus intensiver Haltung.
Operndorf Afrika
Das Opernhaus Afrika ist ein Projekt, das der deutsche Künstler und Regisseur Christoph Schlingensief anstieß. Anders als man bei dem Begriff denkt, geht es hier nicht um Opernaufführungen. Vielmehr sollen an diesem Ort in Burkina Faso Kultur, Bildung und Gesundheit vereint werden. Das Operndorf soll zeigen, dass Kunst nicht nur in Opernhäusern stattfindet, sondern Teil des täglichen Lebens sein kann.
Seit 2010 entsteht das Dorf 30 Kilometer nordöstlich von Ouagadougou. Nach Schlingensiefs Tod im gleichen Jahr führt seine Witwe das Projekt fort. Es wurden schon eine Schule und eine Krankenstation sowie dazugehörige Gebäude errichtet. Das Festspielhaus steht noch nicht. Die unsichere Lage in Burkina Faso verzögert die Fertigstellung. Architekt des Operndorfes ist Francis Kéré (siehe unten).
Francis Kéré
Francis Kéré bzw. Diébédo Francis Kéré ist ein preisgekrönter Architekt. Er stammt aus Burkina Faso, lebt aber in Deutschland, seit er 20 Jahre alt ist. Er nutzt in seinen Bauten vor allem Naturstoffe wie Lehm, Holz, Stein und Sand, mit denen man traditionell in Afrika baut. Lehmhäuser haben aber den Nachteil, dass sie bei viel Regen, wie er in der Regenzeit fällt, schnell kaputtgehen. Kéré hat nun eine Lösung für dieses Problem gefunden, indem er dem Lehm ein bisschen Zement beimischt. Dadurch werden die Gebäude viel haltbarer.
Außerdem hat der Architekt ein besonders wirksames Kühlsystem entwickelt. Durch Luft, die durch Fenster und Innenhöfe strömt, auch durch durchlöcherte Wände, entsteht im Inneren eine angenehme Temperatur. Die Dächer haben ebenfalls eine bestimmte Form, die Luft fließen lässt.
Ein weiterer Vorteil ist, dass die Menschen vor Ort die Häuser selbst bauen und nicht Leute von anderen Kontinenten. So baut er kostengünstig, energiesparend und nachhaltig.
Kérés Gebäude entstehen nicht nur in Burkina Faso, sondern in vielen Ländern in Afrika und auch weltweit, zum Beispiel in Deutschland, den USA oder Brasilien. Im Bau befinden sich etwa das Las Vegas Museum of Art, das 2028 fertig werden soll, oder das Museum Ehrhardt in Mecklenburg-Vorpommern.
