Burkina Faso
Wirtschaft in Burkina Faso
Burkina Faso ist ein Agrarland. Das bedeutet, dass die meisten Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt sind. Industrie gibt es dagegen nur wenig.
Die wichtigsten Einnahmequellen für die Wirtschaft des Landes sind Gold und Baumwolle. Dadurch ist die Wirtschaft von Burkina Faso aber auch sehr abhängig von diesen Rohstoffen. Schwanken die Preise, können die Einnahmen steigen oder eben zurückgehen.
Burkina Faso ist ein armes Land. Gemessen wird das über den Human Development Index der Vereinten Nationen. Mit diesem Index wird der Wohlstand, also der Reichtum der Länder, weltweit gemessen. Burkina Faso ist auf dem 186. Platz von 193 Ländern.
Obwohl die Wirtschaft wächst, leiden die Einwohner unter Armut. 30 Prozent der Bevölkerung leiden unter extremer Armut. Mehr als 40 Prozent leben unterhalb der nationalen Armutsgrenze.
Dazu kommt, dass auch die Sicherheitslage angespannt ist. Es gibt bewaffnete Konflikte zwischen dem Militär, regierungsnahen Milizen und islamistischen Terrorgruppen. Auch das hemmt die Wirtschaft.
Die Einnahmen des Staates verteilen sich so: Die Landwirtschaft hat rund 20 Prozent Anteil daran, die Industrie 25 bis 30 Prozent und Dienstleistungen etwa 45 Prozent.
Baumwolle aus Burkina Faso
90 Prozent der Bevölkerung betreiben Landwirtschaft. Trotzdem wird nur ein Fünftel der Einnahmen über die Landwirtschaft eingebracht. Angebaut wird für den eigenen Verbrauch und vielleicht noch, um die kleine Ernte auf dem Markt zu verkaufen. Das nennt man Subsistenzwirtschaft.
Hirse, Mais und Reis gehören zu den Grundnahrungsmitteln. Im Süden des Landes werden auch Yams, Maniok und Zuckerrohr angebaut. Zuckerrohrplantagen befinden sich insbesondere rund um Banfora.
Der Anbau wird dadurch erschwert, dass in manchen Jahren nur wenig Regen fällt. Dann kommt es zu Dürren und die Pflanzen können nicht wachsen. Vor allem im sowieso schon trockeneren Norden des Landes kommt es dann zu Hungersnöten. Die Feldarbeit erfolgt überwiegend mit der Hacke.
Zum Verkauf ins Ausland werden Baumwolle, Sheanüsse und Erdnüsse angebaut. Baumwolle ist die Ware, die aus der Landwirtschaft die meisten Erlöse aus dem Export einbringt - viel mehr bringt jedoch Gold ein (siehe unten). Der Preis für Baumwolle schwankt zudem von Jahr zu Jahr stark. Sheanüsse, die Früchte des Karitébaums, nutzt man für Kosmetik.
An Nutztieren werden Hühner, Ziegen, Schafe und Rinder gehalten. Die Fulbe im Norden sind nomadisch lebende Rinderzüchter. Vieh und hier auch besonders Rinder werden ebenfalls in andere Länder, vorwiegend die Nachbarländer, verkauft. Ihr Anteil hat aber in den letzten Jahren abgenommen.
Gibt es Fabriken in Burkina Faso?
Die Industrie von Burkina Faso befindet sich vor allem in der Hauptstadt Ouagadougou, außerdem in Bobo-Dioulasso. Es gibt vor allem Fabriken für Lebensmittel, in Banfora auch eine Zuckerfabrik.
Ein Problem für Ansiedlung von Industrie sind auch fehlende Verkehrswege: Es gibt nur eine einzige Bahnlinie und die Straßen sind nur zu einem geringen Teil gepflastert.
Gold und andere Bodenschätze
Gold ist eines der wichtigsten Verkaufsgüter des Landes. Es gibt sechs große Goldminen und eine große Anzahl an kleinen. Die großen Goldminen werden von ausländischen Unternehmen betrieben, zum Beispiel die Essakane-Goldmine, die von der kanadischen Firma Iamgold betrieben wird. Ein großes Problem in vielen Goldminen ist, dass hier Kinder zur Arbeit gezwungen werden (→ Probleme der Kinder in Burkina Faso).
Gold sorgte 2019 für 77 Prozent der Export-Einnahmen. Seitdem hat das Land die Förderung weiter gesteigert. 2025 hatte Gold im vierten Quartal sogar einen Anteil von fast 97 Prozent der Einnahmen im Export. 2025 war überhaupt ein Rekordjahr mit einer Förderung von 94 Tonnen Gold. Burkina Faso gehört damit zu den 15 größten Förderern von Gold weltweit.
Es gibt noch weitere Bodenschätze in Burkina Faso. Gefördert werden neben Gold auch Kupfer, Mangan, Eisen und Phosphate.


