Guinea-Bissau - Wirtschaft
Wirtschaft von Guinea-Bissau
Die Wirtschaft von Guinea-Bissau ist vor allem von der Landwirtschaft abhängig. 61 Prozent der arbeitenden Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig. Sie erwirtschaften 42 Prozent der Wirtschaftsleistung des Staates. Der Anteil der Landwirtschaft am BIP ist sogar noch gestiegen: 2015 lag er bei 35 Prozent. Rund 15 Prozent der Einnahmen stammen aus der Industrie.
38 Prozent kommen von den Dienstleistungen. Dazu gehört neben Handel, Energie, Finanzen auch der Tourismus. Der ist in Guinea-Bissau aber noch sehr klein. Rund 50.000 Besucher kommen jährlich hierher, um den Urlaub hier zu verbringen.
Guinea-Bissau ist eines der ärmeren Länder der Welt. 62 bis 67 Prozent der Bevölkerung gelten als arm. 21 von 100 Menschen leben hier sogar in extremer Armut. Guinea-Bissau steht auf Platz 174 von 193 Ländern (2023). Gemessen wird der Wohlstand aller Länder im Human Development Index (HDI).
Es gibt einige Hemmnisse für die Wirtschaft. Korruption und Bürokratie stellen für die Entwicklung der Wirtschaft genauso ein Problem dar wie die instabile politische Lage, Drogenhandel oder auch nicht-asphaltierte Wege und Stromausfälle.
Cashewnüsse aus Guinea-Bissau
Viele Bauern erwirtschaften nur das Nötigste für sich selbst und darüber hinaus nur kleine Überschüsse, um sie auf dem Markt zu verkaufen. Angebaut werden vor allem Reis, Mais, Hirse und Maniok, die Grundnahrungsmittel.
Für den Export, also den Verkauf in andere Länder, spielt die Cashewnuss die bedeutendste Rolle. Guinea-Bissau ist einer größten Exporteure von Cashewnüssen weltweit. Rund 90 Prozent der Export-Einnahmen kommen jedes Jahr von Cashewnüssen.
Dadurch ist aber auch die Abhängigkeit groß: Fallen die Preise für Cashewnüsse, bekommen die Bauern zu wenig Geld. Dann können sie sich aber keinen Reis mehr kaufen.
Cashewbäume wurden in großen Plantagen angepflanzt. Der Anbau von Reis oder Hirse wurde für sie zum Teil vernachlässigt.
In weit geringerem Maß als Cashewnüsse werden Fisch, Garnelen, Erdnüsse, Kakao, Palmkernöl und Holz exportiert.
Industrie in Guinea-Bissau
Es gibt kaum Industrie im Land. Nur etwa 15 Prozent vom BIP stammt aus der Industrie. Daran sieht man, dass Guinea-Bissau weiter ein Agrarland ist. Die meisten vorhandenen Betriebe sind tätig in der Nahrungsverarbeitung und Getränken (Limonaden und Bier).
Ausbaufähig wäre der Bergbau. Guinea-Bissau besitzt insbesondere Lagerstätten für Phosphate und Bauxit, die abgebaut werden könnten. Auch Erdöl und Gold sind vorhanden.

