Afghanistan
Wirtschaft in Afghanistan: Arm und verschuldet!
Schon bevor die Sowjetunion in Afghanistan einmarschierte und das Land besetzte (mehr dazu unter Geschichte und Politik) und die schlimmen Bürgerkriege folgten, war das Land eines der am wenigsten entwickelten Länder der Erde. Nach dem Sturz der Taliban im Jahr 2001 besserte sich die Lage ein bisschen. Aber dennoch gehörte das Land immer noch zu den ärmsten Ländern. Dazu war und ist es hoch verschuldet.
Im Jahr 2021 haben die Taliban wieder die Macht in Afghanistan. Wir fragen, ob sich die Wirtschaft verbessert hat und wie die wirtschaftliche Lage in Afghanistan aussieht.
Opium
Im Jahr 2006 wurden über 90 Prozent der gesamten Menge an Opium in Afghanistan hergestellt. Opium ist eine schlimme Droge, die Menschen abhängig macht. Hergestellt wird Opium aus Schlafmohn, der auf großen Flächen Afghanistans angebaut wird. Opium ist ein Mittel, bei dem Menschen sich wie berauscht fühlen. Es ist sehr schädlich und darum verboten.
Landwirtschaft in Afghanistan
Nur ein kleiner Teil des Landes lässt sich überhaupt für die Landwirtschaft nutzen. Dennoch leben viele Afghanen von dem, was sie anbauen, also von der Landwirtschaft. Angebaut werden vor allem Weizen und Gerste, in der Provinz Herat wird auch Reis gepflanzt, ebenso Baumwolle.
Afghanistans Obst, wie Weintrauben, Aprikosen und Pfirsiche oder auch Äpfel, sind im Land selbst sehr beliebt. Die Früchte werden aber nicht ins Ausland ausgeführt. Aufgrund der großen Schäden an der Umwelt, die während der Kriege in Afghanistan entstanden, können die Afghanen immer weniger Flächen für die Landwirtschaft nutzen. Der Boden ist sehr viel empfindlicher geworden, vor allem bei Zeiten mit großer Hitze. Vor allem fehlt Wasser. Dazu kommt die geografische Lage mit den hohen und sehr hohen Bergen, die die Landwirtschaft erschwert.
Warum pflanzen die Bauern so viel Mohn an?
Angebaut wird Schlafmohn, aus dem man die Droge Opium gewinnen kann. Das ist zwar verboten, doch viele afghanische Bauern bauen den Schlafmohn trotz des Verbots an, weil sie damit sehr viel mehr verdienen können als mit anderen Produkten. Deshalb ist es auch sehr schwierig, das Verbot des Anbaus durchzusetzen. Erst wenn die Menschen Alternativen finden, mit denen sie ebenso ausreichend Geld verdienen können, besteht eine Chance, die Mengen der Opiumherstellung zu verringern. Doch wäre auch damit das Problem noch nicht gelöst, denn wenn die Menge an Opium sinkt, steigt meist der Preis.
Schon gewusst?
Afghanistan muss viele Produkte einführen und führt nur wenige Produkte aus. Dazu zählen vor allem Trockenfrüchte, aber auch Teppiche, Heilpflanzen und Wolle. Textilien werden ebenfalls in afghanischen Fabriken hergestellt.
Seltene Erden im Boden Afghanistans
Nomaden ziehen in Afghanistan mit ihren Herden durchs Land. Meist sind es Schafe, um die sie sich kümmern. In manchen Gegenden werden auch Pferde gezüchtet.
Bodenschätze in Afghanistan
Unter der Erde Afghanistans befinden sich viele wertvolle Rohstoffe, also sogenannte Bodenschätze. Dazu zählen Eisen, Kupfer, Kohle, Erdgas und Erdöl. Außerdem gibt es Gold, Aluminium und Seltene Erden. Das sind besondere Metalle, die für moderne Technik wie Handys oder Windräder gebraucht werden.
Besonders wichtig ist auch das Lithium, das in großen Mengen im Boden Afghanistans vorkommt. Lithium wird für Akkus in Handys, Laptops und Elektroautos gebraucht. Deshalb ist es heute weltweit sehr gefragt.
Ein weiterer Schatz ist der Lapislazuli. Dieser blaue Edelstein wird schon seit Tausenden Jahren in Afghanistan abgebaut. Früher wurde er zum Beispiel im alten Ägypten für Schmuck und Farben verwendet.
Doch obwohl Afghanistan so viele Bodenschätze hat, kann das Land sie kaum nutzen. Es fehlen Maschinen, Fachkräfte und vor allem Frieden und Sicherheit, um die Rohstoffe abzubauen und zu verkaufen.
Situation nach August 2021 nach der Machtübernahme der Taliban
Ausländische Währungen sind seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 verboten. Die wirtschaftliche Situation - die ja auch zuvor nicht gut gewesen ist - hat sich weiter verschlechtert. Dürren und Ernteverluste durch die Kämpfe 2021 haben einen Teil dazu beigetragen. Dazu kommen die hohen Schulden, die die Taliban nicht zahlen können. So ist die Wirtschaft instabil, die Kaufkraft gesunken und die Versorgung mit Energie äußerst fraglich. Darunter leiden wieder viele Menschen.
Wie sieht die aktuelle wirtschaftliche Situation in Afghanistan aus?
Die Wirtschaft in Afghanistan ist weiterhin sehr schwach. Viele Menschen finden keine Arbeit und haben nicht genug zu essen – neun von zehn Familien leben in Armut. Internationale Hilfen sind stark zurückgegangen, weil die Taliban an der Macht sind. Besonders die Landwirtschaft leidet unter Dürre und schlechter Versorgung. Zwar wächst die Wirtschaft ein kleines bisschen, aber das reicht nicht, um die Not zu lindern. Auch der Handel mit anderen Ländern ist schwierig, weil Afghanistan politisch isoliert ist. Dies bedeutet, dass die meisten Länder mit Afghanistan keinen Handel treiben wollen.
Teste dein Wissen!
Warum ist Afghanistan so arm?
Weil das Land viele Kriege erlebt hat, wenig Industrie besitzt und kaum Handel mit anderen Ländern treiben kann. Auch das Klima macht den Menschen zu schaffen.
Was ist Opium und warum wird es angebaut?
Opium ist eine Droge aus Schlafmohn. Sie wird angebaut, weil die Bauern damit viel mehr verdienen als mit anderen Pflanzen.
Welche Bodenschätze hat Afghanistan?
Zum Beispiel Eisen, Kupfer, Erdgas, Erdöl, Lithium, Gold und Lapislazuli. Viele davon werden aber kaum genutzt.
Was exportiert Afghanistan?
Trockenfrüchte, Teppiche, Heilpflanzen, Wolle und Kleidung aus Textilfabriken.
Wie hat sich die Lage seit 2021 verändert?
Seit die Taliban wieder an der Macht sind, hat sich die Wirtschaft verschlechtert. Viele Hilfen aus dem Ausland bleiben aus, und es gibt weniger Arbeit und Lebensmittel.




