Armeniens Flagge Armenien

Wirtschaft in Armenien

Zu sowjetischen Zeiten entwickelte sich Armenien zu einem Industrieland. Fabriken stellten Kleidung, Maschinenwerkzeuge und andere Industriewaren her und lieferten sie an die Schwesterrepubliken. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion brach auch die Wirtschaft Armeniens ein.

Viele Jahre spielte die Landwirtschaft eine größere Rolle. Inzwischen ist die Industrie aber auch wieder besser entwickelt. Sie sorgt für rund 23 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Für Einnahmen im Export sorgt vor allem der Bergbau: Kupfer, Gold, Bauxit und Diamanten werden gefördert. Gold sorgt für die höchsten Einnahmen im Export. Exportiert werden außerdem Nahrungsmittel und Getränke.

Insgesamt wächst die Wirtschaft von Armenien wieder, 2022 und 2023 sogar besonders stark. Das hing auch mit vielen russischen und ukrainischen Flüchtlingen zusammen, die sich seit 2022 durch den Krieg in der Ukraine in Armenien befanden. Aber auch 2024 und 2025 wuchs das BIP um die 5 Prozent.

Man bezahlt in Armenien mit dem armenischen Dram. 1993 löste die neue Währung des Dram den alten russischen Rubel ab.
 

Landwirtschaft: Obst aus Armenien

Armeniens Erde ist fruchtbar und dank warmer Sommer und regenreicher Frühlinge gedeihen hier Obst und Gemüse gut. In Armenien wachsen sogar Aprikosen, Pfirsiche, Granatäpfel und Weintrauben. Angebaut werden außerdem Getreide wie Weizen und Gerste sowie verschiedene Gemüsesorten.

Auch Vieh wird gehalten, vor allem Rinder, Schafe und Ziegen. Die Landwirtschaft trägt insgesamt mit rund 8 Prozent zur gesamten Wirtschaft bei. Immerhin 27 Prozent der Bevölkerung arbeiten in diesem Bereich. Das sind hohe Zahlen, wenn man sie zum Beispiel mit Deutschland vergleicht.

Probleme für die Wirtschaft

Probleme bereitete nicht nur die Umstellung von der Planwirtschaft auf eine liberale Marktwirtschaft. Auch Armeniens isolierte Lage ist wirtschaftlich von Nachteil. Die Grenzen zur Türkei und zu Aserbaidschan sind seit 1991 beziehungsweise 1993 geschlossen. Zu beiden Ländern ist das Verhältnis schlecht. Allerdings gibt es Bemühungen für eine Öffnung der Grenzen. Mit Aserbaidschan wurde im August 2025 ein Friedensabkommen geschlossen (siehe Geschichte).

Zudem besitzt das Land keinen Zugang zum Meer und somit auch keinen Hafen. Armenien ist ein Binnenstaat.

Ein Teil der Wirtschaftsleistung stammt außerdem von im Ausland lebenden Armeniern, die Geld nach Hause schicken.
 

Armut in Armenien

Armut ist trotz der verbesserten Wirtschaftslage ein großes Problem in Armenien. 21,7 Prozent der Bevölkerung gelten als arm (2024). Unbestätigt sollen sogar 40 Prozent der Menschen von Armut betroffen sein.

Die Arbeitslosenquote ist mit rund 13 Prozent hoch (2025). 2019 lag sie allerdings sogar noch bei 18 Prozent. Viele Menschen sind aber auch unterbeschäftigt. Sie haben zwar Arbeit, verdienen aber nicht genug Geld.

Armeniens Wirtschaft in Bildern

letzte Aktualisierung am 13.04.2026