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Georgiens Wirtschaft

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 brach Georgiens zuvor blühende Wirtschaft ein. Inzwischen hat sie sich aber wieder erholt, nachdem Bürgerkriege in Abchasien und Südossetien für weitere Einbrüche gesorgt hatten. Jährlich wächst die Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt stieg 2021 und 2022 sogar um mehr als 10 Prozent. 2024 gab es ein Wachstum von 9,4 Prozent, 2025 lag es immer noch bei rund 7 Prozent.

Dennoch beträgt die Arbeitslosigkeit noch immer rund 14 Prozent. Viele Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze. Landwirtschaft wird häufig als Subsistenzwirtschaft betrieben, also vor allem für den eigenen Bedarf. Nur kleine Überschüsse werden auf dem Markt verkauft.

Vorbildlich bekämpft wurde hingegen die Korruption. Und auch die eigene Stromversorgung wurde so weit aufgebaut, dass Georgien inzwischen sogar Überschüsse produziert.
 

Pipelines für Erdöl und Erdgas

Für den Export besonders wichtig für die georgische Wirtschaft ist das Erdöl. Strategisch bedeutsam ist die 2005 fertig gestellte Ölpipeline (Leitung), die von Baku in Aserbaidschan durch Georgien hindurch in die Türkei führt. Nach den Anfangsbuchstaben der Hauptorte Baku, Tiflis und Ceyhan wird sie auch BTC-Pipeline genannt.

Die Abhängigkeit des Westens von russischem Erdöl wurde mit dieser Pipeline schon damals verringert. Auch Erdgas wird inzwischen über die bis Erzurum in der Türkei parallel verlaufende Südkaukasus-Pipeline bis in die Türkei transportiert.

Tourismus in Georgien

Der Tourismus hat sich in Georgien vor allem seit 2010 zu einer größeren Einnahmequelle entwickelt. So ist das Land langsam kein Geheimtipp für Touristen mehr. Zwischen 2010 und 2014 verdoppelte sich die Anzahl der Touristen. Die meisten kommen aus Armenien und der Türkei, doch auch aus der EU steigen die Besucherzahlen. 2025 kamen 5,5 Millionen Touristen nach Georgien.

Georgien hat ja auch viel zu bieten: eine Küste am Schwarzen Meer, Berglandschaften im Kaukasus, Kurorte und Weltkulturerbe und natürlich Tiflis mit seinen Sehenswürdigkeiten.

Insgesamt wurde der Bereich der Dienstleistungen, zu dem auch der Tourismus gehört, weiter ausgebaut. Der Anteil der Dienstleistungen an der gesamten Wirtschaft, also am BIP, liegt bei rund 62 Prozent. Der Tourismus allein bringt rund 7 bis 8 Prozent für das BIP.
 

Landwirtschaft in Georgien

Rund 6 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung stammen in Georgien aus der Landwirtschaft. Viele Menschen arbeiten in diesem Bereich, nämlich etwa die Hälfte der Bevölkerung! Die klimatischen Bedingungen sind gut. Die Berge im Norden und Süden schützen das Land vor Kälte und Wind, im Westen ist es warm und es regnet ausreichend, im Osten gibt es Staudämme und Kanäle zur Bewässerung. Die Höfe sind meist kleine Familienbetriebe.

Weizen, Mais und Kartoffeln sind wichtige Anbauprodukte für die eigene Bevölkerung. Im Westen wird mehr Mais angebaut, im Osten mehr Weizen. Pfirsiche, Aprikosen, Äpfel und Wassermelonen gedeihen hier ebenfalls gut. Georgische Produkte von den Felldern sind auch auch Weintrauben (vor allem für Wein), Zitrusfrüchte, Tee und Haselnüsse.

Auch Viehzucht spielt eine Rolle. Traditionell werden im Westen vor allem Rinder gehalten, im Osten mehr Schafe. Aus Milch wird häufig Käse hergestellt.
 

Wenig Industrie in Georgien

Industrie ist in Georgien bisher wenig entwickelt. Sie hat einen Anteil an der Wirtschaft von 20 bis 24 Prozent. Es gibt Fabriken für Stahl, Chemikalien und Holzprodukte. Im Bergbau werden Mangan, Kupfer und Gold gefördert.

Großes Potential besteht noch bei Mineralwässern, denn es gibt hier viele Quellen. Das Wasser aus dem Kurort Bordschomi wurde sogar schon zum Exportschlager.

Wirtschaft in Georgien in Bildern:

letzte Aktualisierung am 15.04.2026