Kosovo - Kosovo heute
Nach dem Kosovo-Krieg: Streit um die Unabhängigkeit
Auch nach dem Kosovo-Krieg blieb umstritten, welchen politischen Status der Kosovo haben sollte. Serbien betrachtete das Gebiet weiterhin als Teil seines Staates. Die Mehrheit der Bevölkerung im Kosovo wollte dagegen unabhängig werden.
Nach dem Krieg kam es erneut zu Gewalt zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Besonders schwer waren die Unruhen im Jahr 2004, bei denen Menschen starben und viele Häuser und religiöse Gebäude zerstört wurden.
Im Februar 2008 erklärte das Parlament des Kosovo das Land für unabhängig. Seitdem ist der Kosovo eine parlamentarische Demokratie.
Viele Staaten erkennen den Kosovo heute als eigenen Staat an, andere jedoch nicht. Serbien erkennt die Unabhängigkeit bis heute nicht an. Auch deshalb ist der Kosovo kein Mitglied der Vereinten Nationen.
Seit 2008 unterstützt die EU-Rechtsstaatsmission EULEX den Kosovo unter anderem beim Aufbau rechtsstaatlicher Strukturen. Der Kosovo möchte außerdem Mitglied der Europäischen Union werden und gilt dort weiterhin als potenzieller Beitrittskandidat.
Welche Staaten den Kosovo anerkennen und welche nicht, erfährst du auf der nächsten Seite.
Und heute?
Der Konflikt zwischen Kosovo und Serbien ist bis heute nicht gelöst. Serbien erkennt die Unabhängigkeit des Kosovo weiterhin nicht an. Die große Mehrheit der Kosovo-Albanerinnen und Kosovo-Albaner hält dagegen an einem unabhängigen Kosovo fest.
Seit 2011 vermittelt die Europäische Union Gespräche zwischen beiden Seiten. Dabei geht es unter anderem darum, das Verhältnis zu normalisieren und praktische Probleme zu lösen. Immer wieder kommt es jedoch zu Spannungen, besonders im Norden des Kosovo, wo viele Angehörige der serbischen Minderheit leben.
Auch in den vergangenen Jahren gab es dort gewaltsame Auseinandersetzungen. Deshalb bleibt das Verhältnis zwischen Kosovo und Serbien schwierig. Die EU versucht weiterhin, beide Seiten zu Vereinbarungen und einer friedlichen Lösung ihrer Streitfragen zu bewegen.
Wer regiert den Kosovo?
Von 2021 bis April 2026 war Vjosa Osmani-Sadriu Präsidentin des Kosovo. Ihre Amtszeit ist inzwischen beendet. Weil das Parlament bisher keine neue Präsidentin oder keinen neuen Präsidenten wählen konnte, führt derzeit Albulena Haxhiu das Amt kommissarisch.
Ministerpräsident ist weiterhin Albin Kurti. Er wurde im September 2026 erneut vom Parlament gewählt.
Der Kosovo erlebt derzeit also nicht nur außenpolitische Spannungen mit Serbien, sondern auch innenpolitische Schwierigkeiten. Die Wahl eines neuen Staatsoberhaupts steht noch aus.