Montenegros Flagge Montenegro - Wirtschaft

Wirtschaftliche Entwicklung

Vor dem Ersten Weltkrieg verdienten die meisten Menschen in Montenegro ihr Geld in der Landwirtschaft. Der Großteil an industriellen Stätten, die bis dahin bestanden, war nach dem Krieg zerstört. Aufwärts ging es für die Wirtschaft dann im sozialistischen Jugoslawien. In den 1980er Jahren wurde die Produktivität der Wirtschaft Montenegros enorm gesteigert. Es entstanden zum Beispiel eine Fabrik für die Verarbeitung von Aluminium, ein Stahlwerk und eine Kühlschrankfabrik.

Trotzdem war Montenegro gegenüber den anderen jugoslawischen Teilrepubliken wirtschaftlich ein wenig schwächer. Während des Jugoslawienkrieges wurde Montenegro von westlichen Staaten abgeschnitten. Bis heute gibt es wenige Firmen aus Westeuropa im Land.

Währung und Wirtschaftszweige in Montenegro

Montenegro hat heute eine Marktwirtschaft. Der Übergang dazu begann nach dem Zerfall Jugoslawiens und setzte sich in den 1990er Jahren fort.

Eine Besonderheit ist die Währung: Montenegro bezahlt mit dem Euro, obwohl das Land weder Mitglied der Europäischen Union noch der Eurozone ist. Zunächst wurden ab 1999 sowohl der jugoslawische Dinar als auch die Deutsche Mark verwendet. Ab 2001 war die Deutsche Mark das alleinige Zahlungsmittel. Seit März 2002 wird mit dem Euro bezahlt. Montenegro hat den Euro einseitig übernommen und besitzt bis heute keine eigene Währung.

Für die Wirtschaft sind heute vor allem Dienstleistungen, Tourismus, Handel, Bauwirtschaft, Energie und Landwirtschaft wichtig. Auch Häfen und Schifffahrt spielen wegen der Lage an der Adria eine bedeutende Rolle.

Tourismus in Montenegro

Der Tourismus gehört zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen Montenegros. Schon im frühen 20. Jahrhundert kamen Urlauber an die Adriaküste. Besonders bekannt wurden Badeorte wie Budva, Bečići und Herceg Novi. Der fast zwei Kilometer lange Strand von Bečići wurde 1935 in Paris mit einem Grand Prix als schönster Strand Europas ausgezeichnet.

Während der Kriege im ehemaligen Jugoslawien brach der Tourismus stark ein. Danach erholte er sich wieder und entwickelte sich zu einem zentralen Teil der Wirtschaft.

Im Jahr 2025 kamen rund 2,7 Millionen Gäste nach Montenegro. Sie verbrachten mehr als 15 Millionen Übernachtungen im Land. Der mit Abstand größte Teil davon entfiel auf die Küstenorte.

Montenegro bietet aber nicht nur Strandurlaub. Im Norden locken Gebirge, Nationalparks und Wintersportgebiete. Dort kann man wandern, raften und im Winter auch Ski fahren.

Landwirtschaft in Montenegro

Montenegro ist ein sehr bergiges und zugleich waldreiches Land. Rund 62 Prozent der Landesfläche sind mit Wald bedeckt. Landwirtschaft ist deshalb nicht überall möglich, spielt aber vor allem in den Tälern, im Süden und in den Küstenregionen eine wichtige Rolle.

Viele landwirtschaftliche Betriebe sind eher klein. Angebaut werden unter anderem Kartoffeln, Gemüse, Getreide, Weintrauben und Obst. Besonders verbreitet sind Pflaumen, Äpfel, Feigen, Granatäpfel und Zitrusfrüchte. Auch Oliven werden vor allem in den wärmeren Küstenregionen angebaut. Beim Agrarzensus 2024 wurden mehr als 217.000 Olivenbäume für die Ölproduktion gezählt.

Auch die Tierhaltung ist wichtig. Besonders viele Bauern halten Schafe, Ziegen und Rinder. Bienen liefern Honig, und in den Bergregionen wachsen zahlreiche Kräuter und Heilpflanzen. Montenegro besitzt mehr als 400 Arten von Heilpflanzen, die teilweise gesammelt oder angebaut und weiterverarbeitet werden.

Bekannt ist Montenegro außerdem für seinen Wein. Zu den typischen Rebsorten gehören Vranac für Rotwein und Krstač für Weißwein. Vor allem in den wärmeren Gebieten rund um den Skutarisee gedeihen Weinreben besonders gut.

letzte Aktualisierung am 06.10.2026