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Bevölkerung Nordmazedonien

Wer lebt in Nordmazedonien?

Nordmazedonien ist ein Land, in dem Menschen verschiedener Volksgruppen, Sprachen und Religionen zusammenleben. Den größten Teil der Bevölkerung bilden die Mazedonier. Daneben gibt es eine große albanische Bevölkerungsgruppe sowie unter anderem Türken, Roma, Serben, Bosniaken und Walachen.

Nach der Volkszählung von 2021 setzt sich die dauerhaft in Nordmazedonien lebende Bevölkerung ungefähr so zusammen:

VolksgruppeAnteil an der Bevölkerung
Nordmazedonier58,4 %
Albaner24,3 %
Türken3,9 %
Roma2,5 %
Serben1,3 %

Daneben leben noch Angehörige weiterer Bevölkerungsgruppen im Land. Bei einem Teil der Bevölkerung konnte die ethnische Zugehörigkeit bei der Volkszählung nicht durch eine persönliche Angabe erfasst werden.

Das Zusammenleben der verschiedenen Volksgruppen hat die Kultur Nordmazedoniens stark geprägt. So werden im Land unterschiedliche Sprachen gesprochen und verschiedene religiöse Feste und Traditionen gepflegt. Besonders Mazedonier und Albaner bilden die beiden größten Bevölkerungsgruppen.

In der Vergangenheit kam es allerdings auch zu Spannungen zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen. Heute sind die Rechte der verschiedenen Gemeinschaften gesetzlich verankert. In einigen Regionen werden deshalb neben Mazedonisch auch andere Sprachen, insbesondere Albanisch, im öffentlichen Leben verwendet.

Türken in Nordmazedonien

Auch Türken gehören zu den Minderheiten in Nordmazedonien. Ihre Vorfahren leben zum Teil schon seit der Zeit des Osmanischen Reiches in der Region. Heute machen Türken nur einen kleinen Teil der Bevölkerung aus.

Viele Türken in Nordmazedonien sind Muslime. Während der Zeit des sozialistischen Jugoslawiens spielte Religion im öffentlichen Leben allerdings eine deutlich kleinere Rolle als heute. Der Staat war nicht religiös ausgerichtet, und religiöse Gemeinschaften konnten ihre Traditionen nicht immer völlig frei entfalten. Nach dem Ende Jugoslawiens konnten religiöse und kulturelle Traditionen wieder stärker öffentlich gelebt werden. Die türkische Minderheit pflegt bis heute ihre Sprache, ihre Bräuche und ihre Religion. In einigen Orten gibt es auch Unterricht auf Türkisch.

Türken leben vor allem in verschiedenen Städten und Dörfern im Osten und Westen Nordmazedoniens. Sie sind eine von mehreren Volksgruppen, die zur kulturellen Vielfalt des Landes beitragen.

Wusstest du schon?

Nordmazedonien ist eines der wenigen Länder, in denen die Roma sogar eine eigene Gemeinde mit Bürgermeister und Verwaltung haben – Šuto Orizari gilt als die einzige offiziell von Roma geführte Stadtgemeinde weltweit.

Roma in Nordmazedonien

Roma gehören zu den Bevölkerungsgruppen Nordmazedoniens. Bei der Volkszählung im Jahr 2021 bezeichneten sich rund 46.000 Menschen als Roma. Tatsächlich könnte ihre Zahl jedoch höher liegen.

Besonders viele Roma leben in Šuto Orizari, oft auch Šutka genannt. Die Gemeinde liegt am nördlichen Rand der Hauptstadt Skopje und ist etwas Besonderes: Romanes, die Sprache vieler Roma, ist hier neben Mazedonisch eine Amtssprache. Neben Roma leben in Šuto Orizari unter anderem auch Albaner.

Viele Roma in Nordmazedonien haben es im Alltag schwerer als andere Menschen im Land. Sie sind häufiger von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen und erleben immer wieder Diskriminierung. Das kann zum Beispiel die Suche nach einer Arbeitsstelle, den Besuch einer Schule oder den Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen betreffen.

Viele Roma-Familien leben unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen. Besonders Kinder sind davon betroffen. Roma-Kinder wachsen deutlich häufiger in Armut auf als andere Kinder in Nordmazedonien. Gleichzeitig bemühen sich Roma-Organisationen, staatliche Stellen und internationale Einrichtungen darum, die Lebensbedingungen zu verbessern und Benachteiligungen abzubauen. Dazu gehören beispielsweise Bildungsangebote, Unterstützung bei der Arbeitssuche und Programme für bessere Wohnbedingungen.

Religionen in Nordmazedonien

Orthodoxes Christentum und Islam in Nordmazedonien

Die beiden größten Religionsgruppen in Nordmazedonien sind das orthodoxe Christentum und der Islam. Beide Religionen prägen das Land seit vielen Jahrhunderten. Das orthodoxe Christentum ist besonders unter den Mazedoniern verbreitet. Viele von ihnen gehören der Mazedonisch-Orthodoxen Kirche an. Kirchen, Klöster und religiöse Feste spielen deshalb in vielen Teilen des Landes eine wichtige Rolle.

Der Islam verbreitete sich vor allem während der jahrhundertelangen Herrschaft des Osmanischen Reiches auf dem Balkan. Heute gehören vor allem viele Albaner, Türken und Roma in Nordmazedonien dem Islam an. Moscheen gehören daher ebenso zum Bild vieler Städte und Dörfer wie orthodoxe Kirchen.

Das Zusammenleben der unterschiedlichen religiösen und ethnischen Gruppen verlief nicht immer ohne Spannungen. Religion ist dabei häufig eng mit Sprache, Herkunft und der Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe verbunden.

Wie viele Christen und Muslime gibt es?

Bei der Volkszählung von 2021 bezeichneten sich rund 46 von 100 Einwohnern als orthodoxe Christen und etwa 32 von 100 als Muslime. Daneben gibt es weitere christliche Gemeinschaften sowie kleinere Religionsgruppen. Rund 0,4 Prozent der Bevölkerung gaben beispielsweise an, katholisch zu sein. Außerdem leben unter anderem Protestanten, evangelische Christen, Angehörige anderer Glaubensgemeinschaften und Menschen ohne religiöse Bindung in Nordmazedonien.

Die religiöse Vielfalt gehört damit ebenso zu Nordmazedonien wie die verschiedenen Sprachen und Volksgruppen des Landes.

Was spricht man in Nordmazedonien?

Amtssprachen in Nordmazedonien

Die wichtigste Sprache des Landes ist Mazedonisch. Sie gehört zu den slawischen Sprachen, wird mit dem kyrillischen Alphabet geschrieben und ist eng mit dem Bulgarischen verwandt. Mazedonisch ist die Amtssprache im gesamten Land.

Eine wichtige Rolle spielt außerdem Albanisch. Seit einem Sprachengesetz, das 2019 in Kraft trat, kann Albanisch auch bei vielen staatlichen Behörden und Einrichtungen offiziell verwendet werden. In Gemeinden, in denen mindestens 20 Prozent der Bevölkerung eine bestimmte andere Sprache sprechen, kann diese ebenfalls Amtssprache sein.

Welche Sprachen sprechen die Menschen?

Bei der Volkszählung von 2021 gaben rund 61 von 100 Menschen Mazedonisch als ihre Muttersprache an. Etwa 24 von 100 nannten Albanisch. Daneben werden weitere Sprachen gesprochen. Dazu gehören vor allem Türkisch, Romani, Bosnisch, Serbisch und Aromunisch, das auch Wlachisch genannt wird.

SpracheStatusGeschätzter Anteil
MazedonischAmtsspracheca. 61,4 %
AlbanischZweite Amtssprache in bestimmten Regionenca. 24,3 %
TürkischMinderheitenspracheca. 3.4 %
RomaniMinderheitenspracheca. 1,7 %
SerbischMinderheitenspracheca. 0,6 %
AromunischMinderheitenspracheunter 1 %
EnglischFremdsprache, v. a. bei Jugendlichensteigend

Lernen Kinder in Nordmazedonien Englisch?

Wie in vielen europäischen Ländern lernen Kinder und Jugendliche in Nordmazedonien Fremdsprachen in der Schule. Besonders wichtig ist dabei Englisch. Auch Musik, Filme, Serien, Computerspiele und das Internet sorgen dafür, dass viele junge Menschen außerhalb des Unterrichts mit der englischen Sprache in Kontakt kommen.

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Kinderfragen zu Nordmazedoniens Bevölkerung

1. Warum gibt es in Nordmazedonien so viele Volksgruppen?
Weil das Land an einer wichtigen Handels- und Wanderroute liegt, zogen im Lauf der Geschichte viele Völker hierher.

2. Sprechen alle Menschen in Nordmazedonien die gleiche Sprache?
Nein. Neben Mazedonisch wird auch Albanisch, Türkisch und Romani gesprochen.

3. Gibt es viele gemischte Ehen zwischen den Volksgruppen?
Es gibt sie, aber viele Menschen heiraten innerhalb ihrer eigenen Volksgruppe.

4. Warum gibt es Streit zwischen einigen Volksgruppen?
Oft geht es um politische Rechte, Land oder kulturelle Unterschiede.

5. Welche Religion ist die häufigste in Nordmazedonien?
Das orthodoxe Christentum – gefolgt vom Islam.

letzte Aktualisierung am 09.10.2026