Ecuadors Flagge Ecuador

Geschichte von Ecuador im 20. Jahrhundert bis heute

Kakaokrise (1925-1947)

Die Weltwirtschaftskrise brachte 1929 auch Ecuador das Chaos. Die Kakaoindustrie brach zusammen. In rascher Folge wechselten sich Regierungen ab.

1934 wurde José María Velasco Ibarra erstmals Präsident Ecuadors. Er bestimmte die Politik des 20. Jahrhunderts maßgeblich mit und war insgesamt fünf Mal Präsident Ecuadors, zuletzt bis 1972. Er führte wirtschaftliche und soziale Reformen durch und baute die Infrastruktur weiter aus.

1941 marschierte Peru in Ecuador ein und es kam zum Peruanisch-Ecuadorianischen Krieg. Ecuador verlor und musste als Folge einen großen Teil seines Amazonasgebietes an Peru abtreten. Das wurde im Protokoll von Rio de Janeiro (1942) festgelegt. Peru wurde damit deutlich größer. Obwohl der Vertrag die Grenze festlegte, war Ecuador unzufrieden und fühlte sich benachteiligt. Die Grenzstreitigkeiten schwelten weiter und führten später zu neuen Konflikten (1981 und 1995).

Ab 1947 kam es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung dank des groß angelegten Anbaus von Bananen. Langsam setzte eine Industrialisierung ein.

Die 1970er Jahre in Ecuador

Schon in den 1940er Jahren hatte man Erdöl gefunden. 1972 wurde Velasco Ibarra (erneut) durch einen Putsch gestürzt. Bis 1979 regierten Militärs das Land.

Ab 1973 wurde Erdöl in immer größerem Umfang gefördert. Seitdem bestimmt dieser Rohstoff die Wirtschaft des Landes bis heute. 1979 wurde erstmals wieder eine Zivilregierung (d. h. eine nicht-militärische Regierung) auf demokratischem Wege gewählt.

Grenzkonflikt mit Peru (1981-1998)

Auf ein Gebiet im Südosten Ecuadors erhob Peru nach wie vor Anspruch. Immer wieder kam es zu Schießereien an der umstrittenen Grenze. 1981 und 1995 kam es zu Kämpfen. 1995 wurde drei Wochen am Fluss Cenepa gekämpft. Man spricht darum vom Cenepa-Krieg.

1998 wurde schließlich ein Friedensvertrag unterzeichnet. Peru wurde das umstrittene Gebiet im Oriente zuerkannt.
 

Abschaffung des Sucre (2000)

Nach einer schweren Finanz- und Bankenkrise wurde im Jahr 2000 die Währung Ecuadors, der Sucre, abgeschafft und stattdessen der US-Dollar eingeführt. Politisch gab es Unruhen deswegen. Der Präsident Jamil Mahuad wurde gestürzt. Seine Nachfolger konnten jedoch keine stabilen Regierungen bilden.

Präsidenten von Ecuador seit 2007

Rafael Correa (2007 bis 2017)

2007 wurde Rafael Correa zum neuen Präsidenten von Ecuador gewählt. 2008 erhielt das Land eine neue Verfassung. In ihr sind kostenlose Bildung und Gesundheitsversorgung, sowie mehr Mitbestimmung durch Bürgerbeteiligung verankert. Sie ermöglicht auch eine dritte Amtszeit des Präsidenten. 2009 und 2013 erfolgte Correas Wiederwahl.

Seine Politik war eher linksgerichtet mit sozialistischen Zügen. Er wollte die Macht der reichen Eliten stärken und die Armut im Land bekämpfen. Außerdem war sein Ziel, Südamerika stark zu machen. Er war ein Anhänger von Simón Bolívar und Eloy Alfaro. Er stand auch dem verstorbenen Präsidenten von Venezuela, Hugo Chávez, nahe. Die Ausgaben des Staates wurden erhöht, es wurden Schulden gemacht.

2010 kam es zu einem Aufstand von Polizisten und Soldaten, weil ein neues Gesetz vorsah, dass sie bei einer Beförderung weniger Geld als zuvor bekommen sollten. Correa wurde verletzt, mehrere Menschen starben, mehr als 200 wurden verletzt.

Lenín Moreno (2017 bis 2021)

Im April 2017 wurde Lenín Moreno zum Nachfolger von Correa gewählt. Es kam immer wieder zu Unruhen. Geplante Reformen riefen Proteste der indigenen Bevölkerung hervor, denn diese trafen sie besonders. Insbesondere die Streichung von Subventionen für Benzin führten zu Demonstrationen. Morenos Kurs war neoliberal.

Guillermo Lasso (2021 bis 2023)

Guillermo Lasso wurde 2021 neuer Präsident von Ecuador. 2017 hatte er die Stichwahl noch gegen Moreno verloren. Nun wurde er also Präsident. Die politische Lage war nach wie vor angespannt. Es kam immer wieder zu Streiks und Demonstrationen. Weil Drogenhändler Ecuador zur Durchreise nutzen, kommt es immer wieder zu schweren Gewalttaten.

Wegen Veruntreuung wurde ein Amtsenthebungsverfahren gegen Lasso eingeleitet. Im Mai 2023 löste der Präsident das Parlament auf und entging so dem Verfahren. Einmalig ist ihm das in drei Jahren erlaubt. Das nennt man in Ecuador Muerte Cruzada. Nun müssen Neuwahlen anberaumt werden. Die Wahl im August 2023 war begleitet von einer Welle von Gewalt. Einer der Kandidtaen für das Präsidentenamt wurde dabei ermordet.

Daniel Noboa (ab Dezember 2023)

Die vorgezogenen Wahlen 2023 gewann Daniel Noboa. Er war bei seiner Wahl erst 35 Jahre alt und stammt aus einer Unternehmerfamilie, die mit dem Handel von Bananen reich wurde. 2025 gewann er auch die regulären Wahlen. Wo man ihn politisch einordnen soll, ist nicht ganz klar.

Ausnahmezustand, Unruhen und Drogenkrieg in Ecuador

In Ecuador gibt es viele kriminelle Banden. Sie transportieren Drogen wie Kokain aus Kolumbien und Peru über Ecuador in andere Länder. Eine Organisation, die besonders aktiv ist, nennt sich Los Choneros. Sie sind in Erpressung, Auftragsmorde, Drogenhandel und andere Verbrechen verwickelt. Sie sind in weiten Teilen Ecuadors präsent. Ihre Konkurrenten nennen sich Los Lobos.

Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Präsident Noboa ging im Dezember 2023 auch gegen korrupte Beamte vor, die mit den Banden zusammengearbeitet hatten. Nachdem die Anführer der Choneros und der Lobos beide im Januar 2024 aus einem Gefängnis fliehen konnten, rief der Präsident den Ausnahmezustand in Ecuador aus. Es kam zu Unruhen, Entführungen, Überfällen und Geiselnahmen.

Im Jahr 2026 gilt der Ausnahmezustand in einigen Provinzen weiter. Manchmal werden auch nächtliche Ausgangssperren verhängt.

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letzte Aktualisierung am 24.03.2026