Kolumbien
Armut in Kolumbien
5,3 Prozent der Menschen in Kolumbien lebten 2019 in extremer Armut und hatten weniger als 2,15 Dollar zum Leben am Tag. Als arm wurden 14 Prozent aller Haushalte eingestuft. 2025 hat sich das sogar noch verschlimmert: 29 Prozent der Kolumbianer gelten als arm. 10 Prozent sind arbeitslos.
Das alles bringt natürlich auch den Kindern dieser Familien große Probleme. Sie haben zu wenig zu essen oder gehen nicht in die Schule. An den Rändern der großen Städte wie Bogotá oder Medellín sind große Elendsviertel entstanden. Hier haben die Menschen weder Strom noch fließendes Wasser.
Gewalt, Drogen und Banden in Kolumbien
Weil Gewalt und Drogenkriminalität in Kolumbien zum Alltag gehören, wachsen viele Jungen und Mädchen damit auf. Oft führt es dazu, dass sie selbst kriminell oder drogenabhängig werden. Oder sie schließen sich kriminellen Banden an.
Wer mit Gewalt aufwächst, greift eben selbst schneller zu Gewalt als Mittel. Und ohne Bildung sowie ohne Aussicht auf Arbeit sind die Jugendlichen völlig perspektivlos. Immerhin hat sich die Lage in den letzten Jahren verbessert. Der Staat bekämpft die Gewalt und die Drogenhändler härter als vorher.
Kinderarbeit in Kolumbien
Ein großes Problem ist auch die Kinderarbeit. Laut Gesetz dürfen Kinder in Kolumbien erst ab einem Alter von 15 Jahren arbeiten, bestimmte Arbeit ist erst ab 18 Jahren erlaubt. Dennoch arbeiten immer noch 7 Prozent der Kinder zwischen 5 und 14 Jahren in Kolumbien. Es sind dabei mehr Mädchen (10 Prozent) als Jungen (5 Prozent) betroffen.
Manche der Kinderarbeiter werden gewaltsam angeworben und zur Arbeit gezwungen. Auch die FARC, eine Guerillatruppe, hatte Kinder und Jugendliche angeworben, die für sie kämpften oder im Drogenhandel tätig sein mussten. Mädchen wurden als Kuriere eingesetzt, um Schutzgelder einzufordern. Mittlerweile wurde die FARC aufgelöst, doch es gibt neue Banden.
Die meisten der arbeitenden Kinder arbeiten in der Landwirtschaft - auf Plantagen für Kaffee, Zuckerrohr oder Baumwolle - und auf der Straße, wo sie Waren verkaufen oder betteln. Andere sammeln verwertbaren Müll auf den Müllkippen.
Mädchen arbeiten häufig als Hausangestellte. Sie müssen oft 60 Stunden pro Woche arbeiten und werden manchmal noch nicht einmal dafür bezahlt. Besonders gefährlich für die Gesundheit ist die Arbeit in den Kohleminen. Weil der Abbau von Kohle, aber auch Gold und Smaragden, oft in illegalen Minen erfolgt, können hier auch Kinder eingesetzt werden.
Straßenkinder in Kolumbien
Viele dieser Kinder sind Straßenkinder. Sie haben also kein Zuhause mehr, sondern leben auf der Straße. Allein in der Stadt Medellín hat man 25.000 Kinder gezählt, die arbeiten, und 11.000 Kinder, die obdachlos sind. Meistens nehmen sie Drogen, viele betteln oder stehlen. Sie schlafen unter freiem Himmel, zum Beispiel in Parks oder unter Brücken. Wenn sie krank werden, haben sie kein Geld für einen Arzt oder für Medizin.