Venezuela
Wirtschaft von Venezuela - Erdöl!
Die Wirtschaft von Venezuela beruht vor allem auf dem Verkauf von Erdöl. In Venezuela lagern die größten Erdölvorkommen der Welt. 300 Milliarden Barrel Öl befinden sich im Boden des Landes. Dennoch steht Venezuela weltweit hinten als Exporteur von Erdöl. Viele andere Länder fördern mehr. Auch hat die Fördermenge abgenommen. 2018 stand das Land noch an 14. Stelle der weltweiten Erdölförderung, 2016 sogar noch an 11. Stelle. 2021 fand es sich nur noch auf Platz 25.
Erdöl ist der Rohstoff, von dem die ganze Wirtschaft des Landes abhängig ist. Sinkt der Ölpreis, geht es auch Venezuela wirtschaftlich schlecht. 80 bis 95 Prozent aller Einnahmen aus dem Export stammen vom Erdöl. Erdöl erwirtschaftet auch große Teile der gesamten Wirtschaft (30 oder sogar 65 Prozent werden genannt).
Erdöl-Förderung in Venezuela
Trotz der riesigen Reserven fördert Venezuela nur wenig. Wurden in den 1990er Jahren noch täglich 3,5 Millionen Barrel Öl gefördert, waren es 2026 nur noch 900.000 Barrel täglich. Das hat viele Gründe. So wird wenig in die Erdölindustrie investiert, sie ist oft veraltet.
Die Förderung des Erdöls sorgt auch häufig für Umweltkatastrophen. So ist der Maracaibo-See inzwischen extrem verschmutzt, weil Unterwasserrohre nicht dicht sind. Korruption spielt ebenfalls eine Rolle: Die reichen Bosse haben sich das Geld in ihre eigenen Taschen gewirtschaftet. Dazu kommen Sanktionen durch die USA im Jahr 2019. Ob sich die Lage durch die Intervention der USA in Venezuela Anfang 2026 (→ Geschichte), bleibt abzuwarten.
Gefördert wird das Erdöl von der staatlichen Erdölgesellschaft Petroven (auch: PDVSA). Sie besitzt auch die Erdölraffinerien des Landes, sucht nach neuen Ölquellen und verkauft die Rohstoffe und ihre Produkte, zum Beispiel Benzin an Tankstellen.
Venezuela hat die niedrigsten Benzinpreise der Welt, ein Liter kostet rund 4 Cent. Venezuela gehört zu den OPEC-Staaten.
Neben Erdöl sind Eisenerz, Erdgas, Bauxit, Gold und Diamanten Venezuelas wichtigste Bodenschätze.
Die Verkehrswege in Venezuela
Die Infrastruktur ist in Venezuela gut ausgebaut. Es gibt ein gut ausgebautes Straßennetz, den schiffbaren Fluss Orinoco und mehreren Flughäfen und Häfen. Auch im Vergleich mit anderen mittel- oder südamerikanischen Ländern steht Venezuela gut da.
Das Schienennetz ist nicht besonders groß, allerdings fahren Busse durch das ganze Land. La Guaira und Puerto Cabello sind die beiden wichtigsten Hafenstädte von Venezuela.
Probleme der Wirtschaft
Venezuela leidet an einer ungleichen Verteilung der Einkommen und an Korruption. Die Zahl der Menschen, die in Armut leben, ist riesig und immer weiter gestiegen. 2026 lebte 80 Prozent der Bevölkerung in Armut, 50 Prozent in extremer Armut.
2017 waren 27,1 Prozent arbeitslos. Das hat sich immerhin verbessert. Die Arbeitslosenquote lag 2023 und 2024 bei rund 5 Prozent.
Viele Unternehmen, die in den 1980er und 1990er Jahren privatisiert worden waren, wurden unter der Regierung von Hugo Chavez wieder verstaatlicht. Die wirtschaftlichen Probleme blieben. Es kam zu Mängeln in der Versorgung mit Nahrungsmitteln und Gebrauchsgütern und ständig steigenden Preisen.
Die Inflation war schon damals immens (2016 bei 254 Prozent). 2022 lag sie immer noch bei 200 Prozent. 2024 sank sie auf rund 49 Prozent, doch dann stieg sie schon wieder an. 2025 lag sie bei 475 Prozent. Für 2026 wird sie auf über 600 Prozent geschätzt. Alles wird immer teurer.
2019 verhängten die USA Sanktionen gegen Venezuela wegen Wahlbetrugs von Präsident Maduro. Die USA kauften bis 2022 kein Erdöl mehr von Venezuela. Mit der Intervention der USA Anfang 2026 wurden die Sanktionen wieder gelockert. Die USA haben Interesse am Erdöl von Venezuela.
Viele Venezolaner haben das Land verlassen. Sie schicken nun Geld nach Hause, das sie im Ausland verdient haben.
Landwirtschaft in Venezuela
Rund 5 Prozent trägt die Landwirtschaft zur Wirtschaft des Landes bei. Auf den Feldern von Venezuela werden Mais, Hirse, Zuckerrohr, Reis, Bananen und Kaffee angebaut. Kaffee war das Hauptexportgut, bevor das Erdöl entdeckt wurde.
Rinder und Schweine werden gehalten. Rinderzucht macht etwa die Hälfte aller Erträge der Landwirtschaft aus. An der Küste spielt auch der Fischfang eine Rolle, insbesondere werden Thunfisch und Sardinen gefangen.
Industrie in Venezuela
37 bis 40 Prozent der Wirtschaft stammen aus der Industrie. In den Fabriken werden Nahrungsmittel und Getränke verarbeitet, aber auch Waren aus Erdöl, Eisen, Stahl und Aluminium erzeugt. Autos und Elektronikgeräte werden ebenfalls hergestellt.
Dienstleistungen und Tourismus in Venezuela
Mit 52 Prozent erwirtschaften die Dienstleistungen den größten Teil des BIP. Handel, Finanzen, Transport, Telekommunikation und auch der Tourismus gehören zu den Dienstleistungen.
Jedoch leidet der Tourismus unter der politisch angespannten Lage im Land. 2013 stieg die Zahl erstmals auf mehr als eine Million Besucher, doch war das deutlich weniger als etwa in Kolumbien. 2015 und 2016 sanken die Zahlen aufgrund des politischen Chaos im Land, 2017 flogen nur noch wenige Fluggesellschaften das Land an. 2022 kamen 656.000 Touristen, 2023 waren es sogar 1,25 Millionen (im Vergleich: Kolumbien hat jährlich rund 6 Millionen Touristen). Ziele sind vor allem die Inseln, etwa die Isla Margarita, aber auch Mérida oder der Wasserfall Salto Àngel (siehe auch: Sehenswürdigkeiten in Venezuela).
Im Bereich der Energie wird Strom vor allem durch Wasserkraftwerke erzeugt. Eines der größten der Welt befindet sich am Guri-Staudamm. Allerdings sind die Wasserkraftwerke überfordert und Sonnen- und Windenergie werden bisher kaum genutzt. Es kommt häufig zu Stromausfällen.
Trotz aller wirtschaftlichen Probleme ist das Bruttoinlandsprodukt von Venezuela in den letzten Jahren gestiegen: 2023 um 4 Prozent, 2024 um 5,3 Prozent. Für 2025 und 2026 wird aber ein Rückgang erwartet.


