Lexikon
Blackbeard
ZurückWer war Blackbeard?
Blackbeard war der Spitzname eines englischen Piraten, der zu Beginn des 18. Jahrhunderts in der Karibik und an der Ostküste von Nordamerika viele Schiffe ausraubte. Sein eigentlicher Name war Edward Teach oder Edward Thatch. Er wurde Blackbeard genannt, weil er einen auffällig dichten, schwarzen Bart hatte, auf Englisch also einen black beard. 1718 wurde der Piratenkapitän von den Briten geschnappt und hingerichtet. Er ist bis heute einer der bekanntesten englischen Piraten.
Bekannt war er nicht nur wegen seines schwarzen Bartes, sondern auch dafür, dass er sich gerne vor einem Überfall brennende Zündschnüre in Bart und Hut steckte. So war sein Gesicht dann von Rauch umgeben. Er trat überhaupt gerne theatralisch auf. So trug er auch mehrere Pistolen gleichzeitig, dazu noch Messer und Klingen. Er wollte seine Gegner zur schnellen Kapitulation bewegen, ohne kämpfen zu müssen. Häufig feuerte er nicht eine einzige Kanone ab.
Wie wurde Blackbeard Pirat?
Geboren wurde Edward Teach um 1680 in Bristol in England. Das ist eine Hafenstadt und so lag es nah, dass Edward zur See fuhr. Er wurde Matrose und kämpfte im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714) für England und seine Verbündeten und gegen Frankreich und Spanien. Er segelte auf Schiffen, die in Jamaika starteten und einen Kaperbrief der britischen Krone besaßen: Damit durften sie offiziell feindliche Schiffe überfallen und Beute machen.
Nach dem Krieg fuhren so manche Freibeuter damit fort, andere Schiffe zu überfallen - nun auch ohne Erlaubnis Englands. Auch Edward Teach wurde so zum Piraten. Zunächst stach er unter dem Kommando von Benjamin Hornigold in See. Ab August 1717 befehligte er dann selbst Piratenschiffe.
Blackbeards Leben als Pirat - und sein Ende
Im Oktober 1717 griff Blackbeard als Piratenkapitän mit seinen Männern Schiffe an der amerikanischen Ostküste an, zum Beispiel bei New York. Mindestens 15 Schiffe erbeutete er.
Blackbeard floh in die Karibik. Am 17.November überfiel er dort ein Sklavenschiff, die Concorde. Sie wurde eingesetzt im transatlanischen Dreieckshandel, um Sklaven von Afrika nach Amerika zu bringen. Blackbeard übernahm das Schiff, baute es um zu seinen Zwecken und nannte es nun Queen Anne’s Revenge. Wie andere Piraten machte Blackbeard die Insel New Providence auf den Bahamas zu seinem Hauptquartier.
Da der Überseehandel sehr unter den Überfällen auf die Schiffe litt, entsandten die Briten in Amerika schließlich einen Marineoffizier, um Blackbeard zu fangen. Er hieß Robert Maynard. Ihm gelang es mit einer List, Blackbeard am 22. November 1718 vor der Küste von North Carolina zu schnappen. Maynard versteckte nämlich seine Soldaten unter Deck, so dass der Pirat annahm, er hätte leichtes Spiel. Er ließ die Schiffe entern. Als Zeichen stampfte Maynard auf die Planken und seine Männer erschienen an Deck.
Bei den Kämpfen starben nicht nur viele der Piraten, sondern schließlich auch Blackbeard, der im Zweikampf Maynard unterlag. Er starb durch mehrere Schüsse und Stiche. Maynard ließ ihn direkt köpfen und hängte den Kopf an sein Schiff. Angeblich soll Blackbeards Körper noch mehrere Runden um das Schiff geschwommen sein - eine Legende ähnlich wie die über den geköpften Störtebeker, der noch weiter gelaufen sein soll nach der Hinrichtung. Die übrigen Piraten wurden nach Virginia gebracht und gehängt.


