Algerien
Wirtschaft in Algerien: Erdgas und Erdöl
Algeriens Wirtschaft beruht vor allem auf der Förderung von Erdgas und Erdöl. Einnahmen des Landes aus dem Export stammen fast ausschließlich aus diesem Bereich (90 bis 95 Prozent). Für die gesamte Wirtschaft erbringen sie 30 Prozent. Algerien ist Mitglied der OPEC.
Algerien hat noch große Fördermengen im Boden liegen. Das Land besitzt die elftgrößten Reserven für Erdgas und steht bei Erdöl an 16. Stelle. Für Erdgas ist Algerien sowohl unter den zehn größten Exporteuren der Welt (2024 Platz 7) als auch unten den zehn größren Produzenten (2024 Platz 10).
Durch Algerien führen große Pipelines, die das Erdgas und das Erdöl vom Erdgasfeld Hassi R’Mel an die Küste transportieren, von wo es verschifft wird. Dieses Erdgasfeld ist das größte in Afrika und das viertgrößte der Welt. Siehe dazu auch die Karte unten.
Industrie in Algerien
Industrie trägt zu rund 37 bis 39 Prozent zur gesamten Wirtschaft von Algerien bei. Dort werden das Erdöl und das Erdgas weiter verarbeitet.
Algerien stellt auch Ammoniak her, der in der Chemieindustrie benötigt wird. Daneben wird Metall verarbeitet und Zucker und Speiseöl werden raffiniert, Düngemittel und Baustoffe hergestellt. Gefördert werden außerdem Eisen, Blei, Kupfer, Zink, Quecksilber und Phosphate.
Landwirtschaft in Algerien
Zur gesamten Wirtschaft Algeriens trägt die Landwirtschaft jedes Jahr zu 12 bis 14 Prozent bei. Nur im Norden kann sie jedoch wirtschaftlich betrieben werden. Weizen, Gerste und Hafer gehören zu den Getreidesorten, die angebaut werden. Dazu kommen Weintrauben, Oliven, Feigen und Zitrusfrüchte.
In den Oasen der Sahara werden vor allem Datteln geerntet. Es gibt in Algerien 15 Millionen Dattelpalmen! Außerdem werden Schafe und Rinder gezüchtet. Sie werden häufig von Nomaden gehalten, die mit ihrem Vieh umherziehen. Das geschieht vor allem im Hochland der Schotts und in der nördlichen Sahara.
Sonne und Wasserstoff aus Algerien
Seit einigen Jahren setzt Algerien nun auf den Ausbau der erneuerbaren Energien. Hier gibt es ein großes Potential, denn Sonnenstrahlung hat das Land reichlich. So wurden schon sehr viele Photovoltaikanlagen gebaut. Auch Windkraftanlagen entstehen.
Mit dem Strom aus Sonne und Wind soll zudem klimafreundlich Wasserstoff produziert werden, der sogenannte grüne Wasserstoff. Der soll dann bis nach Europa und auch nach Deutschland transportiert werden. Das geht per Schiff und durch eine schon bestehende Pipeline unter dem Meer. Diese Transmed-Pipeline wird bisher noch für Erdgas genutzt und soll nun umgebaut werden. Der "südliche Wasserstoffkorridor" soll dann über Tunesien nach Italien (über Sizilien) und weiter bis nach Deutschland führen. Unten auf der Karte ist es die Pipeline in Lila.
Probleme der algerischen Wirtschaft
Obwohl Algeriens Wirtschaft insgesamt nicht schlecht dasteht, gibt es einige Probleme. Dazu gehört, dass die Wirtschaft noch immer einseitig ausgerichtet ist. Fallen die Preise für Erdöl- und Erdgas, bricht schnell alles zusammen. Die neuen Ansätze für erneuerbare Energie könnten Verbesserungen bringen.
Ein anderes Problem ist die hohe Arbeitslosigkeit. Durch hohe Geburtenraten gibt es sehr viele junge Menschen, für die dann keine Arbeit da ist. Die Arbeitslosigkeit liegt bei rund 10 Prozent, unter jungen Leuten aber sogar bei über 30 Prozent.
Tourismus in Algerien
Der Tourismus, der für viele Länder am Mittelmeer eine gute Einnahmequelle bietet, ist in Algerien nicht so weit entwickelt wie etwa in den Nachbarländern Marokko oder Tunesien. Etwa 3,5 Millionen Touristen kommen jährlich nach Algerien. So viele waren es 2024. Das ist zwar schon eine Steigerung gegenüber vorherigen Jahren, aber doch weniger als die 17,4 Millionen in Marokko oder die 10,2 Millionen in Tunesien.
Dabei hat Algerien ja mit der Mittelmeerküste und der Sahara sehr interessante Landschaften zu bieten. Auch Weltkulturerbestätten sind vorhanden. Siehe dazu auch die Sehenswürdigkeiten in Algerien!
Pipelines für Erdgas durch Algerien
