Elfenbeinküste
Wirtschaft der Elfenbeinküste
Die Wirtschaft der Elfenbeinküste wächst - sogar im Corona-Jahr 2020 konnte sie leicht wachsen, während viele Länder einen Rückgang verzeichnen mussten. Die ivorische Wirtschaft zählt zu den stärksten Volkswirtschaften Westafrikas.
Ihre wichtigste Grundlage ist die Landwirtschaft. Kakao ist das wichtigste Exportgut und bringt einen großen Teil der Einnahmen. Das Land verfügt aber auch über Erdöl- und Erdgasvorkommen vor der Küste. Weitere Rohstoffe wie Gold, Mangan und Nickel werden gefördert.
Wirtschaftliches Zentrum des Landes ist die ehemalige Hauptstadt Abidjan. Sie liegt an der Küste und besitzt einen bedeutenden Hafen.
Probleme der ivorischen Wirtschaft
Trotz des Wirtschaftswachstums gibt es auch viel Armut in der Elfenbeinküste. Probleme bringt es auch mit sich, dass die Wirtschaft stark vom Kakao abhängig ist. Fällt der Preis oder gibt es Ernteausfälle, fehlen gleich hohe Einnahmen.
Zudem sind ländliche Gebiete oft noch wenig entwickelt. Kinderarbeit auf Kakaoplantagen und in anderen Bereichen ist leider weiterhin ein Problem.
Landwirtschaft in der Elfenbeinküste
Sehr viele Ivorer - so nennt man die Einwohner der Elfenbeinküste - arbeiten in der Landwirtschaft (45 Prozent). Sie erwirtschaftet aber nur rund 20 Prozent der gesamten Wirtschaft (vom BIP).
Angebaut wird vor allem Kakao. Die Elfenbeinküste ist das Land, das weltweit am meisten Kakao anbaut und in andere Länder verkauft (exportiert). 40 bis 50 Prozent der weltweiten Ernte stammen aus der Elfenbeinküste (gefolgt von Ghana mit 15 bis 20 Prozent). 2023 wurden in der Elfenbeinküste 2,37 Millionen Tonnen Kakao produziert.
Auf den Kakaoplantagen werden viele Kinder zur Arbeit gezwungen. 60 Prozent des Kakaos in Deutschland stammen von der Elfenbeinküste.
Kaffee wird auch angebaut. Im Export spielen Cashewnüsse, Bananen, Kokosnüsse und Palmöl inzwischen aber eine größere Rolle bei den landwirtschaftlichen Produkten als Kaffee.
Ebenfalls angebaut und exportiert werden Kolanüsse, Baumwolle, Kautschuk und Zuckerrohr. Auch Ananas, Bananen, Mangos, Papaya und Avocado kommen von der Elfenbeinküste. Auf den Feldern wachsen auch Maniok, Kochbananen, Mais, Reis und Yams. Die werden aber vor allem im Land selbst gegessen.
Das Holz der Iroko- und Tali-Bäume ist in Europa sehr beliebt für Möbel. So wurden schon viele dieser Bäume abgeholzt und der Wald des Landes wird immer weniger.
Der Weg des Kakaos in der Elfenbeinküste
Erdöl von der Elfenbeinküste
Der wichtigste Bodenschatz der Elfenbeinküste ist das Erdöl. Es lagert vor der Küste im Atlantik. Die Förderung ist im Vergleich zum Vorkommen noch gering. Allerdings werden inzwischen neue Offshore-Felder erschlossen. Erdöl ist nach dem Kakao das wichtigste Produkt des Landes. Im Export sorgt Erdöl für etwa 14 Prozent der Einnahmen. Trotzdem muss Erdöl auch importiert werden. Auch Erdgas wird gefördert.
Die Industrie macht etwa 22 Prozent der Wirtschaft aus. Auch hier spielt das Erdöl eine große Rolle. Es wird in den Raffinerien aufbereitet, das heißt aus dem Rohöl wird hier Benzin, Heizöl oder Schmieröl gemacht.
Elfenbeinküste als Mitglied der UEMOA und ECOWAS
Die Elfenbeinküste gehört der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion an. Die Abkürzung dafür lautet UEMOA. Das ist von dem französischen Wort abgeleitet (Union économique et monétaire ouest-africaine). Sie wurde 1994 gegründet. Die acht Länder, die du auf der Karte in Orange siehst, gehören dazu, zum Beispiel Mali, Niger, Senegal und Togo.
Diese Länder besitzen eine gemeinsame Währung, den CFA-Franc. Das bedeutet Franc der Afrikanischen Wirtschaftsunion (CFA). Der Franc (sprich: Frong ohne das g) war früher die Währung Frankreichs, also des Kolonialstaats fast aller dieser Länder. Die Abkürzung der Währung ist XOF.
Die Elfenbeinküste ist auch Mitglied der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft, kurz ECOWAS.
Landwirtschaft der Elfenbeinküste in Bildern
Was kannst DU tun?
In jedem Stück Schokolade, das wir essen, steckt Kakao. Wenn du nachhaltig produzierten Kakao kaufst, dann heißt das, dass er nicht mit Hilfe von Kinderarbeit hergestellt wurde. So kannst du dazu beitragen, dass sich Kinderarbeit für die Plantagenbesitzer nicht mehr lohnt.
Denn wenn niemand mehr ihren Kakao kauft, müssen sie und müssen vor allem die Schokoladenfirmen umdenken. Du bekommst diesen Kakao zum Beispiel in Bioläden und Eine-Welt-Läden. Man findet ihn unter dem Namen FairTrade (Fairer Handel).
Für FairTrade-Kakao erhalten die Bauern mehr Geld. Denn der Kakaopreis ist viel zu niedrig und das trägt zu den schlechten Bedingungen auf den Plantagen bei. Verdienen die Bauern mehr Geld, sind sie nicht mehr auf die billige Kinderarbeit angewiesen. Übrigens: Die meisten Menschen in der Elfenbeinküste haben noch nie Schokolade gegessen - selbst wenn sie Kakao anbauen.













