Gambias Flagge Gambia

Gambias Wirtschaft

Gambia gehört zu den ärmeren Ländern der Welt. 2023 stand Gambia im Human Development Index, der den Wohlstand der Länder vergleicht, auf dem 170. Platz von 193 Ländern. Obwohl die Wirtschaft von Gambia wächst, haben viele Menschen nichts davon. 22 Prozent der Einwohner sind extrem arm und haben pro Tag nur 3 Dollar zur Verfügung.

Die Einnahmen des Landes stammen vor allem aus dem Bereich der Dienstleistungen, nämlich zu 65 Prozent. Eine besondere Rolle spielt hier der Tourismus, der allein 20 Prozent einbringt. Viele Menschen leben auch vom Fischfang. Die Industrie erwirtschaftet nur 15 Prozent und die Landwirtschaft 20 Prozent. Das sind die Anteile am Bruttoinlandsprodukt für 2024. Das Land besitzt keine Bodenschätze.
 

Landwirtschaft in Gambia

Rund 20 Prozent der Einnahmen des Landes stammen aus der Landwirtschaft. 62 Prozent der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt. Angebaut werden für den Export vor allem Nüsse, nämlich Erdnüsse, Kokosnüsse, Paranüsse und Cashewnüsse.

Hirse, Reis, Maniok und Mais werden zwar angebaut, doch vor allem für den eigenen Verbrauch. Die Mengen reichen jedoch nicht, um die Bevölkerung zu versorgen. Diese Nahrungsmittel müssen zusätzlich importiert werden, also aus anderen Ländern eingekauft werden.

Baumwolle und Ölpalmen werden in Plantagen angebaut, Baumwolle im Osten, Ölpalmen an der Küste im Westen. Aus den Früchten der Ölpalmen wird Palmkernöl gemacht. Beides wird ebenfalls exportiert. Angebaut werden auch Datteln, Feigen, Mangos, Avocados und Ananas. Rinder, Ziegen und Schafe werden gehalten.

Außerdem werden Bäume angepflanzt, um ihr Holz zu verarbeiten. 25 Prozent der Exporterlöse kommen inzwischen von Holz.

Industrie für Erdnüsse, Fische, Holz und Metall

Es gibt Fabriken, in denen die geernteten Nüsse weiterverarbeitet werden. Hier stellt man zum Beispiel Erdnussöl her. Fisch-, Holz- und Metallverarbeitung sind weitere Zweige der Industrie. Insgesamt gibt es aber wenig Industrie und es sind eher kleine Betriebe als große Fabriken.

Allerdings ließ China 2017 drei Fabriken für Fischmehl in der Nähe der Küste erbauen. Das Fischmehl wird nach China und Norwegen verschifft, wo es in der Lachszucht verfüttert wird. Darunter leidet nun die heimische Fischerei, denn die Gewässer sind überfischt.

Tourismus in Gambia

Eine weitaus größere Rolle für das Land spielen die Dienstleistungen und hier insbesondere der Tourismus. Zusammen mit dem Senegal ist Gambia eines der beliebtesten Urlaubsziele in Westafrika. Allerdings gab es auch immer mal wieder Krisen im Tourismus. Rund 230.000 Touristen kommen jährlich.

Die schönen Strände sind das Ziel der meisten Besucher. Aber auch Ausflüge auf dem Gambiafluss und Vogelbeobachtungen sind beliebt. Manche kommen auch her, um das Trommeln auf einer Djembé zu lernen. Ein Problem in den Touristenorten sind viele Bumster (Schnorrer), die die Touristen belästigen, insbesondere Frauen, sich als Fremdenführer anbieten und dafür Geld oder eine Einladung nach Europa erwarten.

letzte Aktualisierung am 20.07.2026