Papua-Neuguinea
Artenvielfalt in Papua-Neuguinea
Papua-Neuguinea gehört zu den artenreichsten Regionen der Erde. In den Regenwäldern, Bergwäldern, Sümpfen, Flüssen und Korallenriffen leben viele Tiere und Pflanzen, die es nirgendwo sonst gibt. Manche Gebiete sind schwer erreichbar. Deshalb entdecken Forschende dort immer wieder neue Arten.
Zwischen 1998 und 2008 wurden auf Neuguinea mehr als 1000 neue Arten beschrieben. Dazu gehörten Frösche, Fische, Reptilien, Pflanzen, Insekten und sogar Säugetiere. Im Durchschnitt waren das etwa zwei neue Arten pro Woche.
Wo lebt der größte Schmetterling der Welt?
Der größte Schmetterling der Welt, der Königin-Alexandra-Vogelfalter mit einer Flügelspannweite von 30 Zentimetern, lebt ebenfalls auf Neuguinea. Benannt wurde der Falter nach Königin Alexandra, der Frau von König Edward VII. von England.
Entdeckt wurde er im Jahr 1906 erstmals in Papua-Neuguinea. Viele Sammler begehren diese Art, die deshalb auch zu den stark gefährdeten Tierarten zählt. Vor allem die Anlage von Palmölplantagen hat die Zahl stark zurückgehen lassen. Der Schmetterling ist heute stark bedroht. Er lebt nur in einem kleinen Gebiet im Osten Papua-Neuguineas. Wenn dort Regenwald abgeholzt wird, verliert er seinen Lebensraum. Auch Plantagen, Straßenbau und illegaler Handel gefährden diese besondere Art.
Unentdeckte Tiere im Regenwald
In Papua-Neuguinea gibt es noch viele Tiere, die kaum erforscht sind. Forschende fanden zum Beispiel kleine Frösche, neue Fischarten, seltene Reptilien und sogar eine sehr kleine blinde Schlange. Sie ist ungiftig und lebt verborgen im Boden.
Auch in Flussmündungen und Küstengewässern gibt es besondere Tiere. Dazu gehört der Stupsfinnendelfin, der in Nordaustralien und in Gewässern Neuguineas vorkommt. Außerdem leben seltene Flusshaie in der Region. Viele dieser Tiere sind schwer zu beobachten und werden deshalb erst nach und nach besser erforscht.
Viele Tierarten sind bedroht
So reich die Natur Papua-Neuguineas ist, so stark ist sie auch bedroht. Regenwald wird für Holz, Plantagen, Straßen oder Bergbau abgeholzt. Dadurch verlieren viele Tiere und Pflanzen ihren Lebensraum. Manche Arten könnten verschwinden, bevor Forschende sie überhaupt entdeckt haben.
Besonders wichtig ist deshalb der Schutz der Regenwälder. Sie sind Heimat für Baumkängurus, Paradiesvögel, Insekten, Frösche, Orchideen und unzählige weitere Arten. Auch für die Menschen sind die Wälder wichtig, denn sie liefern Nahrung, Wasser, Baumaterial und Heilpflanzen.
Gibt es giftige Tiere in Papua-Neuguinea?
Ja, auch giftige Tiere kommen vor. Zu den gefährlichen Schlangen gehört der Papuataipan. Er ist mit dem australischen Küstentaipan verwandt und besitzt ein starkes Gift. Allerdings sind Schlangen meist scheu und greifen Menschen nicht einfach an.
Auch im Meer gibt es Tiere, vor denen man Abstand halten sollte. Dazu gehören Kegelschnecken, Seeschlangen und Skorpionsfische. Für Kinder gilt deshalb: Im Meer und im Regenwald nichts anfassen, was man nicht kennt.
Bunte Unterwasserwelt
Nicht nur der Regenwald ist artenreich. Auch die Unterwasserwelt Papua-Neuguineas ist berühmt. Die Korallenriffe gehören zu den schönsten der Welt. Dort leben bunte Rifffische, Rochen, Haie, Thunfische, Mantas und viele kleine Meeresbewohner.
Korallenriffe sind aber empfindlich. Sie leiden unter Erwärmung der Meere, Verschmutzung und falschem Verhalten beim Tauchen oder Fischen. Deshalb ist Naturschutz auch im Meer sehr wichtig.
Was sind Mangroven?
Mangroven sind besondere Bäume und Sträucher, die an tropischen Küsten wachsen. Sie kommen mit Salzwasser zurecht und haben oft sichtbare Wurzeln. Diese Wurzeln schützen die Küste und bieten jungen Fischen, Krebsen und anderen Tieren ein sicheres Versteck.
Pflanzen in Papua-Neuguinea
Papua-Neuguinea ist eines der waldreichsten Länder der Erde. Große Teile des Landes sind von Wald bedeckt. In den warmen und feuchten Tiefländern wächst tropischer Regenwald. Dort stehen riesige Bäume, Lianen, Farne, Orchideen und viele andere Pflanzen dicht nebeneinander.
In den höheren Lagen verändert sich die Pflanzenwelt. Dort ist es kühler, und es wachsen Bergwälder. Noch weiter oben findet man auch Graslandschaften und alpine Pflanzen, die an kühlere Temperaturen angepasst sind.
An den Küsten gibt es Sumpfgebiete und Mangrovenwälder. Mangroven wachsen im salzigen Wasser und schützen die Küste vor Wellen und Sturm. Außerdem bieten sie vielen Fischen, Krebsen und Vögeln einen wichtigen Lebensraum.
Auch Kokospalmen prägen die Küsten. In trockeneren Gebieten und Savannen wachsen dagegen andere Pflanzen, zum Beispiel Eukalyptusbäume und Akazien.
Die Wälder Papua-Neuguineas sind nicht nur für Tiere wichtig. Viele Menschen nutzen Pflanzen als Nahrung, Medizin, Baumaterial oder für traditionelle Feste. Deshalb ist es so wichtig, die Wälder zu schützen.
