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Platten und Urstromtäler

Platten sind nichts anderes als Hochflächen oder auch Hochebenen, die nur wenige Meter Höhe erreichen. Wir kennen den Begriff zunächst aus dem Norddeutschen Tiefland. Platten findest du vor allem im mittleren Brandenburg, aber auch im Norden von Sachsen-Anhalt oder in Niedersachsen. Die breiten Talniederungen Mitteleuropas heißen Urstromtäler. Ihre Entstehungszeit liegt in den Eiszeiten.

Landschaften in Brandenburg: Großlandschaften

Brandenburg ist reich an sehr unterschiedlichen Landschaften. Flusstäler mit weiten Wiesen und Auen, Wälder, Moore und Tausende Seen prägen große Teile des Bundeslandes.

Viele Landschaften in Brandenburg entstanden während der Eiszeiten. Gletscher schoben Sand, Steine und Erde vor sich her. Beim Abschmelzen des Eises bildeten sich Hügel, Seen, Hochflächen und breite Täler, durch die große Mengen Schmelzwasser flossen. Diese Täler nennt man Urstromtäler.

Brandenburg lässt sich von Norden nach Süden in drei große Landschaftszonen unterteilen:

  • den Baltischen oder Nördlichen Landrücken,
  • die Zone der Platten und Urstromtäler,
  • den Südlichen Landrücken.

Landrücken sind lang gestreckte, etwas höher gelegene Gebiete. Zwischen ihnen liegen die mittelbrandenburgischen Platten und Urstromtäler. Platten sind meist flache oder leicht hügelige Hochflächen, die ebenfalls während der Eiszeiten entstanden.

Im Nordosten liegen die Uckermark, der Barnim und Märkisch-Oderland. Im Südosten befinden sich Spreewald, Seenland Oder-Spree, Dahme-Seenland und Niederlausitz. Im Südwesten liegt der Fläming, im Westen und Nordwesten befinden sich Havelland, Ruppiner Land und Prignitz.

Die Landschaften Brandenburgs im Einzelnen:

Uckermark

Typisch für die Uckermark sind die vielen Seen, Wälder und Moore. Rund 400 Seen wurden in dieser Region gezählt. Die hügelige Landschaft wurde während der letzten Eiszeit geformt und ist nur dünn besiedelt. Die Uckermark grenzt an Polen. Viele seltene Tiere und Pflanzen haben hier einen Lebensraum. Mit dem Nationalpark Unteres Odertal, dem Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und dem Naturpark Uckermärkische Seen liegen drei bedeutende Schutzgebiete in der Region. In der Uckermark liegt auch die Kurstadt Templin, die sich selbst als „Perle der Uckermark“ bezeichnet.

Barnim

Der Barnim liegt nordöstlich von Berlin. Auch diese Landschaft wurde durch die Eiszeit geprägt. Hügel, Wälder und zahlreiche Seen bestimmen das Landschaftsbild. Als Tor zum Naturpark Barnim gilt die Stadt Bernau. Sie wurde bereits im Mittelalter gegründet und besitzt noch Teile ihrer historischen Stadtmauer.

Märkisch-Oderland und Oderbruch

Zu Märkisch-Oderland gehört das Oderbruch, eine weite und flache Landschaft entlang der Oder. Große Teile des ursprünglich sumpfigen Gebietes wurden im 18. Jahrhundert entwässert und für die Landwirtschaft nutzbar gemacht. Trotzdem ist die Region bis heute stark vom Wasser geprägt. Feuchtgebiete, Flüsse und Wiesen bieten vielen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum.

Spreewald

Südöstlich von Berlin liegt der Spreewald. Hier teilt sich die Spree in zahlreiche natürliche und künstlich angelegte Wasserarme, die Fließe genannt werden. Dadurch entstand eine besondere Wasserlandschaft mit Wiesen, Wäldern und kleinen Feldern. Nahe dem Spreewald liegt die Stadt Cottbus. Lübbenau gilt als ein wichtiges Zentrum der Region. Der Dichter Theodor Fontane beschrieb den Spreewald in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“.

Seenland Oder-Spree

Das Seenland Oder-Spree liegt östlich von Berlin. Die Landschaft ist von zahlreichen Seen, Flüssen und Wäldern geprägt. Zu den bekannten Gewässern gehört der Scharmützelsee. Auch die Märkische Schweiz liegt in dieser Region. Trotz ihres Namens gibt es dort keine hohen Berge, sondern bewaldete Hügel, Schluchten und Seen.

Dahme-Seenland

Das Dahme-Seenland liegt südöstlich von Berlin und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Die Landschaft wird von zahlreichen Seen, Flüssen und Wasserstraßen geprägt. Die Region eignet sich gut für Wassersportarten wie Paddeln, Segeln und Schwimmen. Auch viele Berlinerinnen und Berliner verbringen hier ihre Freizeit.

Niederlausitz

Die Niederlausitz liegt im Süden Brandenburgs. Früher waren hier Moore, Sümpfe und Wälder weit verbreitet. Später wurde die Landschaft stark durch den Braunkohletagebau verändert. In stillgelegten Tagebauen entstehen heute neue Seen, Wälder und Erholungsgebiete. Ein bekanntes Beispiel ist das Lausitzer Seenland, das sich über Teile Brandenburgs und Sachsens erstreckt. Im Süden Brandenburgs liegen auch die höchsten Erhebungen des Bundeslandes. Die Heidehöhe ist 201,4 Meter hoch. Der Kutschenberg gilt mit rund 201 Metern als höchster Berg Brandenburgs.

Fläming

Der Fläming liegt südwestlich von Berlin und reicht bis in den Osten Sachsen-Anhalts. Er gehört zum Südlichen Landrücken und wurde während der Eiszeiten geformt. Der Höhenzug erstreckt sich über mehr als 100 Kilometer. Seine Breite beträgt etwa 30 bis 50 Kilometer. Benannt wurde die Landschaft nach den Flamen, die sich im Mittelalter in dieser Region ansiedelten.

Havelland

Das Havelland liegt westlich von Berlin und wird von der Havel geprägt. Seen, Flussarme, Feuchtgebiete und weite Niederungen bestimmen die Landschaft. Die Region erstreckt sich von Falkensee und Werder bis nach Brandenburg an der Havel und Rathenow. Im Havelland treffen mehrere große Urstromtäler aufeinander. Es ist wasserreich und außerhalb der Städte nur dünn besiedelt.

Ruppiner Land

Das Ruppiner Land liegt im Norden Brandenburgs. Seen, Wälder und Flüsse prägen die Region. Besonders bekannt ist die Ruppiner Schweiz rund um Neuruppin. Dort gibt es bewaldete Hügel, tiefe Täler und zahlreiche Seen.

Prignitz

Die Prignitz liegt im Nordwesten Brandenburgs und gehört zu den dünn besiedelten Regionen des Landes. Die Landschaft besteht aus Feldern, Wiesen, Wäldern, kleinen Flüssen und sanften Hügeln. Im Westen reicht die Prignitz bis an die Elbe. Zwischen den Ortschaften liegen große, ruhige Landschaftsräume mit Heide- und Wiesenflächen.

Frag doch mal!

Wie entstand die Landschaft Brandenburgs?

Die Landschaft wurde vor allem während der Eiszeiten geformt. Gletscher und Schmelzwasser hinterließen Hügel, Seen, Sandflächen und breite Urstromtäler.

Welche Großlandschaften gibt es in Brandenburg?

Brandenburg wird in den Nördlichen Landrücken, die Zone der Platten und Urstromtäler sowie den Südlichen Landrücken gegliedert.

Welche bekannten Landschaften liegen in Brandenburg?

Zu den bekanntesten gehören Uckermark, Spreewald, Havelland, Fläming, Prignitz, Barnim, Oderbruch und Niederlausitz.

Warum gibt es in Brandenburg so viele Seen?

Viele Seen entstanden nach der letzten Eiszeit. Als die Gletscher abschmolzen, blieben Vertiefungen zurück, die sich mit Wasser füllten.

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letzte Aktualisierung am 08.07.2026