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Wirtschaft in Hessen: Inhalt & Übersicht
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Was ist ein Finanzplatz?
Ein Finanzplatz ist eine Stadt oder Region, in der besonders viele Banken, Börsen, Versicherungen und andere Unternehmen rund um das Thema Geld tätig sind.
Dort werden Kredite vergeben, Geldanlagen verwaltet, Aktien gehandelt und Zahlungen zwischen Unternehmen und Ländern abgewickelt. Auch Behörden, Hochschulen, Anwaltskanzleien und Beratungsunternehmen gehören zu einem Finanzplatz.
Frankfurt ist Deutschlands wichtigster Finanzplatz. Mehr als 70.000 Menschen arbeiten dort allein im Bankengewerbe. Hinzu kommen viele Beschäftigte bei Versicherungen, Finanzunternehmen, Behörden und Beratungsfirmen.
Banken in Frankfurt – Deutschlands wichtigster Finanzplatz
Frankfurt am Main ist das wichtigste Finanzzentrum Deutschlands und eines der bedeutendsten Finanzzentren Europas. In der Stadt haben viele Banken und andere Unternehmen aus der Finanzbranche ihren Sitz. Auch die Europäische Zentralbank, die Deutsche Bundesbank und die Frankfurter Börse befinden sich dort.
Die Hochhäuser der Banken prägen die Frankfurter Skyline. Deshalb trägt die Stadt manchmal den scherzhaften Namen „Mainhattan“. Der Name verbindet den Fluss Main mit Manhattan, dem bekannten Hochhausviertel in New York.
Warum gibt es in Frankfurt so viele Banken?
Frankfurt war schon im Mittelalter eine bedeutende Handelsstadt. Kaufleute aus verschiedenen Ländern kamen zu den Frankfurter Messen. Sie brachten viele unterschiedliche Münzen und Währungen mit. Im Jahr 1585 einigten sich Frankfurter Kaufleute auf feste Wechselkurse für verschiedene Münzen. Dieses Ereignis gilt als Beginn der Frankfurter Börse. Frankfurt entwickelte sich danach immer stärker zu einem Ort, an dem Geld gewechselt, verliehen und angelegt wurde.
Heute ist die Lage Frankfurts ebenfalls wichtig. Die Stadt liegt zentral in Deutschland und Europa. Der Flughafen, Autobahnen und Bahnverbindungen machen sie gut erreichbar. Außerdem sitzen hier wichtige Behörden und Unternehmen, mit denen Banken eng zusammenarbeiten.
Was macht eine Bank?
Eine Bank verwahrt Geld und ermöglicht Zahlungen. Menschen können dort ein Konto eröffnen, Geld überweisen oder sparen. Banken vergeben außerdem Kredite. Wer ein Haus kaufen oder ein Unternehmen gründen möchte, benötigt dafür oft mehr Geld, als gerade vorhanden ist. Die Bank leiht dieses Geld und erhält es später mit Zinsen zurück.
Banken erfüllen mehrere Aufgaben:
Sie führen Konten.
Sie ermöglichen Überweisungen und Kartenzahlungen.
Sie verwahren Ersparnisse.
Sie vergeben Kredite.
Sie beraten bei Geldanlagen.
Sie wickeln Zahlungen zwischen Unternehmen und Staaten ab.
Banken verdienen unter anderem daran, dass sie für Kredite Zinsen und für bestimmte Dienstleistungen Gebühren verlangen.
Welche Banken sitzen in Frankfurt?
In Frankfurt haben viele deutsche und internationale Banken ihren Hauptsitz oder eine große Niederlassung. Dazu gehören unter anderem:
- Deutsche Bank
- Commerzbank
- DZ Bank
- KfW Bankengruppe
- zahlreiche Banken aus anderen Ländern
Die KfW ist eine besondere Bank. Ihr Name bedeutet „Kreditanstalt für Wiederaufbau“. Sie unterstützt zum Beispiel den Bau energiesparender Häuser, Unternehmen, Bildung und Entwicklungsprojekte. Neben den großen Banken gibt es Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Direktbanken und Unternehmen, die digitale Finanzdienstleistungen anbieten.
Die Europäische Zentralbank in Frankfurt
Die Europäische Zentralbank, kurz EZB, ist die Zentralbank des Euroraums. Dazu gehören die Staaten der Europäischen Union, die den Euro als Währung verwenden. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, für stabile Preise zu sorgen. Die Preise sollen also nicht dauerhaft zu schnell steigen. Steigen viele Preise über längere Zeit, nennt man das Inflation. Dann kann man für den gleichen Geldbetrag weniger kaufen.
Die EZB beeinflusst unter anderem die Zinsen. Dadurch kann sie darauf einwirken, wie teuer Kredite sind und wie viel Geld Banken verleihen. Die Entscheidungen betreffen Millionen Menschen und Unternehmen im Euroraum. Die EZB wurde 1998 gegründet und hat seitdem ihren Sitz in Frankfurt.
Was macht die Deutsche Bundesbank?
Die Deutsche Bundesbank ist die Zentralbank Deutschlands. Sie arbeitet mit der EZB und den Zentralbanken der anderen Euro-Länder zusammen. Zu den Aufgaben der Deutschen Bundesbank gehört es, gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank an der Geldpolitik mitzuwirken und für möglichst stabile Preise zu sorgen. Außerdem stellt sie den Banken Bargeld zur Verfügung und kontrolliert zusammen mit anderen Behörden, ob Banken sicher und zuverlässig arbeiten. Sie trägt dazu bei, dass Überweisungen und andere Zahlungen reibungslos funktionieren.
Daneben verwaltet die Bundesbank die deutschen Währungsreserven, zu denen unter anderem Gold und ausländische Währungen gehören. Sie beobachtet außerdem das Finanzsystem und prüft, ob Risiken entstehen, die Banken oder die Wirtschaft gefährden könnten.
Kurz erklärt: Was ist der DAX?
Der DAX ist ein deutscher Aktienindex. Er zeigt, wie sich die Aktienkurse großer deutscher Unternehmen entwickeln. Steigen viele Kurse, steigt meist auch der DAX. Fallen viele Kurse, sinkt er. Der DAX zeigt aber nicht, wie es allen Unternehmen oder allen Menschen in Deutschland wirtschaftlich geht.
Was ist die Frankfurter Börse?
Eine Börse ist ein organisierter Marktplatz. Dort werden zum Beispiel Aktien, Anleihen und Fonds gehandelt.
Eine Aktie ist ein kleiner Anteil an einem Unternehmen. Wer eine Aktie kauft, besitzt also einen winzigen Teil dieser Firma. Steigt der Wert des Unternehmens, kann auch der Aktienkurs steigen. Er kann aber ebenso fallen.
An der Frankfurter Wertpapierbörse findet der größte Teil des deutschen Börsenhandels statt. Der Handel läuft heute überwiegend über Computersysteme. Das bekannte elektronische Handelssystem heißt Xetra. Die Frankfurter Börse gehört zu den großen Handelsplätzen für Wertpapiere weltweit.
Welche Probleme kann es im Finanzwesen geben?
Banken sind wichtig, können aber auch Risiken verursachen. Verleihen sie zu viel Geld an Menschen oder Unternehmen, die es nicht zurückzahlen können, entstehen Verluste. Werden Banken sehr groß und eng miteinander verbunden, können Probleme einer Bank auch andere Banken treffen. Deshalb gibt es Regeln und Aufsichtsbehörden.
Auch hohe Einkommen und Gewinne in der Finanzbranche führen zu Diskussionen. Denn Frankfurt ist zwar eine wohlhabende Stadt, zugleich leben dort auch Menschen mit wenig Geld. Der wirtschaftliche Erfolg kommt also nicht automatisch allen Menschen gleichermaßen zugute.
Banken und Klimaschutz
Banken entscheiden mit, welche Unternehmen und Vorhaben Geld erhalten. Sie können zum Beispiel erneuerbare Energien, energiesparende Gebäude oder klimafreundliche Verkehrsmittel finanzieren.
Gleichzeitig investieren Banken weiterhin Geld in Unternehmen, die Kohle, Erdöl oder Erdgas fördern und verarbeiten. Deshalb wird darüber diskutiert, wie Banken stärker zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit beitragen können. Es gibt auch Banken, die sich auf das Thema Klima- und Umweltschutz spezialisiert haben.
Steckbrief Finanzplatz Frankfurt
| Info | Angabe |
|---|---|
| Ort | Frankfurt am Main |
| Bedeutung | Wichtigster Finanzplatz Deutschlands |
| Wichtige Einrichtungen | Europäische Zentralbank, Deutsche Bundesbank und Frankfurter Börse |
| Bekannte Banken | Deutsche Bank, Commerzbank, DZ Bank und KfW |
| Beschäftigte im Bankengewerbe | mehr als 70.000 Menschen |
| Beginn der Börsengeschichte | 1585 |
Frag doch mal: die Banken in Frankfurt!
Warum sitzen so viele Banken in Frankfurt?
Frankfurt war schon früh eine wichtige Handels- und Messestadt. Heute kommen die zentrale Lage, gute Verkehrsverbindungen und wichtige Einrichtungen wie EZB, Bundesbank und Börse hinzu.
Ist die Europäische Zentralbank eine normale Bank?
Nein. Privatpersonen können dort kein Konto eröffnen. Die EZB ist für die Geldpolitik im Euroraum zuständig und arbeitet mit den nationalen Zentralbanken zusammen.
Was ist der Unterschied zwischen EZB und Bundesbank?
Die EZB ist für den gesamten Euroraum zuständig. Die Bundesbank ist die Zentralbank Deutschlands und arbeitet innerhalb des Eurosystems mit der EZB zusammen.
Kann man die Frankfurter Börse besuchen?
Ja, Besuche und Vorträge sind grundsätzlich möglich. Dort wird erklärt, wie der Börsenhandel funktioniert. Die meisten Geschäfte werden heute jedoch nicht mehr durch Zurufe im Börsensaal, sondern elektronisch abgeschlossen.
Gibt es in Frankfurt ein Museum über Geld?
Ja. Das Geldmuseum der Deutschen Bundesbank erklärt Geld, Inflation, Banken und Geldpolitik. Der Eintritt ist kostenlos, außerdem gibt es Angebote für Kinder und Jugendliche.
