Maltas Flagge Malta - Kinder und Alltag

Taufe und Il-quċċija

Der katholische Glaube prägt das Familienleben auf Malta bis heute. Viele Kinder werden schon als Babys römisch-katholisch getauft. Die Taufe ist für viele Familien ein wichtiges Fest, das gemeinsam mit Verwandten und Freunden gefeiert wird. Allerdings lassen heute weniger Familien ihre Babys taufen als noch vor einigen Jahren.

Ein besonders maltesischer Brauch ist die Il-quċċija. Sie wird meist rund um den ersten Geburtstag eines Kindes gefeiert. Dabei legt die Familie verschiedene Gegenstände vor das Kind. Es darf sich einen davon aussuchen.

Welchen Gegenstand das Kind wählt, soll scherzhaft etwas über seine spätere Zukunft oder seinen Beruf verraten. Ein Buch oder Stift kann zum Beispiel für Bildung stehen, ein Taschenrechner für einen Beruf mit Zahlen und ein Rosenkranz traditionell für ein religiöses Leben. Heute kommen oft auch moderne Gegenstände wie ein Handy, ein Computerzubehör oder ein Geldstück dazu.

Natürlich glaubt niemand ernsthaft, dass damit die Zukunft des Kindes feststeht. Die Il-quċċija ist vor allem ein fröhlicher Familienbrauch, der in Malta bis heute gepflegt wird.

Ehe und Familie in Malta

Die katholische Kirche hat Ehe und Familienleben in Malta lange stark geprägt. Das zeigt sich auch daran, dass eine Scheidung dort viel später möglich wurde als in anderen europäischen Ländern.

Erst bei einer Volksabstimmung im Jahr 2011 sprach sich eine Mehrheit dafür aus, die Scheidung einzuführen. Seit dem 1. Oktober 2011 können Ehepaare sich auch in Malta scheiden lassen. Malta war damit das letzte Land der Europäischen Union, das die zivile Scheidung erlaubte.

Auch beim Familienrecht hat sich vieles verändert. Früher wurde stärker danach unterschieden, ob Kinder innerhalb oder außerhalb einer Ehe geboren wurden. Heute haben Kinder, deren Eltern nicht verheiratet sind, grundsätzlich die gleichen Rechte gegenüber ihren Eltern wie andere Kinder. Es ist gar nicht so lange her, dass uneheliche Kinder gehänselt wurden. 

Auch für die maltesische Staatsbürgerschaft ist entscheidend, ob ein Elternteil maltesischer Staatsbürger ist – nicht, ob die Eltern miteinander verheiratet sind.

Von A nach B in Malta

Stell dir vor, du stehst morgens auf, frühstückst und steigst anschließend nicht nur in einen Bus oder ins Auto, sondern zunächst auf eine Fähre, um zur Schule, Universität oder zur Arbeit zu gelangen.

Für manche Menschen auf Gozo gehört das tatsächlich zum Alltag. Zwar gibt es auf Gozo Schulen und auch einen kleinen Campus der University of Malta, doch viele weiterführende Schulen, Ausbildungsstätten und der Hauptcampus der Universität liegen auf der Hauptinsel Malta. Deshalb pendeln zahlreiche Schülerinnen, Schüler, Studierende und Berufstätige regelmäßig zwischen den Inseln.

Die Autofähre zwischen Gozo und Malta fährt das ganze Jahr über und braucht für die Überfahrt ungefähr 25 Minuten. Dazu kommen anschließend meist noch Bus- oder Autofahrten zum eigentlichen Ziel. Für Menschen, die täglich pendeln, gibt es besondere Fahrkarten.

Welchen Sport machen die Malteser?

Auch auf Malta ist Fußball sehr beliebt. Es gibt zahlreiche Vereine und mehrere Ligen für Männer, Frauen und Jugendliche. Die Nationalmannschaft nimmt außerdem an internationalen Wettbewerben teil.

Eine besonders wichtige Sportart ist Wasserpolo. Dabei spielen zwei Mannschaften gegeneinander im Schwimmbecken. Die Spieler schwimmen fast die ganze Zeit und versuchen, den Ball in das gegnerische Tor zu werfen. Nur der Torwart darf den Ball mit beiden Händen berühren.

Wasserpolo hat auf Malta eine lange Tradition und wird von vielen Menschen verfolgt. Es gibt Sommer- und Winterligen sowie Wettbewerbe für Jugendliche und Frauen. Insgesamt nehmen mehrere Vereine an den verschiedenen Ligen teil.

Auch Schwimmen, Segeln, Tauchen und andere Wassersportarten sind beliebt – kein Wunder bei einem Land, das rundherum vom Mittelmeer umgeben ist.

letzte Aktualisierung am 25.09.2026