Niederlande - Tiere & Pflanzen
Die niederländische Natur
Die Niederlande sind dicht besiedelt und werden intensiv landwirtschaftlich genutzt. Deshalb gibt es vergleichsweise wenig Wald. Rund 11 Prozent der Landfläche sind bewaldet. Viele Wälder wurden vom Menschen angepflanzt. Typisch sind Eichen, Buchen und verschiedene Nadelbäume. Daneben gibt es Heideflächen, Moore, Feuchtgebiete und Dünenlandschaften.
Besonders wichtig sind die Dünen an der Nordseeküste. Dort wachsen Pflanzen wie Strandhafer, Silbergras und Stranddistel, die mit Wind, Sand und salzhaltiger Luft zurechtkommen. Mit ihren Wurzeln halten sie den Sand fest.
Die Dünen sind aber nicht nur Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Gemeinsam mit den Stränden bilden sie einen wichtigen natürlichen Schutz gegen das Meer. Wind, Wellen und Strömungen tragen immer wieder Sand ab. Deshalb lässt der niederländische Staat regelmäßig neuen Sand an den Stränden und vor der Küste aufschütten.
Warum ist das Watt so wichtig?
Im Watt finden Vögel besonders viel Nahrung, zum Beispiel Würmer, Muscheln und kleine Krebse. Deshalb machen Millionen Zugvögel hier Rast, bevor sie ihre lange Reise fortsetzen.
Das niederländische Watt
Ein ganz besonderer Naturraum ist das Wattenmeer an der Nordküste der Niederlande. Bei Ebbe zieht sich das Wasser zurück und große Flächen des Meeresbodens fallen trocken. Bei Flut werden sie wieder vom Meer überspült.
Das Wattenmeer reicht von den Niederlanden über Deutschland bis nach Dänemark. Es ist das größte zusammenhängende Wattgebiet der Erde und gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe.
Im Watt leben Muscheln, Schnecken, Krebse und Wattwürmer. Sie sind wiederum Nahrung für viele Vögel. Für Zugvögel ist das Wattenmeer besonders wichtig: Millionen Vögel legen hier auf ihren langen Reisen eine Pause ein und fressen sich neue Energiereserven an. Insgesamt ziehen jedes Jahr etwa 10 bis 12 Millionen Vögel durch das Wattenmeer.
Auch Seehunde leben im niederländischen Wattenmeer. Bei Niedrigwasser ruhen sie häufig auf Sandbänken. Besucher sollten ausreichend Abstand halten und die Tiere nicht stören.
Das Land der Tulpen
Typisch für die niederländische Landschaft sind im Frühjahr die bunten Tulpenfelder. Neben Tulpen werden auch Narzissen, Hyazinthen und andere Blumen in großer Menge angebaut.
Die Tulpe stammt allerdings ursprünglich nicht aus den Niederlanden. Sie gelangte im 16. Jahrhundert nach Westeuropa. Im 17. Jahrhundert wurden seltene Tulpenzwiebeln in den Niederlanden zeitweise zu sehr hohen Preisen gehandelt. Diese Zeit wird als Tulpenmanie bezeichnet. Darüber erfährst du mehr unter Geschichte der Niederlande.
Tiere in den Niederlanden
In Wäldern, Dünen und anderen Naturräumen leben Rehe, Füchse, Hasen, Kaninchen und Wildschweine. Auch der Fischotter ist nach einem starken Rückgang wieder in niederländischen Gewässern zu finden.
Besonders vielfältig ist die Vogelwelt. Im Watt und an der Küste kannst du zum Beispiel Strandläufer, Austernfischer, Möwen, Seeschwalben und Gänse beobachten.
Die Jagd auf Wildtiere ist in den Niederlanden streng geregelt. Nur bestimmte Tierarten dürfen zu bestimmten Zeiten und mit einer entsprechenden Genehmigung gejagt werden. Viele andere Tiere stehen unter Schutz.

