Portugal
Wirtschaft in Portugal
Portugals Wirtschaft beruht vor allem auf Dienstleistungen. Sie machen jedes Jahr rund 72 bis 76 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung (vom BIP) aus. Industrie trägt mit 18 bis 25 Prozent dazu bei.
Die Landwirtschaft hat einen Anteil an der portugiesischen Wirtschaft von 2 bis 3 Prozent. Angebaut werden Getreide, Kartoffeln, Tomaten, Oliven und Trauben.
Die Industrie fertigt Kleidung und Schuhe, Holz, Papier, Zellstoff und Kork sowie Maschinen und Chemieprodukte. Wichtig für die Wirtschaft ist auch die Autoindustrie. Obwohl das Land selbst keine große Marke besitzt, stellen zum Beispiel Volkswagen oder Toyota hier Autos her. Wichtigster Handelspartner im Export und Import ist der Nachbar Spanien.
Mit der weltweiten Finanzkrise geriet Portugals Wirtschaft 2007 in eine besonders schwere Schieflage. Die Arbeitslosigkeit lag zeitweise bei 18 Prozent. Ab 2013 erholte sich die Wirtschaft aber wieder. Die Auslandsverschuldung wurde stark verringert, die Arbeitslosenquote lag 2017 bei rund 10 Prozent, 2025 nur noch bei 5,8 Prozent.
Kork aus Portugal
Portugal ist der größte Hersteller von Kork. Du kennst vielleicht Pinnwände aus Kork oder Korken, mit denen man Weinflaschen verschließt. Man kann Kork aber auch als Bodenbelag verwenden, als Schuhsohlen oder Baustoff.
Kork wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen. Der Baum wird sozusagen geschält. Nach etwa neun bis zehn Jahren ist so viel Rinde nachgewachsen, dass man die Eiche wieder schälen kann.
Weil man heute immer mehr Weinflaschen mit Schraubverschlüssen oder künstlich hergestellten Korken verschließt, ist die Korkindustrie in Portugal jedoch in der Krise. Trotzdem kommen noch immer mehr als 60 Prozent der Exporte an Kork aus Portugal. Ein Viertel aller Korkeichen auf der Welt wachsen in Portugal.
Übrigens: Kork ist ein wertvoller Rohstoff, den man wieder verwenden kann. Darum sollte man (die echten) Korken bei einer Sammelstelle abgeben.
Zellstoff aus Portugal
Zellstoff ist ein wichtiger Rohstoff, um Papier herzustellen. Man gewinnt Zellstoff aus Holz. In Portugal hat man darum die schnell wachsenden Eukalyptusbäume in großer Zahl angepflanzt.
Das bringt allerdings Probleme mit sich, weil die Erde durch Eukalyptus stark austrocknet und auslaugt, ihm also Nährstoffe entzieht. Der ursprüngliche Wald wird außerdem verdrängt und damit auch die heimische Tierwelt. Die Öle, die Eukalyptus enthält, begünstigen zudem Waldbrände, weil sie hochbrennbar sind. Im Sommer zerstören sie oftmals große Waldgebiete. Durch den Klimawandel und immer höhere Temperaturen wird das noch begünstigt.
Tourismus in Portugal
Der Tourismus zählt zu den Dienstleistungen und schlägt mit immerhin acht Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung von Portugal zu Buche. Die meisten Besucher kommen in die Algarve im Süden Portugals oder fliegen nach Madeira. Auch Lissabon und Porto sind beliebt.
Die Zahl der Besucher ist in den letzten Jahren immer weiter gestiegen. 2014 kamen 9 Millionen Gäste ins Land, 2022 waren es 22 Millionen und 2025 sogar 32 Millionen Touristen.



