Nicaraguas Flagge Nicaragua

Wie ist die Schule in Nicaragua?

In Nicaragua besteht Schulpflicht für die Grundschulzeit. Der Besuch von staatlichen Grundschulen ist kostenlos. Das bestimmt das Schulsystem. Die Grundschule (Primaria) umfasst sechs Klassen. Dabei werden die ersten vier Schuljahre zu einem Zyklus zusammengefasst und ebenso die 5. und 6. Klasse.

Nicht alle gehen in Nicaragua in die Schule

10 Prozent der Kinder werden aber gar nicht eingeschult. 25 Prozent der Kinder brechen den Besuch der Grundschule ab. Das hat verschiedene Gründe. Manchmal können die Eltern die Schulbücher oder -hefte nicht bezahlen. In ländlichen Gebieten gibt es nicht genügend Schulen, so dass der Schulweg sehr weit ist. Viele Kinder müssen ihren Eltern bei der Arbeit helfen. Andere leben auf der Straße.

Nur 83 Prozent der Kinder eines Jahrgangs besuchen eine weiterführende Schule (Secundaria). Nach drei Jahren erhält man den mittleren Abschluss, mit dem man eine Reihe von staatlich anerkannten Ausbildungen beginnen kann.

Wer fünf Jahre bleibt, kann die Schule mit dem Bachillerato, dem Abitur, abschließen und eine Universität besuchen. Anders als bei uns hat man das Abitur dann also schon nach elf Schuljahren. Auch sind die Abiturienten meist nur schlecht auf ein Studium vorbereitet, viele bestehen die Aufnahmeprüfungen an den Unis nicht.

Noten in Nicaragua

Noten werden in Nicaragua in Prozent vergeben. Die beste Note sind dann 100 Prozent. 60 Prozent muss man erreichen, um zu bestehen.

Der Unterricht erfolgt auf Spanisch. An der Karibikküste wird aber auch in der Sprache der Miskito unterrichtet.

Das Schuljahr beginnt im Februar und endet im November. Schuluniformen wurden 2007 offiziell abgeschafft.

Fächer in der Grundschule sind Spanisch, Mathe, Geschichte, Erdkunde, Naturwissenschaften und Sport.

Große Klassen, wenig Lehrer

Große Klassen mit manchmal 40 bis 50 Schülern in der Grundschule und bis zu 60 in der Secundaria sind ein großes Problem in Nicaragua, denn so lässt sich natürlich nicht besonders gut lernen. Oft ist zudem die Qualität des Unterrichts schlecht. Lehrer sind oft nicht gut ausgebildet und sie erhalten ein sehr geringes Gehalt.

Das hält wiederum junge Leute davon ab, selbst Lehrer werden zu wollen. So gibt es dann wieder zu wenig Lehrer. Oft mangelt es zudem an Schulmaterialien. Wer es sich leisten kann, schickt seine Kinder in Nicaragua darum auf eine Privatschule, für die hohe Gebühren verlangt werden.

Rund 18 Prozent der Erwachsenen in Nicaragua können nicht lesen und sind darum Analphabeten. Das ist sehr viel, auch im Vergleich mit den anderen lateinamerikanischen Ländern.

letzte Aktualisierung am 11.03.2026